In der Bieterschlacht um den Hamburger Windmühlenhersteller hat der indische Suzlon-Konzern nun eins draufgesattelt und seinen französischen Rivalen Areva abgehängt.
Im ersten Bieterwettstreit der Windkraftbranche ist die vierte Runde eingeläutet worden. Der indische Suzlon-Konzern stockt sein Angebot für den Windmühlen-Hersteller Repower auf und will jetzt 150 Euro je Aktie zahlen. Es wird erwartet, dass der französische Areva-Konzern nun seinerseits nachlegt.
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"5M" von Repower: Die größte Windenergie-Anlage der Welt ist 186 Meter hoch, hat einen Rotordurchmesser von 126 Metern und steht in Brunsbüttel. (© Foto: dpa)
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Seit fast drei Monaten liefern sich die beiden Großaktionäre der Hamburger Repower AG einen Wettkampf um die Übernahme der Mehrheit des Unternehmens.
Den Auftakt machte im Januar Areva: Der staatliche französische Atomkraftkonzern bot den übrigen Aktionären 105 Euro je Aktie; das entsprach einem Wert für das gesamte Unternehmen von 850 Millionen Euro, der bereits deutlich über der damaligen Börsenbewertung lag.
Repower: Beide Varianten gut
Im Februar wurde Areva von Suzlon überboten: Der indische Windkrafthersteller, den der Repower-Großaktionär Martifer unterstützt, bot 126 Euro je Aktie und damit gut eine Milliarde Euro für das gesamte Unternehmen.
Daraufhin legten die Franzosen auf 140 Euro nach, doch am Dienstag übertraf Suzlon deren Offerte abermals um zehn Euro je Aktie. Das entspricht einem Unternehmenswert von 1,22 Milliarden Euro. Areva will sein Angebot jetzt überdenken, teilte ein Sprecher am Dienstag mit.
Auch der Repower-Vorstand will sich nach Angaben eines Sprechers einige Tage Zeit lassen, um auf die neue Lage zu reagieren. Zuletzt hatten Vorstand und Aufsichtsrat den freien Aktionären empfohlen, das Angebot von Areva anzunehmen. Das bedeutet aber nicht, dass die Verwaltung sich damit eindeutig auf die Seite der Franzosen geschlagen hätte. Im Gegenteil: Der Vorstand hat stets versichert, er könne mit beiden Varianten gut leben.
Annahmeempfehlung erwartet
Unternehmensbeobachter erwarten daher auch, dass nach der jüngsten Aufbesserung die Annahme des Suzlon-Angebots empfohlen wird. Ausschlaggebend dürfte dabei allein der höhere Preis sein. Inhaltlich ist es nämlich selbst für den Vorstand schwierig zu entscheiden, welcher der beiden Bieter für die Zukunft von Repower strategisch gesehen der bessere ist.
Für Areva spricht dessen stabile Finanzkraft und eine gute geschäftliche Verbindung zu den großen europäischen Energiekonzernen, die wichtige Kunden für Repower werden beziehungsweise bereits sind.
Gegen Areva spricht, dass es sich um einen Staatskonzern handelt, in dem Entscheidungen möglicherweise etwas umständlicher und langsamer ablaufen als in Privatunternehmen. Allerdings gilt das Verhältnis zwischen dem Repower-Vorstandschef Fritz Vahrenholt und der Areva-Chefin Anne Lauvergeon als ausgezeichnet.
Unter dem Areva-Dach käme Repower wahrscheinlich als der Windkraft-Experte eine besondere Bedeutung zu. Regenerative Energien haben in Frankreich noch erheblichen Nachholbedarf.
Konzern mit Schulden versus Staatskonzern
Für Suzlon spricht, dass Repower unter dem Dach des indischen Wettbewerbers Zugang zu dessen umfangreichen Zulieferer-Pool bekäme. In der Windkraft-Branche ist die Knappheit von Komponenten derzeit ein beherrschendes Thema. Suzlon macht nahezu alles selbst, während Repower fast alle Teile für die Windmühlen zukauft. Der Pool würde Repower also einen erheblichen Wettbewerbsvorteil verschaffen.
Die finanzielle Kraft von Suzlon ist jedoch deutlich geringer als die von Areva. Suzlon ist hoch verschuldet, hat allerdings einen hohen Cashflow. Suzlon hat stets versichert, dass Deutschland als Forschungsstandort ausgebaut werden soll und Arbeitsplätze nicht auf dem Spiel stünden.
Die Annahmefrist hat sich mit dem neuen Preis nicht verlängert: Sie läuft am Freitag kommender Woche um 24 Uhr aus. Das wurde durch einen geschickten Schachzug möglich: Über das Osterwochenende hat die SE Drive Technik GmbH - ein mit Suzlon gemeinsam handelndes Unternehmen - Aktien für 150 Euro je Stück erworben. Damit erhöht sich nach dem Gesetz automatisch auch der Angebotspreis von 126 auf 150 Euro. Das Angebot gilt aber nicht als neu, sondern lediglich als verändert.
Suzlon besitzt jetzt 7,7 Prozent des Repower-Kapitals. Zusammen mit Martifer, dem portugiesischen Repower-Aktionär, kommt die Bietergruppe damit auf fast 33 Prozent und ist in etwa gleich stark wie Areva. Die Franzosen hatten vor zwei Wochen ihr Paket von unter 30 Prozent auf 30,14 Prozent aufgestockt. Nach Einschätzung von Beobachtern haben sich auch Hedgefonds bei Repower inzwischen festgesetzt und halten zusammen etwa 10 bis 15 Prozent des Kapitals.
(SZ vom 11.04.2007)
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Was hier gewissenhaft ignoriert wird ist der wichtigste Grund der für Areva spricht:
-Ihr techisches Know-How auf dem Gebiet der Generatorern und Netzinfrastruktur. Hier sind sie mit Siemens und GE weltweit führend.
Das Indische Angebot wird aller Wahrscheinlichkeit in ein Ausschlachten von RePower führen und dem Schließen der Europäischen Standorte.
tolles Geschäft......
Und für ein paar Euro verkaufen wir unsere Schlüsseltechnologien....damit verkaufen wir den anderen den Strick an dem sie uns aufhängen....Investoren sind in ihrem Verhalten "rational", aber auch extrem töricht.....stupid money....der kurzfristige Erfolg ist alles....
in Indien versteht man schon, wo die ökonomische Zukunft liegt. Bin ja eher wenig überrascht, dass schon jetzt, da mancher Politiker, und die meisten Deutschen sowieso, noch im Dornröschenschlaf liegen, schon der Ausverkauf deutscher Zukunftstechnologie betrieben wird.