Trotz seiner schweren Krankheit steht der frühere Vizechef des zerschlagenen Ölkonzerns Yukos vor Gericht. Er darf sich nun behandeln lassen - so lange ruht das Verfahren.

Nach zunehmenden Protesten ist der Prozess gegen den an Aids und Krebs erkrankten früheren Vize-Chef des russischen Ölunternehmens Yukos, Wasilij Alexanjan, ausgesetzt worden.

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Das Verfahren wegen Unterschlagung und Geldwäsche werde wieder aufgenommen, wenn die Behandlung des 35-jährigen Managers abgeschlossen sei, sagte die zuständige Richterin Olga Nedelina am Mittwoch in Moskau.

Bemühungen um Verlegung

Der Prozess gegen Alexanjan, der seit 2006 in Haft sitzt, begann erst am Dienstag. Der schwer kranke Angeklagte bemüht sich seit Monaten um eine Verlegung in ein ziviles Krankenhaus.

Der Prozess solle für die für eine Behandlung erforderliche Zeit ausgesetzt werden, erklärte die Richterin. Die Bitte des Angeklagten um eine Verlegung in ein Krankenhaus wies das Gericht aber erneut ab. Eine Behandlung im Gefängnis sei ausreichend.

"Welche Behandlung? Die ist vollkommen unmöglich im Gefängnis", rief Alexanjan sichtlich erregt im Gericht. Mut zur Hoffnung machte ihm Staatsanwalt Nikolaj Wlasow. Er erklärte, die letzte Entscheidung liege bei den Gefängnisärzten.

Gefängnisärzte bestätigen Krankheit

Sie hätten das nötige Fachwissen zu entscheiden, was das richtige für den Anklagten sei. Die Gefängnisärzte hatten bereits am Montag bestätigt, dass Alexanjan an Lymphkrebs leide und in einer Krebsstation versorgt werden müsse. Der Gefängnisdirektor hatte das Gericht bereits im Vorfeld um einen Transport in eine Spezialklinik gebeten.

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