Zukunft des Shoppens Unterschiedliche Zielgruppen

Auch die Tatsache, dass es die Menschen immer mehr in die Städte zieht, wird der Studie zufolge die Handelslandschaft verändern. Das bedeute, dass die Zahl der Geschäfte im ländlichen Raum abnehme. "Stattdessen nimmt dort die Bedeutung von Versandhandel und Onlineshopping zu", prognostiziert das Dienstleistungsunternehmen GS 1.

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In den Ballungsräumen machten dagegen immer mehr Geschäfte für unterschiedliche Zielgruppen auf. Die zunehmend ältere Bevölkerung und Single-Haushalte bevorzugten kleine Outlets und Nachbarschaftsläden. Dagegen würden vor allem Familien nach wie vor das Angebot von Einkaufszentren auf der grünen Wiese in Anspruch nehmen.

Das Einkaufsverhalten der Kunden, so prognostizieren die Forscher, wird künftig noch stärker in Abhängigkeit von der Situation wechseln. Ihren täglichen Bedarf deckten die Verbraucher möglicherweise in noch größerem Umfang als heute bei Discountern. Aber gleichzeitig kauften sie Premiumprodukte beim Feinkosthändler und bestellten Kosmetikprodukte im Onlineshop.

Verlangsamtes Wachstum

Langfristige Kundenbindung, so stellen die Autoren der Studie resigniert fest, lasse sich angesichts dieses differenzierten Konsumverhaltens nur schwer erreichen. Gleichwohl ist Pretzel davon überzeugt, das die Discounter weiter Marktanteile gewinnen werden. Allerdings werde sich deren Wachstum verlangsamen.

Auch würden sich Aldi, Lidl und Co. wieder stärker auf das Geschäft mit Lebensmitteln konzentrieren. Im Non-Food-Bereich seien die Ideen ausgereizt und es stelle sich immer häufiger das Problem: Wohin mit der nicht verkauften Ware?

Und was wird aus den Dinosauriern des Einzelhandels, den Warenhäusern? Als einzelne Platzhirsche räumt Pretzel ihnen Überlebenschancen ein. "Aber als filialisierende Betriebe werden es Kaufhäuser schwer haben", meint der GS1-Geschäftsführer. Zu einer Verödung der Innenstädte muss es seiner Meinung nach deshalb aber nicht kommen.

Wahl zwischen Selbst- und Fremdbedienung

Denn viele Standorte von Kaufhof oder Karstadt beispielsweise ließen sich in Shoppingcenter umbauen. Dort biete sich Platz für Fachmarktkonzepte, wie sie etwa im Bereich Parfümerie, Buch, Tierbedarf bereits sehr erfolgreich betrieben würden.

Ganz gleich, wo die Menschen künftig einkaufen - sie können sich darauf verlassen, dass es weiter Kassen mit einem "richtigen Kassierer" geben wird. Versuche, Kunden den Inhalt ihres Einkaufswagens ausschließlich selbst scannen zu lassen, sind fehlgeschlagen. Nach kurzer Zeit mussten die Ladenbetreiber die Kassen wieder besetzen, weil die Verbraucher einen Bogen um die Märkte machten.

Aber wer mag, wird in Zukunft in immer mehr Geschäften beim Bezahlen an der Kasse die Wahl haben zwischen Selbst- oder Fremdbedienung. Schließlich haben die Banken dem Einzelhandel vorgemacht, wie sich Personalkosten sparen lassen: indem man die Kunden immer mehr Aufgaben selbst erledigen lässt, beispielsweise an Geldautomaten und Überweisungsterminals.