29. Januar 2013, 09:31 Klima Städte heizen in die Ferne

Großstädte weisen nicht nur ein besonderes Klima auf - sie beeinflussen die Temperaturen auch noch in Regionen, die einen halben Erdteil entfernt liegen. Das zeigen Klimamodelle zum Einfluss von 86 der größten Ballungsgebiete der Erde.

Von Christopher Schrader

Der gewaltige Energieverbrauch von Metropolen wie New York, Moskau oder Tokio prägt offenbar das Klima in Regionen, die halbe Erdteile entfernt liegen.

Drei amerikanische Wissenschaftler haben mit einem Klimamodell im Computer simuliert, welchen Einfluss die 86 größten Ballungsgebiete der Erde haben, die in mittleren Breiten auf der Nordhalbkugel liegen.

Dort verbraucht die Bevölkerung pro Quadratmeter mindestens achtmal so viel Energie wie im Durchschnitt. Besonders im Winter verschoben sich die Temperaturen: In Sibirien, an der chinesischen Pazifikküste, der Atlantikküste der USA sowie weiten Teilen Kanadas wurde es laut Berechnung bis zu einem Grad Celsius wärmer, in Europa dagegen etwas kühler.

Der Grund ist der Studie zufolge, dass die als Wärme aufsteigende Energie das Muster des nach Osten wehenden Jetstreams verändert. Dadurch verschieben sich die üblichen Hoch- und Tiefdruckgebiete, zwischen denen warme Luft aus dem Süden oder kalte aus der Arktis heranströmt (Nature Climate Change, online).

Der Effekt ist im Winter am stärksten ausgeprägt und verändert sich mit der Jahreszeit. In Europa zum Beispiel sind Frühling, Sommer und Herbst eher etwas wärmer. Auf den globalen Durchschnitt wirkt sich die Hitze der Metropolen kaum aus: Er ändert sich nur um 0,01 Grad.