Der Tabakkonzern Philip Morris will das Leid der Raucher lindern - mit neuen Zigarettenvarianten.
Es ist ein Elend. Nicht nur in den USA, sondern auch in Europa werden die Raucher zunehmend aus öffentlichen Räumen verbannt. In Großbritannien gehört eine Sitzbank vor einem Pub deshalb schon zur Grundausstattung. Dort können es sich die Zigaretten-Fans bequem machen und ihrem Genuss frönen. Das Problem ist nur: Bei kühlen Temperaturen ist die Rauchpause keine reine Freude, weder im Sitzen noch im Stehen.
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Das Leid seiner Kunden hat der amerikanischen Zigarettenkonzern Philip Morris nun erkannt und dafür auch eine Lösung gefunden: eine um etwa 1,3 Zentimeter kürzere Zigarette (eine normale hat 8,5, heißt es). Sie ist rascher aufgeraucht und erspart es außerdem dem Eiligen, eine halb aufgerauchte Kippe wegzuwerfen. Experimenten zufolge soll der Mini-Glimmstengel für sieben kräftige Züge gut sein.
90 Prozent weniger Qualm
Der Konzern sieht für das neue Produkt gute Chancen in etwa 50 nationalen Märkten - in der Türkei ist die Innovation bereits zu haben. Der internationale Ableger PMI der Muttergesellschaft Altria will darüber hinaus eine ganze Reihe von neuen Produkten herausbringen, zum Beispiel eine Zigarette mit einem größeren Durchmesser. Als Innovation preist der Konzern zudem einen batteriebetriebenen Inhalator, genannt "Heatbar".
Diese Apparatur in der Größe eines Handys soll 90 Prozent weniger Qualm als eine gewöhnliche Zigarette erzeugen. PMI soll im übrigen künftig unabhängig von Philip Morris USA arbeiten. Der Vorteil: Die internationalen Aktivitäten werden nicht länger von teuren Schadensersatzprozessen in den USA bedroht.
Die Tabakindustrie widmet sich nicht nur den westlichen Industrieländern, auch die Entwicklungs- und Schwellenländer sollen bedient werden. Dort muss man allerdings auf die dortigen Gewohnheiten und Geschmäcker eingehen. So sind zum Beispiel in Asien Zigaretten mit süßlichen Duftstoffen sehr beliebt.
Überhaupt gilt China als Goldgrube für die Industrie: 350 Millionen Raucher gibt es laut statistischer Erhebungen unter Maos Erben - die chinesische Tabakindustrie hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von insgesamt 30 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Kein Zufall also, dass westliche Konzerne um Kooperationen mit den Chinesen buhlen.
In Europa steht die Branche dagegen in einem harten Verdrängungswettbewerb. Fusionen und Übernahmen sind die Folge. So hat jetzt die britische Imperial Tobacco die 12,6-Milliarden-Euro-Übernahme des französisch-spanischen Konkurrenten Altadis abgeschlossen.
Der Hersteller von Zigaretten der Marke "West" bleibt aber trotz des Rauchverbots in mehreren europäischen Staaten optimistisch. Schließlich ist der Gewinn im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (bis Ende September 2008) gestiegen - auch ohne drastische Verkürzung des Glimmstengels.
(SZ vom 30.1.2008/hgn)
Schlosshotels in Polen
Richtig, fordern Sie doch gleich die Todesstrafe für Zig.- "Süchtige"!
Hier bleibt dem gesundheitsbewussten, nicht süchtigen Jurist nur noch ein Weg:
Strafanzeige wegen Handel mit "synthetisch verstärkten Suchtdrogen", "Körperverletzung" an Passivrauchern und "Schädigung" aller nichtrauchenden Steuerzahler mit den daraus entstehenden Gesundheits-Folgekosten.
Der "Deutsche Staat" als Hauptnutzniesser der Tabaksteuer und der erhöhten Mehrwertsteuer aus den "künstlich verteuerten Tabakprodukten" gehört als Beihelfer und "grösster Dealer des Landes" vor den europäischen Gerichtshof dafür angeklagt.
Welcher engagierte Jurist wirft den ersten Stein ?
hat die Tabakindustrie nicht noch vor kurzer Zeit längere Zigaretten verkauft, die man dann als Konsument selber abschneiden konnte - nur um Tabaksteuer zu sparen, da diese pro Zigarette erhoben wurde?
...die Tabakindustrie läßt nichts aus, um die Menschen am Glimmstängel zu halten. Irgend etwas läuft doch da schief: Während die Einen vor den Gefahren warnen, Verbote ausprechen, während die Medien ständig die Bevölkerung vor dem Rauchen warnen, sitzt die Tabakindustrie da und überlegt sich, wie man die hohen Steuern, die Rauchverbote umgehen kann und neue, junge Kunden hinzugewinnen kann.
Medikamente erhalten keine Zulassung, wenn sich die Nebenwirkungen schädlich auf den Menschen auswirken, technische Produkte erhalten keine Verkaufszulassung, wenn sich herausstellt, dass sie dem Menschen gefährlich werden können. Aber an die Tabaklobby traut sich keiner ran.
Warum verbietet man nicht einfach den Konsum von Zigaretten außerhalb der eigenen vier Wände? Schluß! Aus! Da kann sich die Tabakindustrie kurze, dicke, viereckige oder was weiß ich für Zigaretten ausdenken - vielleicht lohnt es sich dann nicht mehr, noch länger Zigaretten herzustellen?
Hurra! Die Diät-Zigarette ist da!
Und wie ist die Erfahrung mit "diet food", das im Klima des Schlankheitswahns neuerdings in minimierten Quantitäten von der Diät-Industrie in den USA vertrieben wird? (Z.B. Snacks oder Süßigkeiten in "typischen" einzeln verpackten 100-Kalorien-Mengen)
Die Verbraucher essen statt 1 Portion drei Portionen ("ist ja Diät"), der Verpackungsmüll wächst, und die Industrie freut sich über die drastisch gestiegenen Einnahmen.
Kann man die Prognose wagen, daß die neuen 7-Züge-Zigaretten nicht ein Weniger an Verbrauch, sondern ein Mehr an Zigarettenpausen bewirken?
Und noch ein Vorteil: Die Mini-Zigarette ist auch ein Vorteil für Jugendliche, die sich beim Rauchen noch im Eingewöhnungsstatus befinden - und in der Regel knapp bei Kasse sind.
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