Der Bund springt den Großkonzernen zur Seite: In Anlehnung an den Bankenrettungsschirm sollen offenbar weitere Branchen gestützt werden - und zwar schnell.
Die große Koalition arbeitet an einem Rettungsschirm für Unternehmen mit Finanzierungsproblemen. In Regierungskreisen hieß es am Mittwoch in Berlin, dabei werde an Kredithilfen gedacht. Erwogen wird offenbar ein Volumen von bis zu 100 Milliarden Euro, das der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ins Gespräch gebracht hatte.
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Drückt aufs Tempo: Bundeskanzlerin Angela Merkel plant rasche Hilfe für angeschlagene Unternehmen. (© Foto: ddp)
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Das Instrument soll Teil des zweiten Konjunkturpakets der Regierung werden, das am Montag beschlossen werden soll.
Einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge fürchtet die Regierung, dass große Konzerne im Laufe des Jahres wegen der Finanzkrise Liquiditätsprobleme bekommen könnten.
Deshalb soll eine koalitionsinterne Arbeitgruppe "branchenspezifische Lösungen" suchen, auf die sich die Spitzen von Union und SPD bei ihrem Treffen am Montag verständigt hatten.
Bei der KfW angesiedelt
In Regierungskreisen hieß es, eine staatliche Beteiligung am Eigenkapital von Unternehmen sei nicht geplant. Diesen Vorschlag hatte Rüttgers am Wochenende ins Gespräch gebracht. "So wie sich Rüttgers das vorstellt, wird das nicht kommen", hieß es in einem Ministerium, das an der Ausarbeitung des Konzepts beteiligt ist.
Wie der Rettungsfonds für die Finanzbranche, Soffin, könnte das Vehikel aber Kreditgarantien für Unternehmen geben. Angesiedelt werden könnte es bei der Staatsbank KfW, die dafür mit entsprechenden staatlichen Garantiezusagen ausgestattet würde.
In den Kreisen wurde betont, dass eine Entscheidung über den Rettungsschirm oder seine genaue Ausgestaltung noch nicht gefallen sei. Die Financial Times Deutschland berichtete unter Berufung auf Unionskreise, vor allem Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dringe darauf, den Firmen schon am Montag Hilfen zuzusagen.
Die Summe von 100 Milliarden Euro sei im Koalitionsausschuss genannt worden. Die KfW hatte bereits im ersten Konjunkturpaket die Möglichkeit erhalten, mit bis zu 15 Milliarden Euro das Kreditangebot für den Mittelstand zu verstärken. Dazu kann sie bis zu 80 Prozent der Haftungsrisiken der Hausbank übernehmen.
"Rettungsschirm für die Großen problematisch"
Das Blatt berichtete, in Betracht gezogen werde auch eine direkte Kreditvergabe des Staats über eine Behörde, etwa über den Soffin. In Regierungskreisen galt das allerdings als unrealistisch, weil in diesem Fall der Staat auch die Bilanzen der Unternehmen bewerten und Kreditrisiken einschätzen müsste.
Nach den Vorstellungen von Rüttgers wäre auch eine staatliche Beteiligung an Dax-Konzernen möglich. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DUÍHK) wies dies zurück. Auch der Einzelhandelsverband HDE wandte sich dagegen. "Ein Rettungsschirm für die Großen ist problematisch, weil dann der Eindruck entsteht, dass der Mittelstand im Regen stehengelassen wird", sagte ein Sprecher.
Zurzeit spricht die deutsche Tochter des US-Autobauers General Motors, Opel, mit der Bundesregierung über Hilfen. In Regierungskreisen hieß es, bei dem Rettungsschirm werde zuallererst an die Automobilbranche gedacht.
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(sueddeutsche.de/Reuters/pak/mel)
Gysi gegen Lafontaine
12. Januar 2009 um 10:00 Uhr
McKinsey macht die Politik
Verantwortlich: Wolfgang Lieb | Druckversion | Beitrag versenden | zurück
Jürgen Rüttgers ist in seiner politischen Karriere dafür berüchtigt, dass er knallharte konservative Politik betreibt und sich durch populistische Vorstöße ein dynamisches, meist noch soziales Image gibt.
Vor einer Woche machte er mal wieder mit der tollen Idee eines Deutschlandfonds, einem100-Milliarden-Euro-Schutzschirm für krisengeschüttelte Unternehmen einen publizistischen Vorstoß. Wer nun denkt, Rüttgers hätte einen so riesig dimensionierten Fonds intensiv mit Fachleuten diskutiert oder Gutachten eingeholt, um ein durchdachtes wirtschaftspolitisches Konzept vorzulegen, der irrt gewaltig. Nichts dergleichen ist geschehen.
Jetzt erfahren wir, dass ihm die Unternehmensberatungsfirma McKinsey in Person von Jürgen Kluge diesen Floh ins Ohr gesetzt hat. Wolfgang Lieb
Ich bin ein überzeugter Marktwirtschaftler, ich sehe aber auch durch meine Klientengespräche, in welcher Größenordnung eine Pleitewelle auf uns zukommt. Deshalb habe ich Anfang Dezember bei NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers den Deutschlandfonds angeregt, sagte Jürgen Kluge, Chef des Sparte Öffentlicher Sektor der internationalen Unternehmensberatung McKinsey, auf Anfrage der WAZ.
........................www.nachdenkseiten.de/?p=3697
Etliche gefallen sich offenbar gegenwärtig darin, Subsidiarität zu überspringen oder wegzudekretieren. Der Effekt eines solches Vorhabens ist jedoch allein, wie inzwischen leidlich bekannt, seinen Kopf an der Wand einzurennen, weil Subsidiarität, wie Karl Marx im Vorwort zur Kritik der politischen Ökonomie schrieb, eben nicht übersprungen oder wegdekretiert werden kann. Nicht hintergehbar ist deshalb, nach wie vor privat zu wirtschaften, auf dass ein bestimmtes Surplus davon allgemein wird. Die umgekehrte Möglichkeit gibt es nicht!
Der Kapitalismus hat sich von der Marktwirtschaft abgekoppelt und verdient sein Geld nicht mehr durch Produkte, die auf dem Markt von Konsumenten mit Kaufkraft gekauft werden.
Der Kapitalismus wird vom Staat finanziert, von Steuern und Sozialabgaben der Bürger, der Arbeitnehmer. Das ist das Problem. Ohne staatliche Stützung des Kapitalismus würde sich das Lohndumping selbst zugrunde richten.
Aber wenn Unternehmen an zahlungsunfähige/-willige Kunden im Ausland verkaufen und der Bund mit Hermes-Bürgschaften 117 Milliarden aus Steuergeldern und über Umwege aus veruntreuten und "eingesparten" Sozialbeiträgen für die Kunden im Ausland bezahlt, ist die Marktwirtschaft beerdigt.
Als es noch eine Sozialdemokratie gab, hat Willy Brandt mal gesagt Zitat:
"Niemand, der den Mechanismus versteht, wird den MARKTWIRTSCHAFTLICHEN Prozess aufs Spiel setzen wollen.
Doch ich habe mich andererseits dagegen gewehrt, dass mit dem Schlagwort der sozialen Marktwirtschaft teils eine plumpe Sozialisierung der Verluste, also Kapitalismus mit beschränkter Haftung betrieben und dieser Begriff außerdem häufig als Deckblatt für die Unantastbarkeit von Privilegien missbraucht wird."
Wer einen Überblick darüber erhalten will, in welchem Maße er von der Frau Kandesbunzlerin auf Befehl des Kapitals über den Tisch gezogen wird, der lese:
www.mack-weise.de/pdf/aktuell/Inflation_Um_jeden_Preis.pdf
Man muss ja nicht dumm zugrunde gehen....
Die Exportkapitalisten exportieren fleißig weiter, obwohl das Ausland schon zahlungsunfähig ist.
Dafür gibt der Staat jetzt 117 Milliarden, um die Zahlungsausfälle auszugleichen. Die arbeiter, die sich die Produkte nicht leisten können zahlen sie mit ihren Steuern und Sozialabgaben über Generationen hinweg für für wen eigentlich? Für die Kapitalrenditeempfänger, die können ohne durch Kaufkraft gedeckte Nachfrage verkaufen und die Solidargemeinschaft zahlt.
Kapitalismus ohne Marktwirtschaft auf Kosten der Menschen in Deutschland.
Diese Hermes-Bürgschaften sind für 2009, 2009!!!! schon zu 80% aufgebraucht, da WIRD die Union noch mächtig nachlegen. Wer soll sie stoppen? Die SPD? Hahahahahah
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