Die biologische Vielfalt ist einer Studie der Umweltstiftung WWF zufolge von 1970 bis 2005 um 27 Prozent gesunken. Immerhin: Derzeit gibt es offenbar eine Atempause beim Artensterben.

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Die Bestände der Grünen Meeresschildkröte in Costa Rica haben sich erholt. (Foto: dpa)

Nach dem massiven Rückgang der biologischen Vielfalt in den 1980er und 1990er Jahren gibt es derzeit nach Angaben der Umweltstiftung WWF eine kurze Atempause beim Artensterben.

Erstmals seit Mitte der 1970er Jahre sei der Index für die biologische Vielfalt nicht weiter gesunken, heißt es in dem neuen Bericht "Living Planet Index 2008", den der WWF (World Wide Fund for Nature) vor Beginn des UN-Naturschutzgipfels in Bonn vorstellte.

Doch "es gibt jedoch leider keinen Grund zur Entwarnung", sagte Christoph Heinrich, Leiter Naturschutz beim WWF Deutschland. Die rasante Entwaldung, die ungebremste Überfischung, der wachsende CO2-Ausstoß und der zunehmende Hunger nach Rohstoffen ließen wenig Raum für Hoffnung.

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Insgesamt sei die biologische Vielfalt von 1970 bis 2005 jedoch um 27 Prozent gesunken.

Die neue Untersuchung spiegele sicher erste Erfolge im Naturschutz wider. "Aber alle Anzeichen sprechen dafür, dass wir noch keine Trendwende erreicht haben. Das globale Tier- und Pflanzensterben geht weiter", sagte Heinrich. Einzelne Arten wie zum Beispiel die Grüne Meeresschildkröte in Costa Rica oder der Atlantische Lachs in Norwegen hätten sich jedoch erholt.

Es gebe aber auch Regionen, in denen es nach wie vor dramatisch aussehe, so der WWF. So sei im asiatisch-pazifischen Raum der Index für Land- und Süßwasserarten seit 1970 um über 70 Prozent gefallen. Der Jangste-Flussdelfin sei vermutlich ausgestorben.

In Europa ist der "Living Planet Index" für an Land und im Süßwasser lebende Arten von 1990 bis 2005 um mehr als 35 Prozent eingebrochen. Deshalb sei es zweifelhaft, ob die EU ihr Ziel erreichen könne, bis 2010 den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen.

Arten wie der Iberische Luchs, der Braunbär, das Europäische Bison oder der Fischotter seien stark bedroht. Für den "Living Planet Index" des WWF werden weltweit 4000 Populationen von fast 1500 unterschiedlichen Arten untersucht.

WWF-Generaldirektor James Leape warnte davor, dass das Artensterben weitgehende Konsequenzen mit sich bringe: So würden dadurch in Zukunft weniger Medikamente entwickelt und die Menschheit sei Naturkatastrophen und den Auswirkungen der globalen Erwärmung in größerem Ausmaß ausgesetzt als bisher.

Der WWF forderte die Staatengemeinschaft auf, in Bonn ein wirksames Programm gegen den Verlust der biologischen Vielfalt zu beschließen, um das 2010-Ziel doch noch zu erreichen.

Die Regierungen müssten den Arten- und Naturschutz zur Chefsache machen. Alle relevanten Ressorts - Wirtschaft, Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Finanzen und Gesundheit - müssten zusammenarbeiten. "Die Umweltminister allein können das 2010-Ziel nicht stemmen", sagte Heinrich.

(dpa/Reuters/mcs)

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Leserkommentare (1)



30.01.2009 18:14:12

unbestechlicher: WWF bereinigt?

Hat man sich beim WWF der Jäger eigentlich endlich entledigt? Hielten in der Vergangenheit nicht einige Funktionäre Großwildjagden ab?


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