Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) hat dem Springer-Verlag die Übernahme von ProSiebenSat.1 untersagt. Konzernchef Döpfner droht eine herbe Niederlage.
Die deutsche Medienaufsicht hat ihr Veto gegen die geplante Übernahme der Fernsehgruppe ProSiebenSat.1 durch den Axel-Springer-Konzern eingelegt.
Verlagschef Mathias Döpfner hat sich mit seinen TV-Plänen wohl verzockt. (© Foto: ddp)
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Das Geschäft sei nicht genehmigungsfähig, teilte die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) nach ihrer Sitzung am Dienstag in Potsdam mit.
Die geplante Übernahme würde wegen der starken Position der ProSiebenSat.1-Gruppe im bundesweiten Privatfernsehen in Kombination mit der "überragenden Stellung" von Springer im Bereich der Tagespresse (Bild, Welt) zu einer vorherrschenden Meinungsmacht des neuen Unternehmens führen, hieß es in der Begründung.
Die KEK verwies darauf, dass Springer Änderungsvorschläge der Medienaufsicht in Bezug auf die Umsetzung des Milliardengeschäfts abgelehnt hätte.
So wollte der Verlag nicht die Einrichtung eines unabhängigen und mit Vertretern aller wichtigen Gesellschaftsgruppen besetzten TV-Beirates für ProSieben oder Sat.1 mit weitgehenden Befugnissen bis hin zur Programmgestaltung akzeptieren. Auch Alternativen wie den Verkauf eines der beiden Sender habe Springer abgelehnt, hieß es in der KEK-Mitteilung.
Die KEK soll die Meinungsvielfalt in den deutschen Massenmedien beobachten und garantieren. Das "Nein" der Kommission kann nun nur noch mit Drei-Viertel-Mehrheit von den Direktoren der 15 Landesmedienanstalten aufgehoben werden. Die Direktoren wollen am Freitag über den Fall beraten.
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