Wiesenhof hat Hygiene-Probleme Behörden schließen Geflügel-Schlachthof

Geflügelfleisch mit herausragender Qualität - so wirbt Wiesenhof für seine Produkte. Das passt allerdings nicht zu den Hygiene-Mängeln, die schon mehrmals bei dem Unternehmen aufgedeckt wurden. Nun musste schon wieder eine Schlachtanlage des Konzerns geschlossen werden.

Mit Massentierhaltung, Tierquälerei und gravierenden Hygiene-Mängeln hat der Geflügelproduzent Wiesenhof in der Vergangenheit schon häufiger auf sich aufmerksam gemacht. Im aktuellen Fall geht es um eine Schlachtanlage in Sachsen-Anhalt, die von den Behörden wegen Verunreinigungen geschlossen wurde. Geflügel, das in dem Betrieb in Möckern im Jerichower Land nach dem 28. Februar 2012 geschlachtet wurde, darf demnach nicht mehr verkauft werden, wie die Tageszeitung Welt Kompakt berichtet.

Bei einer aktuellen Begehung des Betriebes konnte das Landratsamt keine Mängel mehr entdecken. Der Betrieb könnte zwar schon bald wieder aufgenommen werden. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass es zu Beanstandungen bei der Anlage in Möckern kommt: Bereits 2010 wurde bei einer Kontrolle Schwarzschimmel an Wänden und Decke gefunden. Auch Probleme mit der Kühlung wurden festgestellt. Für den Hygiene-Verstoß musste der Betrieb, in dem jährlich etwa 40 Millionen Hähnchen geschlachtet werden, eine Strafe in Höhe von 100.000 Euro zahlen.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte erst Anfang des Jahres Probleme in der Produktion von Wiesenhof beanstandet. In Stichproben von Fleischprodukten entdeckten die Umweltschützer Bakterien, die gegen Antiobiotika resistent sind - darunter auch Ware von Wiesenhof. Die Organisation sieht darin das Ergebnis von Massentierhaltung. Das Problem: Die resistenten Keime sind bei Menschen kaum noch zu behandeln, da entsprechende Medikamente nicht mehr anschlagen.

Die Haltung der Tiere bei Wiesenhof war bereits Thema eines Films: Nachdem die ARD einen Beitrag mit dem Titel "Das System Wiesenhof" ausgestrahlt hatte, entbrannte eine Debatte über Tierquälerei in den Betrieben der Firma. Der Konzern bestritt, von den Zuständen bei den Zulieferern gewusst zu haben - und warf den Produzenten der Schockbilder eine Hetzkampagne vor.