Michael O'Leary empört wieder einmal, diesmal mit der Ansicht, Schweinegrippe sei zwar ein Problem - aber nur für Arme. Doch diesmal hat der Provokateur nicht ganz unrecht.

Guter Ruf oder schlechter Ruf, Hauptsache überhaupt im Gespräch - dies ist eine Weisheit, die Michael O'Leary, Boss der irischen Fluggesellschaft Ryanair, verinnerlicht zu haben scheint. Erst vor kurzem hatte O'Leary mit dem Vorschlag für Aufregung gesorgt, eine Strafgebühr für übergewichtige Passagiere einzuführen.

Ein vielleicht noch größeres Medienecho löste sein vorheriger Coup aus: Er hatte eine Toilettengebühr an Bord ins Spiel gebracht.

Nun steht O'Leary wieder in der Kritik: Die Schweinegrippe sei zwar eine Tragödie, "aber für die Leute, die in Slums in Asien oder Mexiko leben". Reisende hingegen seien durch das tödliche Virus kaum gefährdet: "Wird das Hochzeitspaar aus Edinburgh sterben? Nein. Ein paar Halsschmerztabletten bringen das in Ordnung", sagte O'Leary der britischen Zeitung Times.

Für diese Einschätzung wird O'Leary wieder einmal kritisiert - doch liegt er mit seiner zugespitzten Aussage nicht ganz falsch.

Auch der stellvertretende Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Keiji Fukuda, warnt, dass die ärmsten Länder am meisten von der Schweinegrippe bedroht sein könnten: "Wir wissen von früher, dass ärmere Länder überproportional hart getroffen werden und dabei die geringsten Ressourcen haben, die Situation zu bewältigen", wird er vom britischen Guardian zitiert.

Inzwischen ersuchten die Staaten Mittelamerikas die internationale Gemeinschaft wegen der Schweinegrippe um Hilfe. Bei einem Treffen in der nicaraguanischen Hauptstadt Managua baten die Gesundheitsbehörden dieser Länder vor allem um Medikamente für den Fall einer Ausbreitung der Grippe in Mittelamerika.

Es würden Medikamente für etwa drei Millionen antivirale Behandlungen benötigt, schrieben die Minister in einem Brief an die Weltgesundheitsorganisation in Genf. Costa Rica, wo am Dienstag der erste Fall einer Infektion in Mittelamerika gemeldet worden war, nahm nicht an dem Treffen teil.

(sueddeutsche.de/kaeb/AP/AFP/dpa/gal)

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Leserkommentare (10)



29.04.2009 18:33:57

Schnolfi: Billigheimers Boss

Die meisten, die mit dieser Fluchlinie fliegen, lesen nicht vorher die SZ oder sonst eine anspruchsvollere Zeitung. Die informieren sich woanders, wenn ein Wochenende oder Uralub bevorsteht: " Oh, schau - für nur 33 Euro nach Rom - das machen wir !"


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