Streit um Leiharbeit beigelegt BMW schafft 3000 neue Stellen

Mitten in der Krise stockt der Münchner Autobauer sein Personal auf. Im Gegenzug baut der Konzern aber die Zahl der Zeitarbeiter deutlich ab. Und die Arbeitnehmer müssen dem BMW-Vorstand Zugeständnisse machen: Arbeitszeiten sollen flexibel verlängert, Pausen verkürzt werden können.

Von Thomas Fromm

Nach monatelangem Ringen haben Vorstand und Betriebsrat bei BMW eine Einigung beim Streitthema Zeitarbeit erzielt. Die Betriebsvereinbarung sieht nach Informationen der Süddeutschen Zeitung vor, dass der Autokonzern die Zahl seiner Zeitarbeiter um 3000 abbaut. Im Gegenzug sollen bis Ende des nächsten Jahres 3000 Mitarbeiter neu eingestellt werden.

Allerdings - so heißt es aus Unternehmenskreisen - müssten diese Personen nicht notwendigerweise identisch sein. So könnten zwar eine Reihe von heutigen Zeitarbeitern in Zukunft feste BMW-Verträge erhalten, dies sei aber nicht zwingend. So könnten auch neue, externe Mitarbeiter neu gewonnen werden.

Ein BMW-Sprecher wollte dazu auf Anfrage keine Stellung nehmen, sagte aber, man habe eine Einigung erzielt, die es dem Unternehmen ermögliche, "die Produktion bei Nachfragesteigerungen wie auch bei Nachfragerückgängen kurzfristig flexibel anzupassen".

Der Kompromiss zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite sieht unter anderem eine Reihe von Zugeständnissen von den Mitarbeitervertretern vor. So sollen die Arbeitsbedingungen bei dem Autokonzern in weiten Teilen flexibler gestaltet werden. Dies betrifft die mögliche Verlängerung von Schichten, die Verkürzung von Pausen sowie den Auf- und Abbau von Arbeitszeitkonten.

Mit der Vereinbarung legen die beiden Parteien einen lange dauernden Streit bei. Der Münchner Premium-Hersteller hatte - wie viele andere deutsche Großkonzerne auch - im Aufschwung verstärkt auf Leiharbeitskräfte und auf schlechter dotierte Werksverträge gesetzt. Angesichts von Rekord-Absatzzahlen und Milliardengewinnen hatte das Unternehmen damit die Kritik der Gewerkschafter auf sich gezogen.