Wirtschaft kompakt GM-Pläne konkretisieren sich

Der US-Autohersteller General Motors (GM) könnte Kreisen zufolge noch in dieser Woche seine Unterlagen für einen Börsengang einreichen. Ein solcher Schritt der Opel-Mutter sei bereits am Freitag denkbar, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren mit der Sache vertrauten Personen.

Erwartet wird ein IPO mit einem Volumen von bis zu 20 Milliarden Dollar, einer der größten in der US-Geschichte. Über einen Börsengang des Autokonzerns wird seit Monaten spekuliert. Die Einreichung der Unterlagen für August war im Gespräch.

Zuletzt hatten das Unternehmen und seine Berater aber widersprüchliche Signale ausgesandt. Vor rund einer Woche hatte GM erstmals öffentlich erklärt, auf das Börsenparkett zurückkehren zu wollen. Ein Datum hatte Firmenchef Ed Whitacre aber nicht genannt.

Beflügelt werden dürften die GM-Börsenpläne durch die neuesten Unternehmenszahlen. Für das zweite Vierteljahr wies der Autokonzern mit 1,3 Milliarden Dollar netto seinen größten Quartalsgewinn seit sechs Jahren aus.

Nach einer Rosskur mit Fabrikschließungen und dem Abbau Tausender Arbeitsplätze war das Traditionsunternehmen erst im Vierteljahr davor mit einem Plus von 865 Millionen Dollar wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Umsatz stieg dank wieder anziehender Geschäfte in Nordamerika um 5,4 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar.

Mit dem Börsengang soll die US-Regierung vom Groß- zum Minderheitsaktionär werden. GM will den Schatten der unbeliebten Rettungsaktion durch den Staat abschütteln. Die US-Regierung hatte den Konzern 2009 mit rund 50 Milliarden Dollar an Steuergeldern vor dem Aus gerettet. Seither hält der Staat knapp 61 Prozent an dem einst weltgrößten Autohersteller.

Nach dem Branchenführer Eon stellt auch der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE wegen der geplanten Atomsteuer seine mittelfristigen Ziele infrage. "Eine solche Steuer würde unsere Ertragskraft erheblich schmälern - und damit auch den finanziellen Spielraum für Investitionen in erneuerbare Energien, CO2-arme Kraftwerke und zukunftsfähige Netze", sagte Vorstandschef Jürgen Großmann einer Mitteilung  zufolge. Die Politik stehe im Wort, klare Aussagen zur Zukunft der Kernenergie in Deutschland zu treffen und sie in ein tragfähiges Energiekonzept einzubinden. "Dies ist für unsere langfristig angelegten Investitionen zwingend erforderlich", sagte Großmann. Eine Brennelementesteuer soll von 2011 bis 2014 jährlich 2,3 Milliarden Euro in die öffentlichen Kassen spülen.

RWE rechnet damit, dass die Abgabe die Atombranche mit bis vier Milliarden Euro brutto pro Jahr belasten wird. Eon-Chef Johannes Teyssen hatte der Bundesregierung am Mittwoch bereits Orientierungslosigkeit in der Energiepolitik vorgeworfen und für den Fall einer Atomsteuer sogar mit der Abschaltung von Kernkraftwerken gedroht, weil diese dann nicht mehr rentabel zu betreiben wären.

RWE konnte im ersten Halbjahr seinen Gewinn kräftig steigern. Das betriebliche Ergebnis stieg um 21 Prozent auf fast fünf Milliarden Euro. Dabei profitierte das Unternehmen von der Konjunkturerholung und der Integration des im vergangenen Jahr gekauften niederländischen Energiekonzerns Essent. Der Umsatz legte um zwölf Prozent auf 27,4 Milliarden Euro zu. Insbesondere das Kraftwerksgeschäft legte zu - was auch daran lag, dass die beiden Atommeiler in Biblis länger als im Vorjahr am Netz waren. Trotz des starken ersten Halbjahrs hielt RWE an seiner vergleichsweise vorsichtigen Prognose für das laufende Jahr fest. Demnach will der Versorger das betriebliche Ergebnis um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern.