Zuwanderung BA-Vorstand: Arbeitsmarkt kann 350 000 Migranten jährlich verkraften

Nicht jeder könne Arbeit finden, aber viele, so der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit Detlef Scheele.

(Foto: dpa)
  • 350 000 Flüchtlinge pro Jahr seien für den deutschen Arbeitsmarkt kein Problem, sagt der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele.
  • Auch sieht er keine Konkurrenz zu arbeitslosen Deutschen.

Mehr als eine Million Flüchtlinge kamen im Jahr 2015 nach Deutschland, viele von ihnen mit dem Wunsch, hier eine Ausbildung zu beginnen oder Arbeit zu finden. Der deutsche Arbeitsmarkt sei dafür stark genug, sagt jetzt die Bundesagentur für Arbeit (BA). "350 000 Flüchtlinge jährlich sind für den deutschen Arbeitsmarkt rein quantitativ derzeit kein Problem", sagte BA-Vorstand Detlef Scheele der Welt. Momentan entstünden jährlich rund 700 000 neue Arbeitsplätze.

350 000 entspricht nach Scheeles Angaben der Zahl der anerkannten Asylbewerber, die in diesem Jahr Ausbildung und Arbeit in Deutschland suchen werden. Eine Konkurrenz zu arbeitslosen Deutschen sieht er in der Regel nicht: "Dafür ist die Gruppe der Migranten zu klein."

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Es können viele Arbeit finden, aber nicht alle

Allerdings warnte der BA-Vorstand, dass zwar viele, aber nicht alle Arbeit finden werden: "Wir gehen davon aus, dass zehn Prozent der Flüchtlinge nach einem Jahr eine Arbeit finden können, 50 Prozent nach fünf Jahren und 75 nach zwölf bis 13 Jahren."

Vor allem Flüchtlinge über 40 Jahre hätten schlechtere Chancen. Anders sehe es für junge Menschen aus: "Wenn wir Kinder und Jugendliche schnell in die deutschen Regelschulsysteme bringen, werden sie später einen spürbaren Beitrag gegen den Fachkräftemangel leisten können."

Über die Qualifikation von Flüchtlingen weiß die BA bislang kaum etwas. "Wir stehen noch ganz am Anfang der Kompetenzerfassung und arbeiten gemeinsam mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge intensiv am Aufbau eines Berufsentwicklungssystems", sagte Scheele. Ziel sei, die Qualifikationen von Flüchtlingen schnell mit den Anforderungen am deutschen Arbeitsmarkt abzugleichen.

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