Beziehungstest der besonderen Art: Frankreichs Finanzministerin Lagarde darf die deutsche Wirtschaft beurteilen. Was für eine Steilvorlage.
Ironie ist so ziemlich die letzte Eigenschaft, für die die Finanzminister der Euroländer bisher bekannt sind. Aber genau dieses Gespür bewiesen sie bei einem ihrer jüngsten Beschlüsse. Sie verdonnerten die französische Finanz- und Wirtschaftsministerin Christine Lagarde dazu, im Oktober einen umfangreichen Bericht zur Lage der deutschen Wirtschaft, deren Wettbewerbsfähigkeit und dem Sparpaket der Bundesregierung abzugeben. Die Aufgabe ist heikel. Sie hat das Potenzial, öffentlich zu zeigen, ob die Harmonie in den deutsch-französischen Beziehungen echt oder bemüht ist.
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Frankreichs Ministerin Lagarde hat ein Problem mit der deutschen Wirtschaftspolitik - demnächst darf sie mal wieder Tacheles reden. Ganz offiziell. (© rtr)
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Genau diesen deutsch-französischen Beziehungstest dürften die Finanzminister der übrigen Euroländer im Sinn gehabt haben, als sie darauf drangen, ausgerechnet der resoluten Französin die Lizenz zum Kritisieren zu erteilten. Zwar schreiben Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Kanzlerin Angela Merkel immer öfter Briefe, in denen sie ihre gemeinsamen Interessen hervorheben und die übrigen Partner bitten, sie zu unterstützen. Doch die europäischen Regierungen hegen längst Zweifel, ob die beiden Länder wirklich so einig sind.
Deutsche Wirtschaftspolitik am Pranger
Lagarde ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Erst im Frühjahr hatte sie öffentlich erklärt, dass die Deutschen zulasten ihrer Partnerländer wirtschafteten: Sie exportierten viel, konsumierten aber selbst kaum. Dieser Kritik hatten sich zahlreiche Euroländer angeschlossen, allerdings meist hinter verschlossenen Türen. Die Regierung in Berlin reagierte verstimmt, Paris sah sich gezwungen, öffentlich zurück zu rudern.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mühte sich am Dienstag in Brüssel, die Brisanz des französischen Stresstests für Deutschland zu bagatellisieren. Die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland seien eng und konstruktiv. "Wir machen das meiste gemeinsam", sagte er. Er freue sich schon auf die Einschätzung, die seine Kollegin Lagarde geben werde. "Sie werden sehen, alles wird in größter Harmonie verlaufen", fügte er hinzu.
In der Eurogruppe ist es üblich, dass ein Land ein anderes beurteilt. Deutschland hatte diese Aufgabe am vergangenen Montag für Spanien übernommen.
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(SZ vom 14.07.2010/mel)
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Dieser schlechtgeführte Laden ist zum Abzocken Deutschlands gut und zu sonst nichts. Die Franzosen sind nicht in der Lage, wirtschaftlich zu denken. Da läuft alles bloß wirtschaftspolitisch oder besser noch 'politwirtschaftlich'.
. . . "konsumierten" aber selbst kaum".
Super, wie soll man denn "konsumieren",
wenn vielen Menschen das Geld dafür fehlt.
Unsere Netto/Brutto-Regierung sorgt doch dafür,
dass einige bei Käfer und Co. kaufen können
und der Rest beim Discounter. Und war es doch
unsere Kanzlerin, die vor Jahren Brutto und Netto
nicht unterscheiden konnte? Die dann aber lieber
für reichlich Steuergeld ein Fußballspiel in Südafrika
anschaut. Ebenso wie unser jugendlicher Präse, den
wir jetzt für den Rest seines Lebens alimentieren
dürfen. Von der Westerwelle ganz zu schweigen.
Die alle schicken ihr Personal sicher zum Metzger
ihres Vertrauens, Rinderfilet kaufen!
Mal sehen, ob uns wenigstens die Franzosen vor der Katastrophe von Schwarz-Gelb in Schutz nehmen, indem sie mehr Egalité und Fraternité anmahnen. Brüderle, der sich bei Fraternité sicher positiv angesprochen fühlt, mal ordentlich die Leviten zu lesen, wäre schon viel wert.