Die Wirtschaft in Deutschland ist wettbewerbsfähiger geworden - und liegt jetzt fast auf dem Niveau der USA, die stark zurückfallen. Deutschlands Plus ist die Infrastrukur. Ein Hemmer: der Arbeitsmarkt.
Deutschlands Wirtschaft holt auf: In der Rangliste der wettbewerbsfähigsten Staaten ist die Bundesrepublik um zwei Plätze auf Rang fünf nach vorne gerutscht. Der Wettbewerbsbericht wird jedes Jahr vom Weltwirtschaftsforum vorgestellt, das jährlich in Davos das bekannte Treffen von Spitzenvertretern aus Politik und Wirtschaft veranstaltet.
Bild vergrößern
Produktiv und wettbewerbsfähig: Ökonomen loben die deutsche Wirtschaft. (© dpa)
Anzeige
Das Forum beobachtete in Deutschland eine Verbesserung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes im Vergleich zu vielen anderen Industriestaaten. Deutschland liege bei der Infrastruktur ganz vorne, besonders beim Ausbau der Verkehrswege, der Telefonnetze und der Stromversorgung. Es gebe einen gesunden Wettbewerb. Deutsche Firmen setzen "aggressiv auf Technologien, um die Produktivität zu verbessern", lobt der Report.
Kritisiert wird allerdings der Arbeitsmarkt: Er sei wegen des starken Kündigungsschutzes zu starr. Einen Mitarbeiter zu entlasse komme in Deutschland oft zu teuer - was in der Krise aber auch dafür gesorgt habe, dass weniger Menschen arbeitslos geworden seien.
Auch bei der Lohnflexibilität sieht der Bericht Deutschland nur auf Platz 136 von 139 Ländern. Diese Aussage basiert auf einer Umfrage unter Führungskräften und spiegelt den Einfluss von Tarifverhandlungen wider. Das zuletzt heftig disktutierte Lohnniveau wird im Bericht nicht explizit bewertet.
Die wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft der Welt bleibt die Schweiz - trotz hoher Löhne. Sie sei besonders innovativ und habe eine hoch entwickelte Geschäftskultur, so der Bericht. Die ausgezeichneten Forschungsinstitute arbeiteten eng mit der Wirtschaft zusammen, die wiederum kräftig in Forschung und Entwicklung investiere.
Dahinter liegen Schweden, Singapur und die USA, die bisher auf Platz zwei lagen. Die Vereinigten Staaten befinden sich nach Ansicht des Forums im Rückwärtsgang. Vor zwei Jahren standen sie noch auf Platz eins. Vor allem traue die Bevölkerung den Politikern nicht. Für die hohe öffentliche Verschuldung müsse es unbedingt eine Exit-Strategie geben, schreibt das Forum.
- Thema
- Wettbewerbsfähigkeit RSS
(sueddeutsche.de/dpa/bbr)
Mubarak-Prozess in Ägypten
Wer wettbewerbsfähig ist verkauft viel, wer nicht wettbewerbsfähig ist verkauft wenig und/oder geht Pleite. So ist das in der freien (Betriebs-) Wirtschaft.
Aber unsere Führungskräfte, die sehen das ja viel toller. Und deshalb ist ein Land mit riesigen Schulden und noch größerem Defizit in der Handelsbilanz, weils nämlich nicht genug vernünftige Produkte zu annehmbaren Preis produziert (und das seit vielen Jahren), trotzdem ganz, ganz toll wettbewerbsfähig - auch wenn es zur Zeit gerade abrutscht.
Die Menschen, die das so beurteilt haben eben genau so viel Ahnung und sind so vorurteilslos wie die Experten, die Anleihen auf Schrottimmobilien als "Investment grade" geratet haben.
Was ein Glück für uns, dass es solche Experten gibt, die uns sagen, was wir tun sollen.
...geht wirklich die muffe, klar das die USA schlecht geratet werden.... da regieren ja auch jetzt nicht mehr die Marktradikalen...
Naja und hat Singapur nicht gerade erst abgelehnt sich bei internationalen Finanzmarktsteuern nicht zu beteiligen... was mich nur wundert, was macht Schweden da oben?
Die passen den Weltwirtschaftshanseln doch mal so gar nicht ins Konzept.
..die Wirtschaftsredaktion sollte sich mal Gedanken machen über ihre Sichtweise. Sie steckt immer noch tief in den 70er und 80er Jahren.
Ja, er hemmt vor massenhafter Verarmung, vor Willkür, usw. Soziale Errungenschaften müssen erhalten bleiben, oder sogar noch ausgebaut werden.
Mindestlohn (10,00 Euro als Untergrenze). Bedingungslosen Grundeinkommen ( 1.000,00 Euro pro Kopf) anstatt SGBII. Kostenloser Bildungszugang für alle Schulen und Hochschulen. Rente mit 60. Das sind Reformen die den Namen Reform auch verdient haben!!!!!
>Die Produkte schaffen sich selbst!
Naja, fast. Oder wohin geht die Automatisierung? Warum haben wir so viele Arbeitslose?
Wieviele Schuster braucht man für eine Schuhfabrik, in der täglich 15000 Paar Schuhe vom Band rollen?
Wieviele Köche backen die Pizzas vom Iglo?
Wieviele Bankangestellte braucht mans fürs Online-Banking?
Wieviele Postboten für die neuen Packstationen?
Wenn wir grad dabei sind: warum werden Kontoführungsgebühren und Post nicht billiger, wenn doch weniger Löhne gezahlt werden müssen, weil weniger Angestellte benötigt werden?
Irgendwohin verschwindet das ganze Geld das hier eingespart wird, aber wo landet es? Und wird es auch brav versteuert?
Paging