Zukauf der Altria-Gruppe Marlboro-Konzernmutter setzt auf E-Zigaretten

Marlboro-Eigentümer Altria hat eine E-Zigaretten-Firma gekauft.

Dampf statt Rauch, aber brennen tut's gut: Der US-Tabak-Konzern Altria, zu dem auch Marlboro gehört, kauft für mehr als 100 Millionen Dollar eine Firma, die E-Zigaretten Geld verdient. Aufseher schimpfen über die neuen Kippen, sie seien reguliert "wie der Wilde Westen".

Echte Cowboys, die echte Zigaretten rauchen - an diesem Image hat Marlboro jahrzehntelang mit seinen Werbekampagnen gearbeitet. Die batteriebetriebene E-Zigarette hatte beim Konzern Altria Group, zu dem Marlboro gehört, bislang wenig zu suchen. Die Ersatzzigaretten gelten als wenig cool (wenn man Rauchen immer noch cool findet), dafür als nicht so schädlich. In westlichen Ländern rauchen die Menschen seit Jahren immer weniger - nun stürzen sich die Konzerne auf die E-Zigaretten, deren Schädlichkeit noch umstritten ist.

Der Konsum konventioneller Zigaretten schrumpft auch in den USA. Marktführer Altria will daher auch mit E-Zigaretten Geld verdienen, berichtet das Wall Street Journal. Der Konzern kauft die E-Zigaretten-Firma Green Smoke für 110 Millionen Dollar. Das Unternehmen habe sich bereits seit 2009 im Markt über Onlinehandel etabliert.

Derzeit testet Altria schon die eigene E-Zigaretten-Marke "Mark Ten" im Verkauf. Mit dem Zukauf von Green Smoke versucht der Konzern nun, im schnell wachsenden Markt der E-Zigaretten aufzuschließen.

Altria kontrolliert etwa die Hälfte des amerikanischen Zigarettenmarkts. Die Nummer zwei und drei der US-Tabakkonzerne, Reynolds American und Lorillard, haben bereits Millionen Dollar in die Entwicklung von E-Zigarettenmarken investiert. Der Konzern trägt seinen Namen seit 2003, vorher hieß er Philip Morris. Die Manager benannten ihn um aus Furcht, das seit Kurzem schlechte Image von Tabak könnte ihnen schaden. Durch immer mehr Rauchverbote und Klagen von Krebsopfern war der Druck auf die Branche gestiegen.

In einer elektrischen Zigarette verbrennt kein Tabak. Stattdessen verdampft mithilfe einer Batterie eine nikotinhaltige Flüssigkeit. Die für Lebensmittelsicherheit und Medikamente zuständige Behörde in den USA hat Konsumenten bereits 2009 vor den Wirkungen der E-Zigarette gewarnt. Den Konzernen steht es nämlich frei, wie viel Nikotin sie der Flüssigkeit zusetzen und wie sie die E-Zigarette herstellen.

Noch dieses Jahr soll die Behörde einen Vorschlag einbringen, wie der bislang unkontrollierte E-Zigaretten-Markt reguliert werden kann. Der sei nämlich gesetzlos "wie der Wilde Westen", sagte der Chef der Behörde, Mitch Zeller.