Werbeschlacht bei der Super Bowl Vier Millionen Dollar für 30 Sekunden

An diesem Sonntag geht in den USA die Super Bowl über die Bühne. Für die Amerikaner ist es das wichtigste Sportereignis des Jahres. Ein Sportereignis? Für die Unternehmen ist es eine Schlacht um den besten Werbespot. Viele davon gibt es schon vorab zu sehen.

Von Angelika Slavik

Der dunkelste Moment im sportlichen Leben von Bastian Schweinsteiger ließ Millionen Europäer den Atem anhalten. Es war der 19. Mai des vergangenen Jahres, es war das Finale der Champions League, und es war kurz vor halb zwölf, als Bastian Schweinsteiger den entscheidenden Elfmeter gegen den Pfosten setzte.

Warum gucken Menschen Sport? Wegen der Faszination dafür, was man aus so einem Körper rausholen kann. Und, genau: wegen des Dramas.

An diesem Sonntag werden wieder Millionen Zuschauer vor den Fernsehbildschirmen sitzen, sie werden ein Spektakel verfolgen, körperliche Höchstleistung bewundern und am Ende, das kann man jetzt schon sagen, werden Spieler auf dem Rasen liegen und sich krümmen vor Schmerz und Wut und Enttäuschung über die vergebene Chance. Der Mehrheit der Europäer wird das diesmal allerdings piepegal sein. Denn das, was da am Wochenende in New Orleans, Louisiana, über die Bühne geht, ist das Finale um die Meisterschaft im American Football, kurz: die Super Bowl.

Ein 30 Sekunden langer Spot kostet vier Millionen Dollar

Für die Amerikaner ist es das wichtigste Sportereignis des Jahres. Ein Sportereignis? Für die großen Konzerne ist es vor allem eine Schlacht um den besten Werbespot. Eine teure Schlacht.

Vier Millionen Dollar kostet ein 30 Sekunden langer Spot in der Halbzeitpause der Super Bowl in diesem Jahr. Zum Vergleich: Der Tarif für eine halbe Minute Werbung beim Seitenwechsel in der Verlängerung beim Champions League-Finale lag bei knapp 350 000 Euro. Ein Schnäppchen, so gesehen.

Kann ein Werbespot vier Millionen Dollar wert sein? Bei Volkswagen hat man mit der Super Bowl jedenfalls gute Erfahrungen gemacht. Vor zwei Jahren schickte das Unternehmen in der Halbzeitpause einen Werbefilm mit einem kleinen Jungen über die Bildschirme, der sich als Darth Vader verkleidet hatte, der Figur aus Star Wars. Der Mini-Darth-Vader wurde ein Welterfolg: Bis heute wurde der Clip bei Youtube mehr als 56 Millionen Mal angesehen. Eine ungewöhnliche Karriere für einen Werbefilm - und eine lukrative Angelegenheit für VW: Der Werbewert hat die Kosten längst um ein Vielfaches übertroffen.

In diesem Jahr allerdings scheint VW sein Geld weniger gut angelegt zu haben. Der Werbespot rund um einen weißen Angestellten, der spricht wie ein Schwarzer, bescherte dem Konzern eine Rassismusdebatte. Bislang hält VW an dem Spot fest: Vier Millionen für eine Menge Ärger.

Der Brauereikonzern Anheuser-Busch legt allerdings noch deutlich mehr Geld auf den Tisch. Das Unternehmen leistet sich gleich sechs Spots für seine unterschiedlichen Biermarken im weltweit teuersten Werbeblock. Beworben wird unter anderem auch Beck's Sapphire, das als amerikanisches Szenegetränk positioniert werden soll - auf Teufel komm raus?