World Economic Forum Woher die Mächtigen nach Davos kommen

Die Gewichte in der globalen Wirtschaft verschieben sich. Die USA und Europa stecken in der Krise. China wächst rasant, afrikanische Staaten holen gegenüber westlichen Industrienationen auf. Diese Entwicklungen lassen sich auch beim Weltwirtschaftsforum beobachten - an der Herkunft der Teilnehmer. Ein interaktiver Überblick, woher die Mächtigen seit 1990 nach Davos reisen.

Von Lutz Knappmann und Johanna Fulda

Christine Lagarde blickte in die Zukunft: Nicht weniger als eine neue globale Wirtschaft skizzierte die Chefin des Internationalen Währungsfonds beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. Ein Wirtschaftssystem, in dem die Staaten Asiens und anderer aufstrebender Regionen mehr Gewicht bekommen, während die westlichen Industriestaaten an Bedeutung einbüßen.

Zum 43. Mal treffen sich derzeit Staatschefs, Unternehmensführer, Wissenschaftler und Medienvertreter aus aller Welt zum WEF. Es ist einer der einflussreichsten und internationalsten Kongresse der Welt. Weshalb sich an der Zusammensetzung der Teilnehmer ablesen lässt, wie sich die geographischen Gewichte in der Weltwirtschaft bereits jetzt verschoben haben.

Wir haben die Teilnehmerlisten aus acht ausgewählten Jahren seit 1990 ausgewertet und als interaktive Grafik dargestellt.

Insgesamt ist das WEF stark gewachsen. 1990 etwa waren knapp 570 Teilnehmer angemeldet - aus etwa 60 Ländern. 2013 sind es mehr als 2600 Teilnehmer aus weit über 100 Nationen. Einige Länder und Regionen haben besonders stark an Bedeutung gewonnen, andere sind angesichts ihres weltwirtschaftlichen Gewichts nach wie vor unterrepräsentiert.

Traditionell stellen die USA die größte Teilnehmergruppe, daran hat sich über die Jahre nichts geändert. Die deutsche Delegation ist in der Vergangenheit vergleichsweise stabil geblieben, was so auch für das übrige Westeuropa gilt. Während sich die Zahl der Teilnehmer dem aus arabischen Raums, aber auch aus Staaten im südlichen und östlichen Afrika vervielfacht hat. Auch die Delegationen aus China und Indien, sowie anderen Staaten Asiens sind seit 1990 auf ein Vielfaches gewachsen. Gemessen an seiner Position als zweitgrößte Volkswirschaft der Welt, ist aber China beispielsweise stark unterrepräsentiert.