Wirtschaft kompakt Rückschlag für Lufthansa
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Die EU-Kommission setzt Lufthansa ein Ultimatum - ohne neue Unterlagen werde die AUA-Übernahme nicht genehmigt. Die wichtigsten Kurzinfos aus der Wirtschaft.
Die geplante Übernahme der Austrian Airlines (AUA) durch die Deutsche Lufthansa hat einen ernsten Rückschlag erlitten. "Wenn wir nicht in den nächsten Stunden anständige Maßnahmen von Lufthansa auf den Tisch bekommen, wird es unmöglich sein, den Prozess in Gang zu bringen, um bis Ende Juli eine Entscheidung zu treffen", sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Freitag in Brüssel.
"In den nächsten Stunden" will die EU-Kommission neue Unterlagen von Lufthansa, sonst sei eine Entscheidung bis Ende Juli nicht möglich. Das Übernahmeangebot für die Austrian Airlines läuft nur bis zum 31. Juli.
(Foto: Foto: Reuters)Das Übernahmeangebot von Lufthansa für die angeschlagene österreichische Airline läuft am 31. Juli ab. Lufthansa hatte der EU-Kommission, die grünes Licht für die Übernahme geben muss, am Freitag informell neue Details vorgelegt.
"Hier wurden ein Schritt vor und zwei zurück gemacht", so die Bewertung des Sprechers. Ohne ein "Wunder" könne die EU-Kommission bis Ende Juli keine Entscheidung treffen.
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Noch mehr Kurzarbeit bei MAN
Der Lastwagenhersteller MAN weitet die Kurzarbeit massiv aus. Rund 17.400 der 20.000 Mitarbeiter der MAN Nutzfahrzeuge AG in Deutschland müssen im zweiten Halbjahr zwischen acht und 14 Wochen zu Hause bleiben, sagte Personalchef Dietmar Klein am Freitag in München. Entlassungen seien aber ausgeschlossen.
MAN werde Kurzarbeit im Notfall 24 Monate lang durchhalten, betonte Klein. Das Unternehmen stocke das Kurzarbeitergeld auf 90 Prozent des Nettolohns auf und schicke jeden zweiten Betroffenen in Fortbildung.
Der Auftragseingang für Lastwagen und Busse sei im ersten Quartal um drei Viertel eingebrochen, "aber wir wissen, dass der Markt zurückkommen wird", sagte Klein.
Rund 12.000 Beschäftigte in den Lkw- und Busfabriken in München, Nürnberg, Salzgitter und Plauen müssten bis Jahresende "nochmal grausame 70 Tage" Kurzarbeit hinnehmen. Schon im ersten Halbjahr hatten sie mit Zwangsurlaub und Kurzarbeit 70 Tage pausieren müssen.
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Ende der Talfahrt in Sicht
Der drastische Konjunktureinbruch schwächt sich ab. Aus Sicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) dürfte von April bis Juni das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland noch um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal geschrumpft sein.
Im Vormonat waren die Forscher noch von einem Minus von 0,8 Prozent ausgegangen. Hintergrund der etwas optimistischeren Einschätzung sei, dass die Aktivitäten im Verarbeitenden Gewerbe nicht so stark zurückgingen und die Bautätigkeit etwas kräftiger expandiere als veranschlagt. In den kommenden Monaten drohten aber erhebliche Beschäftigungseinbußen.
"Die Signale für eine Bodenbildung nach dem beispiellosen Absturz um die Jahreswende verdichten sich", sagte DIW-Konjunkturexperte Stefan Kooths. Eine Stabilisierung genüge aber bei weitem nicht, um eine massive Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt aufzuhalten.
Es seien inzwischen Produktionsreserven entstanden, "die sich ohne eine kräftige Erholung der Auftragslage in der zweiten Jahreshälfte in einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit entladen werden."