Der Preis für Butter wird bereits kommende Woche sinken. Außerdem: Wirtschaftsminister Brüderle hat Ärger mit der CSU - und der Wohnmobilhersteller Westfalia ist pleite.
Butter wird wieder billiger
Der weltweite Markt für Butter und andere Fette ist in den vergangenen Wochen deutlich eingebrochen. Gut für die Verbraucher, schlecht für die Bauern. (© Foto: dpa)
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Eine schlechte Nachricht für die Bauern, eine gute Nachricht für die Verbraucher in Deutschland: Butter wird bereits am kommenden Montag wieder billiger. Der Preis für ein 250-Gramm-Päckchen deutsche Markenbutter könne um 20 Cent auf 79 Cent sinken, wenn der Handel wie bisher üblich seine sinkenden Einkaufspreise in voller Höhe weitergebe, berichtete die Lebensmittel Zeitung.
Der Grund für den Preisrutsch: Auf dem weltweiten Markt für Butter und andere Fette sind die Preise in den vergangenen Wochen deutlich eingebrochen. Mit dem Auslaufen der bisherigen Kontrakte zwischen Handel und Industrie erreichen die neuen niedrigeren Preise voraussichtlich in der kommenden Woche auch die Verkaufsregale.
Bei anderen Milchprodukten wie Joghurt, Quark, Schlagsahne oder Vollmilch ist dagegen nach Einschätzung des Milchindustrie-Verbandes (MIV) vorläufig noch nicht mit einem Preisverfall zu rechnen. Hier liefen die geltenden Verträge noch bis zum Mai, sagte MIV-Geschäftsführer Michael Brandl.
Besonders die großen deutschen Discounter versuchten im vergangenen Jahr immer wieder, mit Niedrigpreis-Angeboten Kunden in ihre Geschäfte zu locken, was zu heftigen Protesten der Bauern führte. Im Oktober und November sind die Butterpreise dann spürbar angestiegen. Dies habe zu einer Steigerung der Produktion geführt, meinte Brandl. Die Folge sei nun das aktuelle Überangebot am Markt.
Westfalia stellt Insolvenzantrag
Der Wohnmobilhersteller Westfalia ist pleite. Die Firma stellte am Mittwoch Insolvenzantrag. Grund sei die 2009 dramatisch verschlechterte Marktentwicklung, teilte das Unternehmen mit. "Wir müssen deshalb davon ausgehen, dass der Einbruch bei unseren Reisemobilen im vergangenen Jahr von per Saldo rund 40 Prozent länger anhält", sagte Geschäftsführer Sven Dübbers. Angestrebt werde nun ein umfassender Neuanfang.
Besonders im ersten Halbjahr seien die Auftragseingänge auf Monatsbasis betrachtet um bis zu 70 Prozent eingebrochen, sagte Dübbers. Der leichte Aufschwung nach den Sommerferien 2009 bedeutete für das Unternehmen keine nachhaltige Lösung seiner wirtschaftlichen Probleme. Zudem zeichne sich auch in diesem Jahr keine grundsätzliche Besserung ab. Das Überleben in der aktuellen Struktur sei nicht mehr gewährleistet, sagte Dübbers.
Im Insolvenzverfahren solle nun ein Insolvenzplan vorbereitet werden, der die Fahrzeugproduktion langfristig sicherstellen kann. Die Option der Eigenverwaltung wird angestrebt. "Wir gehen davon aus, dass der heutige Schritt die Chance eröffnet, das Unternehmen nach Abschluss des angestrebten Planinsolvenzverfahrens in einer neuen Konstellation fortführen zu können", betonte Dübbers.
Derzeit hat das Traditionsunternehmen rund 170 Mitarbeiter. Der Umsatz lag 2008 bei rund 40 Millionen Euro. Das Unternehmen gehört zur Münchner Industrieholding Aurelius AG.
CSU greift Brüderles Zerschlagungspläne an
Mit seinen Gesetzesplänen zur möglichen Zerschlagung von Konzernen bringt Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) die Union zunehmend gegen sich auf.
CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt warnte vor staatlicher Willkür, wenn die Regierung so massiv in die freie Wirtschaft eingreife. Brüderle setzt mit der Initiative eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um.
Die FDP reagierte daher gereizt auf die Kritik des Regierungspartners. Generalsekretär Christian Lindner riet Dobrindt, er werde als "ordnungspolitisches Gewissen" dringender "bei den Aufräumarbeiten nach dem bayerischen CSU-Bankendesaster" um die BayernLB als in Berlin gebraucht. Dobrindt mache sich "zum Anwalt dominanter Konzerne, die um ihre Macht über Verbraucher und Wettbewerber fürchten", sagte Lindner.
Brüderle verteidigte seine Pläne. "Wir geben dem Bundeskartellamt ein weiteres Schwert in die Hand, das nur im äußersten Notfall eingesetzt werden soll." Der Staat sollte die Chance erhalten, große Konzerne, die Wettbewerb verhindern, als letzte Möglichkeit auch zerschlagen zu können.
Das Gesetz, das im Herbst beschlossen werden soll, ziele nicht auf einzelne Unternehmen oder Branchen. "Ein solches Instrument gilt für alle", sagte Brüderle. In anderen EU-Ländern und den USA gebe es das schon seit Jahren. Dobrindt hat Zweifel, ob die Pläne mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Eine staatlich verordnete Zerstückelung von Unternehmen, die keinen Missbrauch mit ihrer Marktstellung betrieben, wäre staatliche Willkür, sagte er der Financial Times Deutschland. "Das hätte mit sozialer Marktwirtschaft nicht mehr viel zu tun, sondern das überschreitet die Grenze zur Planwirtschaft".
Der enge Mitarbeiter von CSU-Chef Horst Seehofer warnte vor erheblichen Nachteilen für die Verbraucher durch das geplante "Entflechtungsgesetz". Die ersten Opfer wären regionale Wasserversorger, Energieversorger, die Post und die Bahn. "Das Gesetz darf nicht dazu führen, dass es einen Ausverkauf deutscher Unternehmen gibt, die erst filetiert und dann Übernahmekandidat für ausländische Konzerne werden." Auch der Industrieverband BDI warnte Brüderle davor, übers Ziel hinauszuschießen.
FDP-Wirtschaftspolitiker wollen mit dem Gesetz vor allem die Deutsche Post aufs Korn nehmen. Der Ex-Monopolist hat im Briefgeschäft noch immer einen Marktanteil von etwa 90 Prozent. Der Staat ist mit rund 30 Prozent an der Post beteiligt. Auch die großen Stromkonzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall müssten ein schärferes Wettbewerbsrecht fürchten. Das Kartellamt könnte ihnen noch stärker auf die Finger klopfen.
Boeing fliegt in die schwarzen Zahlen
Der von hauseigenen Problemen und der Wirtschaftskrise heimgesuchte Flugzeug-Hersteller Boeing hat die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft. Im vierten Quartal verdiente das Unternehmen unterm Strich knapp 1,3 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr war noch ein Verlust von 86 Millionen Dollar angefallen. Technische Schwierigkeiten mit dem Langstrecken-Flugzeug 787 Dreamliner und dem neuen Jumbo-Jet 747-8 hatten Boeing auch im Vorquartal tief ins Minus gedrückt.
Dank eines noch aus der Boomzeit vollen Auftragsbuchs stieg der Umsatz um 42 Prozent auf 17,9 Milliarden Dollar. Im Vorjahr hatte zudem ein Streik die Produktion teils zum Erliegen gebracht. Aufs Jahr gesehen erreichte Boeing sogar einen Rekordumsatz.
"Wir haben einen starken Endpunkt für 2009 gesetzt, indem wir die 787 in die Luft gebracht haben", sagte Boeing-Verwaltungsratschef Jim McNerney am Firmensitz in Seattle. Im laufenden Jahr sieht er allerdings "erhebliche Herausforderungen" vor Boeing liegen. Die Wirtschaftskrise hatte die Bestellungen einbrechen lassen. Wegen der technischen Pannen traten zudem viele Kunden vom Kauf des Dreamliner zurück. Die ersten Maschinen sollen am Ende des Jahres ausgeliefert werden. Die Aktie fiel in einer ersten Reaktion vorbörslich um mehr als zwei Prozent.
Den Umsatz sieht das Management in diesem Jahr von 68,2 Milliarden Dollar auf 64 bis 66 Milliarden Dollar fallen. Erst 2011 soll es wieder aufwärts gehen, wenn die Produktion des Dreamliners und des neuen Jumbo-Jets voll angelaufen ist. Der Gewinn soll 2010 bei 3,70 bis vier Dollar je Aktie herauskommen. In diesem Jahr hatten die technischen Schwierigkeiten das Ergebnis je Aktie um die Hälfte auf 1,84 Dollar einbrechen lassen.
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Das Entflechtungsgesetz soll doch nur für Spenden an die Mövenpick-Partei sorgen: Entweder Du spendest oder Du wirst entflechtet und die Entflechteten werden dann an parteispendete Firmen und/oder FDP-Mitglieder verscherbelt. An die wirklich Großen, wie Energieversorger traut er sich nicht ran und die spenden auch fleißig.