Querschuss aus Brüssel: Die EU-Kommission hadert mit der milliardenschweren Rettung von Opel durch den Bund. Sie wittert einen Regelverstoß.

Wird die EU-Kommission zum Spielverderber? Die Bundesregierung bekommt bei der angestrebten Rettung des Autobauers Opel Widerstand aus der europäischen Mega-Behörde. Die Brüsseler Wettbewerbshüter hätten Zweifel, ob Berlin die strengen Regeln für erlaubte Staatshilfen einhalte, berichtete die Financial Times Deutschland (FTD).

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Opel-Fahrzeuge bei einem Händler in Belgien: Aus Brüssel droht dem deutschen Autohersteller derzeit Unheil. (© Foto: AP)

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"Wir haben noch keine finale Entscheidung getroffen, ob die Opel-Hilfen mit dem vorübergehenden Beihilferahmen für die Wirtschaftskrise vereinbar sind", sagte ein Sprecher von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes dem Blatt.

Die Bundesregierung will mit einem staatlich verbürgten Kredit über 1,5 Milliarden Euro Opels Überleben sichern. Mit dem Kredit habe die Kommission bisher kein Problem, heißt es in dem Bericht.

Strenge Vorgaben

"Gesprächsbedarf" gebe es aber bei den zugesagten drei Milliarden Euro zusätzlichen Bürgschaften, die den Einstieg eines Investors absichern sollen, berichtete die FTD unter Berufung auf Angaben aus Brüssel und Berlin.

Die Vorgaben für Staatshilfen zugunsten angeschlagener Firmen aus dem Wirtschaftsfonds Deutschland sind streng: Der Staat muss von Opel hohe Kreditzinsen verlangen. Für die bis 2014 geplanten Bürgschaften würden weitere Gebühren fällig.

Unterdessen wurde bekannt, dass der österreichisch-kanadische Automobilzulieferer Magna als bislang präferierter Interessent für Opel bei den Verhandlungen mit der bisherigen Muttergesellschaft GM vorankommt.

Informationen der Süddeutschen Zeitung zufolge hat Magna die Detailanalyse der bisherigen Tochtergesellschaft des US-Autokonzerns General Motors (GM) abgeschlossen und verhandelt fortan mit den Amerikanern "auf oberster Ebene".

Im GM-Konzern gibt es allerdings immer noch Führungskräfte, die eine Rückkaufoption für Opel - was Magna ablehnt - vereinbaren möchten und dafür bessere Chancen sehen, wenn der Finanzinvestor Ripplewood den Zuschlag für Opel erhalten würde.

Inspektion aller Werke

Dass der europäische Ripplewood-Ableger RHJ sein Angebot nachgebessert haben soll, wurde im Umfeld dieses Unternehmens nicht bestätigt. Es hieß, dies sei "nicht geschehen". Es gebe auch noch keine rechtlich unverbindliche Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) von Ripplewood/RHJ mit GM. Magna hatte eine solche Erklärung bereits vor Wochen signiert und zwischenzeitlich alle Opel-Werke in Europa inspiziert.

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(sueddeutsche.de/AFP/pak/tob)