Was nun? Was sollen die Wirtschaftspolitiker bei solch desaströser Beratung tun? Für eine kurzfristige Stärkung des inländischen Konsums durch die Lohnpolitik ist es jedenfalls zu spät. So wurde etwa in der Metallbranche vereinbart, dass ein Teil der Lohnerhöhung davon abhängt, ob sich die Geschäfte bis Ende 2009 positiv abhängen. Dieser zweite Teil der Lohnerhöhung von 2,1 Prozent wird wegen Rezession entfallen, so dass es beim mageren ersten Teil in Höhe von 2,1 Prozent bleiben wird.
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Um zu den richtigen Schlussfolgerungen zu kommen, muss man zunächst begreifen, dass das, was einzelwirtschaftlich vernünftig aussah, gesamtwirtschaftlich vollkommen falsch war. Die Zersplitterung der Tariflandschaft macht eine Lohnentwicklung, die die Gesamtwirtschaft stabilisiert, unmöglich. Notwendig wären flächendeckende Lohnabschlüsse in Höhe der mittelfristig zu erwartenden gesamtwirtschaftlichen Produktivitätssteigerung plus der Inflationsrate, die die Zentralbank anstrebt. So ließen sich Deflation und Depression abwenden. Stattdessen ist sich jeder Unternehmer selbst der Nächste. Alle drücken gnadenlos die Löhne, die Arbeitnehmer schlucken es aus Angst vor dem Arbeitsplatzverlust.
Bleibt nur der Staat als Vertreter gesamtwirtschaftlicher Interessen. Nur er kann einen massiven Absturz verhindern, indem er die öffentlichen Investitionen massiv aufstockt, und ebenso die Einkommenshilfen für Menschen mit den geringsten Einkommen. Hinzukommen muss eine extrem expansive Geldpolitik. Doch kaum wird in Europa dies offen diskutiert, schießen die Vertreter der alten Lehre zurück: So warnt das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank, Jürgen Stark, die Staaten Europas davor, jetzt bei den Staatsdefiziten in die Vollen zu gehen. Man würde Vertrauensverluste der privaten Haushalte riskieren, wenn man jetzt die Konjunktur anregte.
Das muss man sich bildlich vorstellen! Wenn diejenigen, denen man unter tatkräftiger Mithilfe der Notenbanken seit Jahren eine Teilhabe am wirtschaftlichen Fortschritt verweigert hat, jetzt sehen, wie der Staat Schulen saniert und den Ärmsten der Gesellschaft unter die Arme greift, sind sie verunsichert und geben das Geld nicht aus, das sie durch staatliche Aufträge verdienen oder das der Staat ihnen direkt zur Verfügung stellt. Absurder kann man nicht argumentieren. Diese Meinung vertritt der Chefvolkswirt einer Institution, die mehr als alle anderen auf der Welt mit ihrer Zinserhöhung vom Sommer 2008 beim Krisenmanagement versagt hat und jetzt in Panik die Zinsen senkt.
Wenn die Bundesregierung allein darauf setzt, die Nachfrage, die woanders geschaffen wird, nach Deutschland zu lenken, dann wird sie kläglich scheitern. Die Länder, die einen flexiblen Wechselkurs haben, werden sich wehren ihre Währung drastisch abwerten; andere werden auf Protektionismus setzen. Das gilt vor allem für die USA oder Großbritannien. Auch die anderen Euro-Länder werden nicht weiter bluten wollen. Wenn sie auch darauf setzen, die Kosten zu senken, wird das ganz Europa in den Abgrund ziehen - und die Deflation beschleunigen.
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(SZ vom 10.12.2008/mel)
Man stelle sich doch bitte die Bundeskanzlerin und den Finanzminister einmal vor und Figuren ergehen sich seit einiger Zeit, jeder für sich, in immer neuen Horrorszenarien.
Jahrelang hat man dem Treiben in den USA und anderswo zugesehen und die Politik der nicht beherrschbaren Risiken verteidigt. Schlimmer noch, man hat die "Finanzprodukte" als modern bezeichnet. Wie bitte sehr soll den die Regierung auf die immer dramatischeren Nachrichten reagieren. Wenn in den übrigen Ländern ständig beklag "Experten" zu. Natürlich stimmt es, dass die Auftragseingänge dramatisch rückläufig sind, wie in der Metall - und Elektroindustrie. Es steht aber nirgends geschrieben, wie hoch der Gesamt-Vorlauf ist. Hier wird offenbar von interessierter Seite die Wirtschaftslage in unerträglicher Weise weiter schlecht geredet. Andererseits muss man H.Flassbeck in weiten Bereichen zustimmen. Das hat aber sehr viel damit zu tun, dass jeder, der Kenseyanisch argumentiert hat, sofort diskriminiert wurde. Inzwischen sind ganze Heerscharen bemüht, ihre Glaubwürdigkeit wieder zu gewinnen, indem sie die angebotsorientierte Politik verlassen und zur nachfrageorientierten Politik umschwenken wollen. Das ist niemals zu schaffen, weil: 1. die gesunkenen Einkommen das nicht zulassen und 2. Latent die Angst vor Arbeitsplatzverlust besteht. Beides wird noch durch die sogenannten " Experten" weiter befeuert. Das halte ich in der Tat für unverantwortlich! Hinzu kommt, dass in immer größerem Masse Arbeitgeber dazu übergehen, mit zweifelhaften bis unsittlichen Methoden ihre Mitarbeiter zu schröpfen.
Klar ist, dass die Unternehmen Geld verdienen sollen und auch müssen. Doch scheint die Balance schon seit einigen JAHREN aus dem Ruder gelaufen zu sein. Womit sich der Teufelskreis schließt. Man muss davon ausgehen, dass Obama ab Januar die Szene neu beleben wird, um der Welt - vor allen Dingen auch in Deutschland - zu zeigen, mit welchem verheerenden Mittelmaß dort gearbeitet wird.
Nachfrage nach hochqualifizierten Diensten insbesondere gegenwärtig ist mehr als reichlich vorhanden. Von einer Konsumschwäche zu reden, überspringt fiktiv reale Tatbestände. Flassbeck sollte sich daran erinnern, auch nur ein Mensch zu sein und deshalb nie fliegen zu können. Die Frage demgegenüber ist aus diesem Grund, weshalb private Konsumenten die Leistungen vor allem hochqualifizierter Dienste nicht entlohnen und dadurch enorme Skaleneffekte gezielt vereiteln und der Volkswirtschaft vorsätzlich Schaden zufügen. Der weit überwiegende Anteil derjenigen, denen die aufziehende Krise angeblich bange macht, sind daher nichts weiter als schnöde Heuchler und moralisch verkommen.
um vorgeben zu können diese verquere Logik zu verstehen.
Warum soll ich mit Geld, das ich nicht übrig habe, Dinge kaufen, die ich nicht brauche, um damit vielleicht Menschen zu imponieren, die ich unter Umständen nicht einmal ausstehen kann? Ich habe auch keine Lust auf Schnäppchenjagen, koste es was es wolle. Ich brauche eigentlich nur was zum Essen, zum Trinken, ein Dach übern Kopf, eine anstädnige Ausbildung für meine Kinder und einigermaßen gesicherte Verhältnisse für mich und meine Frau.
Was für ein blödsinniger Vergleich. Viele Amerikaner haben Schulden gemacht, weil dank Lohndumping zu wenig zum Leben hatten und immer noch haben. Nicht weil sie Lust am konsumieren und Schulden machen auf Teufel komm raus hatten. Berge von Schulden haben hauptsächlich diejenigen angehäuft, die mit geliehenem Geld gezockt haben.
irgendwie find ich das ganze Gerede vom Konsum irgendwo zwischen laecherlich und traurig. Wie wenn der Konsum das Ziel waere, und nicht das Mittel zum Zweck. Zweck ist doch in seinem Leben gluecklich zu werden.. und was waerz wenn man dazu keinen Konsum benoetigt? Dann bricht anscheinend die Gesellschaftsordnung zusammen..
Irgendwie sind hier die Prioritaeten nicht richtig gesetzt.. ich verstehe eigentlich nicht wieso alles immer wachsen muss? Frueher oder spaeter geht das doch eh nicht mehr.. ich schau mir nur mal die Bevoelkerungspyramide an.. um weiter so zu leben muss die Bevoelkerung wachsen, sonst haben wir eine "Rentnerschwemme".. dass die Bevoelkerung nicht ewig wachsen kann, scheint niemand zu bedenken. Ich weiss nicht ob es mit der Wirtschaft genauso ist, aber irgendwie scheint mir das alles ziemlich kurzfristig und auf Sand gebaut. Muessten wir nicht vielleicht, anstatt zu konsumieren, darueber nachdenken wie wir wirklich Mehrwert fuer die Gesellschaft schaffen? Indem wir lesen, uns zu Diskussionen treffen, anderen Menschen helfen. aber nein dafuer haben wir keine Zeit.. wir muessen ja konsumieren weil sonst die Wirtschaft zusammen bricht..
Vielleicht hat das auch sein gutes wenn wir jetzt alle Zeit haben weil wir arbeitslos sind.. wir haben mehr Zeit darueber nachzudenken was wirklich wichtig ist, und setzen es vielleicht sogar um..
Paging