Nicht nur der WWF, sondern auch die Vereinten Nationen und die Welthandelsorganisation WHO warnen seit Jahren vor den Folgen eines unkontrollierten Wasserverbrauchs. So leidet etwa Spanien seit fünf Jahren unter einer anhaltenden Dürreperiode. 80 Prozent des verfügbaren Süßwassers versickern dort auf Ackerböden. Die Folgen des Raubbaus: ein sinkender Grundwasserspiegel, Flüsse, die immer weniger Wasser führen und eine wachsende Trinkwasserknappheit in großen Städten. Mit solchen Problemen kämpfen auch viele andere Mittelmeerländer, die zugleich Deutschlands wichtigste Lieferanten für Obst und Gemüse sind.

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Ein Beispiel dafür ist das spanische Andalusien. Die Region gilt nicht nur in Europa, sondern weltweit als das größte Erdbeer-Anbaugebiet. Mehr als 60.000 Tonnen der roten Frucht wurden im vergangenen Jahr allein hierzulande verkauft. Die hohen Produktionszahlen wären ohne künstliche Bewässerung undenkbar. Das Wasser stammt zum großen Teil aus illegal gegrabenen Brunnen, von denen es nach offizieller Schätzung allein in der Region um die Stadt Huelva mehr als 1000 gibt.

Deutschland führt auf diesem Weg pro Jahr 1,8 Milliarden beziehungsweise 1,9 Milliarden Kubikmeter Wasser aus Spanien und der Türkei ein. Den größten Wasser-Fußabdruck hinterlässt Deutschland jedoch mit 5,7 Milliarden Kubikmetern Wasser in Brasilien; verantwortlich dafür sind vor allem die großen Mengen an Kaffee und an Soja für die Futtermittelindustrie, die das südamerikanische Land nach Deutschland liefert.

Laut Geiger zählt Brasilien zwar zu den regenreichsten Ländern dieser Erde. "Trotzdem gibt es dort eine Wasserkrise", so der WWF-Experte. Grund dafür sei eine unkontrollierte Wasserverschmutzung, die als Hauptursache für viele ansteckende Krankheiten gilt.

Das meiste Wasser, das hierzulande direkt und indirekt verbraucht wird, entfällt mit 74 Prozent auf den Agrarsektor. Deutlich schlägt sich hier auch der hohe Fleischkonsum nieder: mehr als 50 Milliarden Kubikmeter Wasser finden allein in der Viehzucht Verwendung. Mit einem Anteil von 23 Prozent folgt die Industrieproduktion, der Wasserverbrauch von Privathaushalten fällt mit drei Prozent kaum ins Gewicht.

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  1. Im Land der Wasserschlucker
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(SZ vom 3.8.2009/mati)