Lokales Denken, globales Versagen
Deutschland beim UN-Artenschutzgipfel
16.05.2008, 16:35
"Denke global! Handle lokal!" Dieser Slogan ist zum Mantra von Managern der globalisierten Welt geworden. Geprägt hat den Satz ein Mann namens David Brower vor fast 40 Jahren. Brower war jedoch kein Manager, sondern hat sich dem Umweltschutz verschrieben. Und gerade im Umweltschutz macht der Satz Sinn, denn Natur- und Artenschutz kann in vielen Fällen nur dann effektiv funktionieren, wenn über nationale Grenzen hinweg Einigkeit über Maßnahmen und Ziele besteht, um lokale Schutzmaßnahmen zu koordinieren.
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Die Feldlerche (Alauda arvensis) ist wie viele Feldvogelarten bedroht. (Foto: dpa)
Wenn sich in Bonn nun von Montag an etwa 5000 Delegierte aus fast allen Ländern der Erde zur Artenschutzkonferenz der Vereinten Nationen treffen, steht auch dahinter die Idee: Denke global - zum Wohle der Artenvielfalt auf der Erde.
Bundesumweltminister Siegmar Gabriel ist einer der Delegierten - und präsentiert sich als Vorreiter in Sachen Artenschutz. "Wir müssen die Konferenz nutzen, um wirksame Maßnahmen zu beschließen und die Trendwende beim anhaltenden Artensterben einzuleiten“, sagt Gabriel zum Beispiel. Oder: "Es geht im Kern auch um das Überleben von Menschen auf unserem Planeten."
Auf dem internationalen Parkett legt sich Deutschland deshalb auch mächtig ins Zeug - das sehen selbst kritische Umweltschützer positiv. Friedrich Wulf vom Bund Naturschutz (BUND) betreut bei dem Umweltverband die Artenschutzkonferenz und ist voll des Lobes: "Gabriel hat viele Initiativen angeleiert und ich habe noch keine Position Deutschlands wahrgenommen, die ich nicht teile."
So setzte sich Gabriel glaubwürdig und in Vorgesprächen auch vielversprechend für ein Abkommen gegen Biopiraterie ein. Dabei geht es darum, Entwicklungsländer zu entschädigen, wenn sich Industrienationen im Regenwald an genetischen Ressourcen bedienen, um etwa Medikamente herzustellen. Auch die Initiative zur Verbesserung der Finanzierung des globalen Artenschutzes findet den Beifall vieler Experten.
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![]() 19.05.2008 17:50:59 WolfeTone: Sehr guter Kommentar, Rothund, es sollte aber noch ergänzt werden, das um die geforderte Fläche der FFH- Gebiete zu erreichen, in Bayern kurzerhand einfach die meisten Gewässer zu FFH- Gebieten deklariert wurden. Da Wasserfächen normalerweise nicht bebaut werden können, hat man so einen eleganten Weg gefunden, kein wertvolles Bauland zu verlieren,wo heute u.U. noch Wälder stehen. ![]() ![]() Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage. |
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