Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger ist alles - nur nicht bequem. Nach der Berliner Wahlpleite rechnet er mit der FDP ab: Die Liberalen betrieben Staatenrettung nach dem Prinzip schwäbischer Hausfrauen, von Wirtschaft jedoch habe die Partei keine Ahnung.
sueddeutsche.de: Herr Bofinger, die FDP ist der große Verlierer der Berlin-Wahl. Dabei hatten die Liberalen doch noch schrill die Pleite Griechenlands gefordert. Konnten sie damit bei den Wählern nicht punkten?
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Peter Bofinger ist frustriert: Die Idee eines Tilgungsfonds als Lösung der Euro-Krise wurde ohne nähere Prüfung abgelehnt. (© AP)
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Peter Bofinger: Die FDP hat mit dem Feuer gespielt. Einfach nur die Insolvenz Griechenlands vorzuschlagen und sonst nichts, das war hochriskant und grundsätzlich falsch. Vernünftiger wäre eine Schuldenreduzierung im Rahmen eines geordneten Verfahrens. Ein Schuldenschnitt für Griechenland ist nur dann vertretbar, wenn gleichzeitig durch Eurobonds dafür gesorgt wird, dass Ansteckungseffekte auf andere Länder vermieden werden können. Das ist wie wenn Sie einen Altbau sanieren und eine tragende Wand entfernen wollen: ohne eine umfassende Absicherung kann das Ganze schnell zusammenbrechen.
sueddeutsche.de: Ein Unternehmen soll auch insolvent gehen, wenn es pleite ist. Was war so falsch daran, dass FDP-Chef Rösler dasselbe nun auch für Griechenland vorgeschlagen hat?
Bofinger: Es ist noch keine zwei Monate her, dass die EU-Staaten sich auf ein Griechenland-Rettungspaket geeinigt haben. Und jetzt kommt der deutsche Vizekanzler und stellt das wieder alles in Frage. Europa ist derzeit in einer extrem gefährlichen Situation, bei der es nicht um akademische Diskussionen, sondern um die Frage der richtigen intensiv-medizinischen Maßnahmen geht.
sueddeutsche.de: Rückendeckung bekamen die Liberalen zuletzt von 16 prominenten Wirtschaftsprofessoren, Ihren Kollegen also ...
Bofinger: Es ist etwas anderes, ob man sich als Vizekanzler oder als Universitätsprofessor zu Wort meldet.
sueddeutsche.de: Nun sind es aber durchaus hochkarätige Experten - wie Hans-Werner Sinn -, die ähnlich wie die Liberalen argumentieren. Was ist an den Griechenland-Plänen der FDP also falsch?
Bofinger: In Deutschland wird total übersehen, dass es kein Land gibt, in dem so viele Sparmaßnahmen innerhalb so kurzer Zeit und so massiv durchgesetzt worden sind wie in Griechenland. Die derzeit in Deutschland geführte Diskussion ist also völlig daneben. Die Griechen sparen nicht zu wenig, sie sparen sich derzeit zu Tode.
sueddeutsche.de: Viele FDPler dürften anderer Meinung sein.
Bofinger: Die Stammtischler glauben, das Sparen einer Volkswirtschaft wäre wie das Sparen einer schwäbischen Hausfrau. Wenn die mit ihrem Geld nicht mehr zurechtkommt, dann gibt die Familie einfach weniger aus. Das klappt dann auch, weil ihre Einnahmen konstant bleiben, sie gehen also nicht zurück, weil die Familie spart. Wenn man in einer Volkswirtschaft aber stark spart, dann gehen die Konjunktur in den Keller und die Steuereinnahmen weg. Der Währungsfonds hatte im April 2010 für Griechenland einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,1 Prozent prognostiziert, bei der Prognose im September 2010 waren es schon 2,6 Prozent, im April 2011 erwartete der Fonds eine Schrumpfung um 3,0 Prozent, derzeit muss man mit einem Einbruch von über fünf Prozent rechnen. Wenn in dieser Situation jeder zehnte Staatsbedienstete entlassen werden soll, wird alles nur noch schlimmer.
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Ein schöner Beitrag, dem ich voll zustimmen kann.
Gerade auf ihre Wirtschaftskompetenz hat FDP hat sich immer verlassen, bzw. auf diesen Ruf, genau wie ein Sprichwort sagt:
"Wer den Ruf eines Frühaufstehers hat, kann getrost den ganzen Tag im Bett bleiben."
Aber irgendwann kommen doch kluge, neugierige Leute dahinter, sollten Journalisten sein - die diesen Schwindel dann aufdecken.
Aha, der nonperforming Forist verwendet wieder mal englische Sätze und Herr Sinn "...declared the economics...". Da haben Sie bei Leo wohl das falsche Verb ausgewählt. Und von Volkswirtschaft, sollten Sie sich besser auch fernhalten, denn davon verstehen Sie scheinbar genauso wenig wie von der englischen Sprache...lol
"Jetzt wollen manche Mitforisten ernsthaft Herrn Sinns überragende Kompetenzen gewürdigt wissen^^ "
Hast Du das verlinkte pdf gelesen, Ja oder nein?
Warst du mit 36 Jahren Professor oder Hauptabteilungsleiter? Ich denke nicht. (Wolltest Du ja auch gar nicht, ich weiß.)
Oder verlässt Du Dich bei Deiner Analyse nur auf die von Dir angenommene Meinung angelsächsischer Volkswirtschaftsexperten; Experten die ihre Länder täglich näher an den Abgrund schieben sehen und doch nur das gleiche Geseiere von sich geben? Welche Ideen haben denn Krugman und Co. die nicht schon seit 50 Jahren die Selben sind? Während Du anderen mangelnde BWL-Kenntnisse vorwirfst, sind Deine eigenen VWL-Kenntnisse vor allem eines: Nicht vorhanden.
Wie wäre es denn einfach mal mit eigenen Lösungen, Ideen, Vorschlägen? Nein, dafür reichts halt einfach nicht. Schade.
Jetzt wollen manche Mitforisten ernsthaft Herrn Sinns überragende Kompetenzen gewürdigt wissen^^
Gehen Sie doch einfach mal irgendwo auf der Welt in Kreise von Volkswirtschaftlern und sagen Sie:
"well, dont you read the books written by Hans Werner Sinn? He declared the economics to the german people and established the "basar Ökonomie" in germany. He is well known there and he is also professor of the excellent LMU Munich"
Sie werden maximal ein Kopfschütteln erhalten. Wenn Sie viel Glück haben, war mal einer zu einem Symposium dort. Aber das ist eher schon wie ein sechser im Lotto. Deutschlands Volkswirtschaft hat sich großflächig abgeschafft. Wozu sollte diese Wissenschaft auch noch gut sein, wenn deren deutsche Vertreter dem Markt uneingeschränkt die Deutungshoheit zubilligen? Der hat ja sowieso recht.
Wenn Sie schon glauben, mit Ihren sehr beschränkten betreibswirtschaftlichen Kenntnissen punkten zu können, dann sei mir eine Frage gestattet.
Sie plädieren für pleite, wie eben bei Ihrer Unternehmung. Ihr Unternehmen wird liquidiert, die Mitarbeiter hingegen dem bösen Staat zur Weiterverwendung überstellt. Der Betriebswirtschaftler hat mit dem arbeitslosen Pack also nichts mehr am Hut und preist dann plötzlich die Segnungen der Sozialversicherung. Gut, das nur am Rande.
Jetzt legen wir mal dieses Szenario auf den Staat Griechenland um. 1. Unterschied: Der verschwindet nicht, auch wenn Sie dem noch sehr die Pleite wünschen. Der geht einfach nicht weg. Auch nicht mit Husch Husch und Hex Hex.
Aber wenn wir jetzt Ihr Denkmodell trotzdem fortführen, dann suchen sich 7 Millionen Hellenen eben einen neuen Staat. (analog zu neuer Arbeit) Ich hoffe, bei Ihnen im Vorgarten ist noch genug Platz für den ein oder anderen Hellenen...
Jessas.
Paging