Erstmals seit 1983 ist der Burda-Verlag der Champion der Anzeigen und verweist Gruner+Jahr auf den zweiten Rang.
(SZ vom 08.01.2004) — Seit 1983 werden ganz offiziell die Anzeigenseiten gezählt, die Zeitschriften und ihre Verlage drucken - und seitdem war stets Gruner+Jahr (Stern, Brigitte) aus Hamburg vorn.
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Die Leute dort galten als Deutschlands Champions. Doch jetzt triumphiert erstmals ein anderer: Hubert Burda aus München. Das Verlagshaus des promovierten Kunsthistorikers verlor zwar 0,25 Prozent der Inserate, schloss aber mit insgesamt 23.725 Seiten vor der Gruner+Jahr AG ab, die 22.929 Seiten (minus 5,2 Prozent) erreichten. Den dritten Platz belegte wie ehedem die Axel Springer AG (19.493 Seiten).
Die Statistik gilt als grober Indikator für die Leistungskraft der Zeitschriftenhäuser, die natürlich auch Rabatte geben und Eigenanzeigen mitzählen. Trotzdem sind die Bruttowerte ein erster Hinweis auf die tatsächliche Position.
Focus und Stern verlieren, Gala gewinnt
Bei Neu-Marktführer Burda fällt auf, dass vor allem die Leute-Zeitschrift Bunte und deren Schwesterblatt Instyle stark zugelegt haben.
Andererseits hat kein Objekt soviel Anzeigenseiten verloren wie das Montagsmagazin Focus, das vor elf Jahren den Markt belebt hatte; auch rutschte Focus Money, typisch für das notleidende Segment der Wirtschaftspresse, noch einmal ab.
Die erstmals ausgewiesene Vormachtstellung von Burda würde noch klarer, wenn man die Ergebnisse der Verlagsgruppe Milchstraße (TV Spielfilm, Fit for Fun, Amica) mitzählte, an der die Münchner maßgeblich beteiligt sind.
Der starke Anzeigenverlust des bisherigen Primus Gruner+Jahr hat zwei Namen: Capital und Stern. Die beiden Magazine sind fast allein für das Abrutschen verantwortlich.
Zulegen konnte dagegen Gala. Bei Springer sorgen die Zuwächse von Sport-Bild, der Auto-Titel und von Bild am Sonntag für stabile Werte.
Der Verlegerverband VDZ gibt sich optimistisch. Danach habe das Anzeigengeschäft 2002 noch um knapp 10 Prozent nachgegeben, für 2003 betrage das Minus - nach einem starken 4. Quartal - aber nur 0,3 Prozent.
VDZ-Vertreter Karl Dietrich Seikel erklärt: "Nach zwei sehr schwierigen Jahren sehen wir wieder eine Stabilisierung der Anzeigenumsätze mit positiven Erwartungen für das Jahr 2004".
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