Gute Nachrichten: BMW fährt die Produktion wieder hoch und der Quelle-Katalog wird weiter gedruckt. Die Milchbauern müssen für ihre Glücksmeldung noch kämpfen. Ein Überblick.

Der Motor springt wieder an: Der Autokonzern BMW schöpft Hoffnung auf eine Trendwende in der kriselnden Branche. Vertriebsvorstand Ian Robertson sprach von "ermutigenden Signalen" im Markt. "Wir werden die Produktion in den nächsten sechs Monaten wieder anfahren", sagte Robertson der Financial Times.

BMW-Werk Dingolfing, dpa

In Dingolfing wird die Kurzarbeit zurückgefahren. In dem niederbayerischen BMW-Werk arbeiteten 10.500 Mitarbeiter kurz - von konzernweit 12.200. (© Foto: dpa)

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Die Belebung sei nicht nur auf den Produktionshochlauf des 5er Gran Turismo (GT) und des kleinen Geländewagens X1 zurückzuführen, sagte Robertson. Auch die Lagerbestände in Märkten, wo Kunden die Modelle direkt vom Hof des Händlers kaufen, seien weitgehend abgebaut und müssten wieder aufgefüllt werden, ergänzte ein BMW-Sprecher.

Die Aktien von BMW legten am Dienstagvormittag knapp vier Prozent auf 27,68 Euro zu, die von Daimler 2,5 Prozent auf 26,35 Euro. Die Kurzarbeit werde weiter zurückgefahren, sagte der BMW-Sprecher.

Im niederbayerischen Dingolfing, wo BMW seine großen Baureihen 5er, 6er und 7er fertigt, setzt der Konzern die Kurzarbeit wegen des Hochlaufs der GT-Fertigung im September und Oktober aus. In den beiden Folgemonaten gehe die Kurzarbeit voraussichtlich dann aber wieder weiter.

Dingolfing ist am stärksten von der BMW-Absatzflaute betroffen. Dort arbeiten 10.500 Mitarbeiter kurz, konzernweit sind es 12.200. Seit Februar hat BMW allerdings die Zahl der Kurzarbeiter bereits halbiert. Im britischen Mini-Werk holt das Unternehmen Leiharbeiter wieder an Bord, von denen es sich zunächst getrennt hattet, wie der Vertriebschef sagte.

Quelle-Katalog wird wieder gedruckt

Es fließt das Geld und damit auch die Druckerfarbe: Nach der Freigabe des staatlichen Rettungskredits für Quelle geht der Katalog wieder in Druck und wird an die Kunden ausgeliefert.

Das Geld für den Katalog sei am Montag eingegangen, die Auslieferung daraufhin unmittelbar aufgenommen worden, teilte die Schlott-Gruppe am Dienstag in Freudenstadt mit. Schlott druckt etwa ein Drittel der Quelle-Kataloge, rund zwei Drittel liefert Prinovis aus Itzehoe.

Das Unternehmen hatte bereits am Montagabend mitgeteilt, die Produktion und Auslieferung des Katalogs wieder aufgenommen zu haben.

Der 50 Millionen Euro schwere Rettungskredit für das insolvente Versandhaus hatte am Freitag die letzten Hürden genommen.

Das Geld soll den Geschäftsbetrieb sichern, ein Teil diente zur Finanzierung des für das Unternehmen wichtigen Katalogs. Quelle hatte zusammen mit der Konzernmutter Arcandor Insolvenz angemeldet.

Mit Kühen vor das Europaparlament

Mit einer Kundgebung in Straßburg haben mehrere hundert Bauern aus verschiedenen europäischen Ländern gegen sinkende Milchpreise protestiert.

Die Landwirte, darunter viele Vertreter des Bundesverbandes deutscher Milchviehhalter, zogen am Vormittag mit rund 80 Traktoren vor das Europaparlament, das sich zu seiner konstituierenden Sitzung versammelt hatte. "Bauern brauchen faire Preise - 40 Cent pro Liter", hieß es auf einem Transparent deutscher Demonstranten.

Mit von der Partie waren drei Kühe, darunter eine friesische Milchkuh, die in eine schwarze Robe gehüllt war. Organisiert wurde die Demonstration vom European Milk Board (EMB) und dem alternativen europäischen Bauernverband "Via Campesina".

In einer Presseerklärung protestierten die Veranstalter gegen Milchpreise zwischen 20 und 22 Cent pro Liter, die nach ihren Angaben die Produktionskosten nicht decken.

Am Vortag hatten die EU-Landwirtschaftsminister angesichts des Verfalls der Milchreise eine Verlängerung der staatlichen Hilfen für die Bauern beschlossen. Dazu sollen Interventionskäufe für Butter und Milchpulver verlängert werden.

BusinessWeek droht der Verkauf

Angesichts der Medien- und Werbekrise könnte das US-Wirtschaftsmagazin BusinessWeek als weiteres Traditionsblatt verkauft werden.

Der Verlagskonzern McGraw-Hill betätigte, dass für BusinessWeek alle strategischen Optionen geprüft würden. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. US-Medienberichten zufolge wurde bereits eine Investmentbank mit der Käufersuche beauftragt.

Vor einiger Zeit sei bereits mit der Finanznachrichtenagentur Bloomberg ergebnislos über einen Kauf verhandelt worden, schrieb der Medienreporter von BusinessWeek am Dienstag unter Berufung auf informierte Personen in seinem Blog.

Die Werbeeinnahmen des Wochenmagazins brachen laut Marktforschern zuletzt um mehr als 30 Prozent ein - und damit noch stärker als im Branchenschnitt. Die Auflage habe dagegen in den vergangenen Jahren stabil bei rund 936.000 gelegen.

Weltweit gebe es 4,8 Millionen Leser in 140 Ländern. BusinessWeek wurde 1929 gegründet und beschäftigt nach eigenen Angaben 190 redaktionelle Mitarbeiter.

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