Niedrige Preise für Sprit und Lebensmittel sorgen in diesem Jahr für eine Mini-Inflation. Außerdem: China entwickelt einen eigenen Passagier-Jet.

Die Preise in Deutschland sind 2009 so stabil geblieben wie seit zehn Jahren nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Lebenshaltungskosten um 0,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Für die vorläufige Berechnung zogen die Statistiker die Daten aus sechs Bundesländern heran.

Zapfsäule, Foto: ddp

Öl, Benzin und Lebensmittel sind 2009 deutlich günstiger geworden - die Verbraucher in Deutschland profitieren von der niedrigen Inflation. (© Foto: ddp)

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Eine ähnlich niedrige Jahresteuerungsrate wurde demnach zuletzt 1999 ermittelt, als die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent stiegen. Noch im vergangenen Jahr war die Inflation mit 2,6 Prozent relativ hoch gewesen.

Für die stabilen Preise sind nach Angaben der Behörde die stark gesunkenen Kosten für Sprit, Heizöl und Nahrungsmittel verantwortlich. Viele andere Waren und Dienstleistungen seien nur geringfügig teurer geworden.

Im Juli des laufenden Jahres wurde die niedrigste Teuerungsrate seit 1987 gemessen. Die Preise sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,5 Prozent. Für den Monat Dezember liegt die Inflationsrate nach den vorläufigen Berechnungen der Statistiker bei 0,8 Prozent.

Bauern-Präsident erwartet höhere Lebensmittelpreise

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, rechnet mit einem Preisanstieg für Lebensmittel im kommenden Jahr. Mit den bisherigen Niedrigpreisen sei "der Boden erreicht, so dass wir mit einem leichten Preisanstieg rechnen können", sagte Sonnleitner der Bild-Zeitung. "Das wäre mehr als fair."

Verbraucher könnten höhere Preise besser akzeptieren, wenn Nahrungsmittel in Deutschland wieder eine neue Wertigkeit bekämen, sagte Sonnleitner: "Die Deutschen definieren Nahrungsmittel über den Preis: Essen soll billig sein und nicht dick machen. Aber dass es Lebensqualität ist, Genuss, kommt zu kurz. So etwas wie 'Liebe geht durch den Magen', hört man nicht mehr."

Das niedrige Preisniveau sei durch einen "Kampf der Giganten" hervorgerufen, kritisierte der Bauern-Präsident: "340.000 Bauern stehen fünf große Discounter gegenüber, die den Markt so im Griff haben, dass sie alle ausspielen können."

Der Lebensmitteleinzelhandel trage seinen Wettbewerb auf dem Rücken der Bauern aus, praktiziere also Marktwirtschaft pur ohne jede gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Breche das Konstrukt ein, zahle der Verbraucher den Schaden, warnte Sonnleitner. "Langfristig kriegt dann der Verbraucher die Rechnung, wenn die Landwirtschaft stirbt, die Versorgungssicherheit nicht mehr gewährleistet ist und wir abhängig werden von Import und extremen Preisschwankungen."

China greift Airbus und Boeing an

China will seinen ersten selbst entwickelten Passagierjet in vier Jahren in die Luft bringen. Der Erstflug sei für 2014 geplant, die ersten Auslieferungen für 2016, berichtete die Wirtschaftszeitung China Business News unter Berufung auf Manager des Flugzeugherstellers Comac.

Das neue Flugzeug C919 soll in einer Fabrik des Konzerns in Shanghai produziert werden, für die am Montag der Grundstein gelegt wurde. Mit dem zunächst auf 150 Plätze ausgelegten Modell will China den Wettbewerb mit Boeing und Airbus aufnehmen.

Außerdem entwickelten die Chinesen ein militärisches Transportflugzeug, das mehr Nutzlast als das europäische Modell Airbus A400M tragen solle, schreibt die Financial Times Deutschland. In Internet-Expertenforen werde der Transporter mit der Bezeichnung Y-20 als Weiterentwicklung des russischen Modells Iljuschin-76 bezeichnet, so die Wirtschaftszeitung.

Auf der Internetseite Chinese Military Aviation werden weitere konkrete Angaben zu dem Y-20-Transporter gemacht. Er solle mit vier Jet-Triebwerken gut 50 Tonnen Nutzlast befördern können. Der Erstflug sei 2012 geplant, heißt es auf der Seite.

Solarstrom-Verband zu Verzicht bereit

Die Photovoltaik-Branche will der Bundesregierung anbieten, die Förderung der Einspeisung von Solarstrom zusätzlich um fünf Prozent abzusenken. Carsten Körnig, der Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW), sagte der Berliner Zeitung: "Es gibt aus Sicht der Branche moderate Spielräume für eine Senkung der Solarstromförderung über das gesetzlich festgelegte Maß hinaus."

Bei anhaltendem, starkem Marktwachstum sehe die Mehrzahl der Solarunternehmen in den nächsten zwei Jahren "einen Spielraum für eine zusätzliche Vergütungsabsenkung in Höhe von rund fünf Prozent".

Der BSW will die für Anfang 2011 vorgesehene Absenkung um neun Prozent zur Hälfte schon zum 1. Juli 2010 wirksam werden lassen. Anfang 2011 würden dann die restlichen 4,5 Prozent Absenkung gültig.

Darüber hinaus "könnte die Einspeisvergütung um maximal weitere fünf Prozentpunkte gesenkt werden", sagte BSW-Geschäftsführer Körnig. Die Höhe dieser zusätzlichen Senkung solle sich aber am Marktwachstum orientieren.

Dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) geht das Angebot des BSW allerdings lange nicht weit genug. "Die Förderung muss noch viel kräftiger sinken. Wir fordern eine zusätzliche Absenkung um 30 Prozent - so bald wie möglich", sagte VZBV-Energie-Experte Holger Krawinkel der Zeitung.

Eine Vergütung von 28 Cent pro Kilowattstunde biete ausreichend Anreiz zum Bau von neuen Solaranlagen. Derzeit werden bei kleinen Anlagen 43 Cent gezahlt.

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