Wichtige Änderungen Was 2014 auf die Bürger zukommt

Alles neu: 2014 bringt zahlreiche Änderungen mit sich.

Steuern, Rentenbeiträge, Gesundheitssystem: Schwarz-Gelb und Schwarz-Rot haben zahlreiche Neuregelungen zum 1. Januar beschlossen. 2014 müssen sich die Bundesbürger in einigen Bereichen umstellen - die wichtigsten Änderungen im Überblick.

Rente, Lebenspartnerschaften und Steuern

Von Claus Hulverscheidt

Ganz schön schnell, diese neue Bundesregierung, könnte man meinen: Keine drei Wochen im Amt, und schon tritt ein ganzes Bündel an steuerlichen Neuregelungen in Kraft. Allein - so ist es nicht. Denn die Bestimmungen, die vom 1. Januar 2014 an gültig werden, sind nicht das Ergebnis der wochenlangen schwarz-roten Koalitionsverhandlungen, sondern gehen vielmehr noch auf die konservativ-liberale Vorgängerregierung zurück. Dem neuen Bündnis aus CDU, CSU und SPD mangelte es nämlich nicht nur an der Zeit für, sondern auch am Willen zu Reformen - und das, obwohl es vor allem im Wahlprogramm der Sozialdemokraten an Vorschlägen nicht gefehlt hatte. Am Ende aber einigte man sich auf einen Kompromiss: Die SPD verzichtete auf ihre gewünschten Steuererhöhungen, die Union dafür auf alle geplanten Steuersenkungen. Was sich dennoch für die Bürger ändert: die wichtigsten Neuerungen im Überblick.

Minimum

Der steuerliche Grundfreibetrag steigt pro Jahr und Person von 8130 auf 8354 Euro. Das ist diejenige Summe, die ein Steuerzahler laut Existenzminimumbericht der Bundesregierung zur Sicherung seiner Grundbedürfnisse mindestens benötigt und die der Staat deshalb nicht antasten darf. Ein Ehepaar muss somit erst ab einem Einkommen von mehr als 16708 Euro überhaupt Steuern zahlen. Der Kinderfreibetrag wird dagegen nicht angehoben.

Altersvorsorge

Ab 2025 können Ausgaben für die gesetzliche Rentenversicherung oder eine Basis-Rente ("Rürup"-Rente) vollständig beim Finanzamt geltend gemacht werden. Bis dahin gilt eine Übergangsregelung mit jährlich steigenden Sätzen: 2014 zieht der Fiskus demnach 78 Prozent der Beiträge bis zu einer Obergrenze von 20 000 Euro (Singles) beziehungsweise 40 000 Euro (Paare) von der Steuer ab, also maximal 15 600 (31 200) Euro. Bei gesetzlichen Rentenversicherten wird allerdings der steuerfreie Beitragszuschuss der Arbeitgeber von den Vorsorgeaufwendungen subtrahiert.

Rente

Parallel zur steigenden Absetzbarkeit der Vorsorgezahlungen erhöht sich derjenige Teil der Rente, der im Alter versteuert werden muss. 2014 liegt die Quote bei 68 Prozent - zwei Punkte höher als 2013. Anders ausgedrückt: Für alle 2014 hinzukommenden Ruheständler sind nur noch 32 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Für Menschen, die bereits Rente beziehen, bleibt dagegen alles beim alten. Viele Bürger vergessen, dass sie auch im Alter zunehmend Steuern zahlen müssen. Unter dem Strich rechnet sich die Reform für die meisten Betroffenen jedoch, da sie durch die zunehmende Steuerfreiheit der Vorsorgezahlungen während ihres Arbeitslebens meist mehr Geld sparen als sie im Ruhestand dann zahlen müssen.

Lebenspartnerschaften

Gleichgeschlechtliche Paare, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, dürfen im Einkommensteuerrecht gegenüber Eheleuten nicht mehr benachteiligt werden. So können die Lebenspartner etwa das Ehegattensplitting nutzen. Es führt insbesondere dann, wenn einer der beiden deutlich mehr verdient als der andere, zu einer beträchtlichen Steuerersparnis.

Reisekosten

Wer mit dem Motorrad oder dem Motorroller auf Dienstreise fährt, kann ab Januar 20 statt 13 Cent pro Kilometer steuerlich geltend machen. Beim Moped steigt der Betrag von acht auf 20 Cent. Für Pkw-Fahrer bleibt mit 30 Cent alles beim alten. Gelackmeiert sind dagegen die Fahrradfahrer: Ihr Steuerbonus von fünf Cent pro Kilometer wird ersatzlos gestrichen. Auch die Mitnahmepauschale von zwei Cent pro Kilometer je mitfahrendem Kollegen fällt weg. Für Auswärtstätigkeiten gibt es nur noch zwei Verpflegungspauschbeträge: 24 Euro pro Tag bei Einsätzen von mehr als 24 Stunden und zwölf Euro bei einer Dauer zwischen acht und 24 Stunden. Ist man weniger als acht Stunden unterwegs, gibt es keinen Steuerbonus mehr.

Wohnsitz

Die Kosten einer doppelten Haushaltsführung erkennen die Finanzämter nur noch an, wenn der in einer Zweitwohnung am Beschäftigungsort lebende Steuerzahler sich auch tatsächlich an den Ausgaben für die Erstwohnung beteiligt. Zudem werden nur noch Zweitwohnungskosten von maximal 1000 Euro pro Monat berücksichtigt.

Kfz-Steuer

Ab 2014 zugelassene Pkw sind nur noch dann weitgehend steuerbefreit, wenn sie weniger als 95 Gramm Kohlendioxid je Kilometer ausstoßen. Bisher lag der Grenzwert bei 110 Gramm. Oberhalb des Sockelbetrags werden zwei Euro je Gramm CO₂ fällig. Für schadstoffarme Diesel-Pkw mit Abgasnorm 6 endet die Steuerbefreiung am 31. Dezember 2013. Im Verlauf des ersten Halbjahrs 2014 übernehmen die Hauptzollämter die Verwaltung der Kraftfahrzeugsteuer. Die Umstellung erfolgt automatisch, der Autofahrer muss nichts tun.

Grunderwerbsteuer

Mehrere Bundesländer heben die Grunderwerbsteuer erneut an: In Bremen und Niedersachsen erhöht sich der Satz von 4,5 auf fünf Prozent, in Berlin von fünf auf sechs Prozent. Am teuersten wird es in Schleswig-Holstein, wo die Abgabe um satte 1,5 Punkte auf 6,5 Prozent steigt. Das Land liegt damit bundesweit an der Spitze. Der Kauf einer Immobilie im Wert von 300 000 Euro verteuert sich damit um 4500 Euro.

Mehrwertsteuer

Auf Silbermünzen sind künftig 19 statt sieben Prozent Mehrwertsteuer fällig.