"In der Krise war es richtig, mehr Schulden zu machen. Aber was in der Krise richtig war, ist nach der Krise falsch", schreibt der Minister. "Nach der Krise müssen wir die Neuverschuldung wieder reduzieren, um die Gesamtverschuldung in den Griff zu bekommen."

FDP faction leader Homburger gestures during an interview with Reuters in Berlin Bild vergrößern

FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger forderte Nachbesserungen am Sparpaket. (© REUTERS)

Anzeige

In Deutschland hält Schäuble Steuer- und Abgabenentlastungen dennoch für möglich. Der Spielraum dafür sei zwar begrenzt, aber mittelfristig werde die Regierung "sich ergebende Handlungsspielräume nutzen". "Ich schließe Steuersenkungen als Teil einer wachstumsfreundlichen Konsolidierungspolitik nicht aus, wenn sie unter Einhaltung der Schuldenbremse möglich sind. Wichtiger ist es jetzt erst einmal, die Steuern zu vereinfachen."

Für die Reform der Kommunalfinanzen kündigte Schäuble Veränderungen bei Einnahmen und Ausgaben an. "Die Steuereinnahmen der Kommunen schwanken im Zeitablauf stark, und viele Kommunen haben damit Schwierigkeiten. Zudem klagt die kommunale Gemeinschaft zu Recht darüber, durch stärkere Vorgaben der Länder und des Bundes vor allem im Sozialbereich immer weniger Handlungsspielraum vor Ort zu haben."

FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger hat unterdessenNachbesserungen am Sparpaket der Bundesregierung gefordert. "Am Paket wird es mit Sicherheit noch Änderungen geben", sagte sie dem Hamburger Abendblatt. "Zum Beispiel werden wir uns den Kabinettsbeschluss zum Insolvenzrecht von dieser Woche genau anschauen." Der Fiskus dürfe nicht den ersten Zugriff haben, wenn ein Unternehmen zahlungsunfähig werde. Homburger kündigte zudem an, die schwarz-gelbe Koalition werde die Etats aller Ressort "auf weitere Einsparpotenziale abklopfen".

Forderungen, Gutverdiener stärker an der Haushaltskonsolidierung zu beteiligen, lehnte die FDP-Politikerin ab. "Wir wollen den Aufschwung fördern und nicht abwürgen," sagte sie zur Begründung. Zugleich forderte Homburger weitere Steuersenkungen noch in dieser Wahlperiode. Zwar habe die Koalition die Haushaltssanierung in den Vordergrund gestellt. Sie könne es aber "schaffen, noch in dieser Legislaturperiode die Spielräume zu erarbeiten, um die unteren und mittleren Einkommensgruppen weiter zu entlasten". Die gute wirtschaftliche Entwicklung werde dabei helfen.

Homburger verwies zudem auf Pläne der Koalition, das Steuerrecht in diesem Herbst zu vereinfachen, "beispielsweise durch eine vom Finanzamt vorausgefüllte Lohnsteuererklärung". Die Vereinfachung bringe eine Entlastung der Bürger im Umfang von schätzungsweise 500 Millionen Euro. "Aber wir werden uns nicht darauf beschränken", hob die FDP-Fraktionsvorsitzende hervor.

Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2

  1. Nur nicht blenden lassen
  2. Sie lesen jetzt Mehr Handlungsspielraum für Kommunen
Leser empfehlen 

(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/dapd/AFP/holz/cgr)