Der Internet-Konzern Yahoo hat den Rücktritt seines Chefs Jerry Yang angekündigt - der Mitgründer hat bislang die Fusion mit Microsoft verhindert.

Er wollte als Retter kommen aber am Ende wurde er von manchen als Hindernis empfunden: Nun hat der Chef des krisengeschüttelten Internet-Konzerns Yahoo, Jerry Yang, seinen Rücktritt angekündigt.

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Gescheitert: Yahoo-Mitgründer Jerry Yang (© Foto: AP)

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Der 40-jährige Mitgründer zieht damit die Konsequenzen aus dem massiven Druck nach der im Sommer geplatzten Übernahme durch den Softwarekonzern Microsoft.

Der Yahoo-Mitbegründer werde seinen Posten räumen, sobald das Direktorium einen Nachfolger gefunden habe, teilte das Unternehmen mit.

Das Unternehmen, dessen Hausfarbe lila ist, stellte sich auf einen neuen Kurs ein. Mit der Suche nach einem geeigneten Kandidaten innerhalb oder außerhalb des Konzerns wurde eine Beratungsfirma beauftragt.

In einer E-Mail an die Beschäftigten bezeichnete Yang seinen Rückzug als gemeinsame Entscheidung mit dem Direktorium. Dessen Chef Roy Bostock werde die Suche nach einem Nachfolger leiten; er selbst werde weiterhin dem Direktorium angehören. Und er werde weiter "in lila bluten", erklärte Yang, um seine Loyalität zu Yahoo zu betonen.

Yang hatte den Chefposten bei Yahoo im Juni 2007 übernommen, um das Unternehmen aus der Krise zu führen. Stattdessen wurde ihm das Scheitern der Fusion mit Microsoft sowie einer Internet-Anzeigenkooperation mit Google angelastet. Daraufhin verloren die Aktien des Internet-Portals seit ihrem Jahreshoch im Februar fast 65 Prozent ihres Werts.

Kritik der Aktionäre

Microsoft hatte Yahoo vor einigen Monaten für mehr als 40 Milliarden Dollar kaufen wollen, um gemeinsam die Dominanz des Internet-Konzerns Google im boomenden Geschäft mit Werbung rund um die Online-Suche zu brechen. Yang lehnte jedoch mehrfach ab und wollte stattdessen eine Allianz mit Google eingehen. Google ließ die Pläne aber vor wenigen Wochen wegen Bedenken der Wettbewerbshüter und Protesten von Werbekunden platzen.

Zahlreiche Aktionäre wie der streitbare Großinvestor Carl Icahn hatten den Mitgründer Yang für seinen Kurs scharf kritisiert. Viele Anteilseigner verloren durch das Nein zur Microsoft-Offerte und den darauf folgenden Absturz der Aktie hohe Summen. Yahoo streicht derzeit weltweit rund zehn Prozent seiner Stellen.

Der Rückzug Yangs heizte umgehend neue Übernahmespekulationen an. Microsoft hatte zuletzt mehrfach offiziell betont, keine neue Offerte mehr machen zu wollen. Zugleich aber sorgten Äußerungen von Yang und Microsoft-Chef Steve Ballmer immer wieder für Spekulationen. Berichten zufolge sprach Yahoo auch wiederholt mit dem Internet-Portal AOL aus dem Time-Warner-Konzern über ein Zusammengehen.

Die Yahoo-Aktie legte als Reaktion auf die Nachricht von Yangs Rückzug an der Wall Street nachbörslich vier Prozent zu. Zum Handelsschluss am Montag notierte sie bei 10,63 Dollar. Microsoft hatte 33 Dollar je Yahoo-Aktie geboten.

Der Analyst Ross Sandler von RBC Capital Markets bezeichnete den Schritt als Chance, die überfälligen Veränderungen bei dem Konzern einzuleiten.

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(sueddeutsche.de/Reuters/dpa/odg/pak)