11. Februar 2013 09:50 Kommunikation von Ameisen Das Schaben der Puppen

Ameisen verständigen sich über Geräusche. Selbst verpuppte Tiere schaffen es, akustische Signale auszusenden, wie Forscher erstmals nachweisen konnten.

Als besonders gesprächig sind Ameisen nicht bekannt. Einen Großteil ihrer Kommunikation wickeln sie über chemische Stoffe ab, die sogenannten Pheromone. Nach und nach aber entdecken Forscher einen weiteren Verständigungsweg der Insekten: Geräusche. Ameisen produzieren Töne - und das gilt sogar für junge, verpuppten Tiere. Bislang haben Forscher diese für stumm gehalten und vermutet, nur erwachsene Ameisen kommunizierten über Laute.

Den Beleg, dass dazu auch verpuppte Tiere fähig sind, liefern nun Forscher um den Biologen Luca Casacci von der Universität in Turin (Current Biology, online). Die Wissenschaftler untersuchten Ameisen der Art Myrmica scabrinodis mit speziellen Mikrofonen - und konnten auf diese Weise schabende Laute hören, die denen erwachsener Ameisen ähnelten.

Die Insekten produzieren die Töne mit Hilfe eines Beins und eines Organs am Unterleib. Die Larven hingegen, aus denen sich die Puppen entwickeln, scheinen tatsächlich stumm zu sein. Die Forscher vermuten daher, dass die Geräusche dazu dienen könnten, den Entwicklungsstand der Insekten zu signalisieren.

Junge Ameisen verpuppen sich für etwa zwei Wochen. In dieser Zeit fressen sie nicht, sind unbeweglich und werden von älteren Artgenossen, den Arbeiterinnen, umsorgt. Da die Ameisen-Gemeinschaft in Puppen bereits mehr Energie investiert habe als in die jüngeren Larven, könnte es für die erwachsenen Tiere sinnvoll sein zu erkennen, welche Nachkommen im Notfall - etwa wenn das Nest zerstört wurde - als erste gerettet werden sollen, so die Forscher. Dabei könnten die Geräusche der Puppen ein hilfreiches Signal darstellen.