Obwohl Yahoo überraschend schwache Umsatzzahlen vorlegt, gestattet sich das Internet-Portal beim neuen Anzeigensystem zeitraubenden Perfektionismus. Davon profitiert vor allem Konkurrent Google.
Yahoo-Chef Terry Semel eröffnete die Saison der Quartalsberichte von Technologieunternehmen mit einem Paukenschlag. Die Aktien aller namhaften Internetfirmen büßten nach der schlechten Bilanz von Yahoo an Wert ein.
Yahoo bleibt hinter den Erwartungen (hier der Firmensitz in Kalifornien). (© Foto: AFP)
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Alleine IBM-Boss Samuel Palmisano rettete mit dem recht positiven Geschäftsergebnis des weltweit größten IT-Konzerns die Branche vor einer umfassenden Depression. Bei Yahoo haben die Anleger zu Recht Zweifel, ob der Konzern dem Wettbewerb mit Google gewachsen ist.
Semel wies während der Präsentation der Zahlen auf die Erfolge von Yahoo bei der grafischen Werbung hin. In diesem Bereich führt das Internetportal. Markenartikler nutzen Bilder und Videos bei Yahoo, um ihre Bekanntheit zu steigern.
Google ist hier noch schwach. Investoren schauen jedoch insbesondere auf das Wachstum von textbasierten Anzeigen. Hier trumpft Google auf - und dieses Segment wächst derzeit wie kein zweites im Bereich der Online-Werbung.
Die Verspätung des Werbesystems für Textreklame trifft Yahoo hart. Bei Google erreichen die Anzeigenkunden die Zielgruppe genauer - und daher schalten sie ihre Werbung dort. Semel will die perfekte Antwort auf den Erfolg von Google. Damit gibt er dem Rivalen leichtfertig einen Vorsprung, der kaum noch aufzuholen ist.
(SZ vom 20.7.2006)
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