Im Windschatten der Katastrophe im Golf von Mexiko haben die Ölmultis Royal Dutch Shell und Exxon Mobil Milliardengewinne erzielt. Höhere Öl- und Gaspreise sowie gestiegene Produktionsmengen ließen die Überschüsse der BP-Konkurrenten trotz des derzeitigen Verbots von Tiefsee-Ölbohrungen in den USA sprudeln. Shell profitierte zudem von massiven Kostensenkungen und Stellenstreichungen im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen.

Anzeige

Für den weiteren Geschäftsverlauf dämpfte der Chef des größten europäischen Ölkonzerns, Peter Voser, jedoch die Euphorie. Zwar sei der Ölpreis in diesem Jahr relativ stabil geblieben, sagte der Shell-Chef. Renditen, Gaspreise und die Nachfrage nach Ölprodukten blieben aber unter Druck. "Der Ausblick ist nach wie vor unsicher", betonte er.

Die Gas- und Ölproduktion Shells legte im zurückliegenden Quartal um fünf Prozent zu, Exxon erreichte hier ein Plus von acht Prozent. Dies schürte die Hoffnung, dass beide Unternehmen ihre Anleger bald wieder mit kräftigen Zuwächsen erfreuen können. Auch europäische Rivalen konnten ihre Produktion zuletzt steigern: Norwegens Branchenführer Statoil verbuchte im abgelaufenen Quartal ein Plus von zwei Prozent, der spanische Repsol-Konzern verzeichnete im ersten Halbjahr einen Anstieg von 4,9 Prozent im Vergleich zu Vorjahreszeitraum.

Exxon steigerte seinen Nettogewinn im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ohne Berücksichtigung von Sonderposten um 85 Prozent auf 7,56 Milliarden Dollar. Das Ergebnis von Shell stieg auf ähnlicher Basis berechnet um 34 Prozent auf 4,21 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen übertrafen damit die Prognosen der Analysten. Die Shell-Aktie gab in London dennoch 0,2 Prozent nach, die Papiere von Exxon in New York verloren in einem negativen Umfeld 0,9 Prozent.

Leser empfehlen 

(sueddeutsche.de/Reuters/dpa/apn/hgn/mel)