Angesichts starker Einbrüche bei den Verkaufszahlen will EU-Industriekommissar Günter Verheugen den Autoherstellern in Europa zu Hilfe kommen.
Bei einem "Autogipfel" soll an diesem Mittwoch in Brüssel über Stützungsmaßnahmen beraten werden. "Wir befinden uns in einem tiefen Tal", warnte Verheugen. Die Autoindustrie brauche konkrete Hilfe, sonst sei ein massiver Stellenabbau unvermeidlich.
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Verheugen hat die Vorstandschefs der wichtigsten Autohersteller, die Wirtschaftsminister aus Deutschland, Frankreich, Italien und anderen "Auto-Nationen", sowie Gewerkschaften und Verbände nach Brüssel eingeladen.
Nachfrage ankurbeln
Der Autogipfel findet im Rahmen einer Konferenz statt, auf der die Kommission über die Wettbewerbsfähigkeit der Autoindustrie beraten will. Verheugen sagte, es müsse gelingen, die Nachfrage wieder anzukurbeln. Er schlug steuerliche Anreize vor, um den Umstieg auf neue, umweltfreundlichere Autos zu erleichtern.
In diesem Zusammenhang kritisierte Verheugen die Klimapolitik der EU. "Kunden und Hersteller sind auch deshalb verunsichert, weil die Politik beim Thema Einsparung von Kohlendioxid keinen klaren Kurs fährt." Die Leute wüssten nicht, mit welchen Steuern und Grenzwerten sie rechnen müssten.
Verheugen forderte Ministerrat und Europaparlament auf, schnell Rechtssicherheit zu schaffen. Beide Organe beraten zur Zeit über einen Vorschlag der Kommission, wonach der CO2-Ausstoß von durchschnittlich 160 auf 130 Gramm pro Kilometer gesenkt werden soll. Dagegen protestieren vor allem deutsche Autofirmen.
Ohne staatliche Kredite droht der Branche laut dem Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer vom Car-Institut Gelsenkirchen eine Welle von Konkursen. So seien allein bei den Zulieferern 50.000 der 350.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Von den 860 Zuliefer-Betrieben in Deutschland sei jeder fünfte aktuell bedroht.
Viele Leiharbeiter müssen gehen
Wegen der Krise hat die Autoindustrie bereits Leiharbeiter nach Hause geschickt. BMW setzt 5000 weniger ein, VW baut 750 der Jobs auf Zeit ab, bei Ford sind es 200. Ihre Stammbelegschaften können die Firmen vorerst halten, da sie über Zeitkonten die schwache Nachfrage abfedern. So hat BMW dafür erst im Frühjahr mit seinen Arbeitnehmern den zulässigen Rahmen erweitert.
Die Hersteller und ihre Zulieferer beschäftigen zur Zeit 763.000 Menschen. Praktisch alle großen Unternehmen kürzen derzeit die Produktion. Im BMW-Stammwerk in München wird die Produktion von Montag an angehalten. Die 9000 Mitarbeiter des Werkes werden für eine Woche nach Hause geschickt. Ein Sprecher begründete dies mit der "angespannten Marktlage".
In München werden jährlich etwa 200.000 Fahrzeuge der 3er-Reihe gebaut. Daimler verlängert die Weihnachtspause auf vier Wochen. Opel produziert nur am Stammsitz Rüsselsheim wie geplant. Hier läuft der neue Mittelklassewagen Insignia vom Band. Ford meldet Kurzarbeit für das Werk in Köln an. Der weltgrößte Zulieferer Bosch baut Überstunden ab und verhandelt über die Verkürzung der Arbeitswoche auf 30 Stunden.
Schaeffler fährt nur noch zwei statt drei Schichten. Bei Continental könnte die Krise zu einem schnelleren Verkauf der Reifensparte führen. Ein Topmanager hält die Einsparmöglichkeiten inzwischen für begrenzt: "Wir haben unsere Fabriken in den vergangenen Jahren so durchrationalisiert, da kann in den Fabriken kaum noch Personal reduziert werden, wenn wir weiter Autos bauen wollen."
Die EU-Kommission richtet sich wegen der Finanzkrise auch auf eine höhere Verschuldung der öffentlichen Haushalte ein. "Wir stecken in einer sehr ernsten Krise", sagte die Sprecherin von Währungskommissar Joaquin Almunia der Süddeutschen Zeitung. In einigen Staaten sei das Steueraufkommen bereits dramatisch gesunken. Die Kommission werde die reformierten Regeln des Stabilitätspaktes nutzen und den Staaten eine stärkere Verschuldung erlauben.
(SZ vom 29.10.2008/hgn)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
wie viel von dem geld fließt direkt in die taschen verheugens??
es ist schon der wahnsinn, dass die wutomobilindustrie über jahre milliardengewinne macht und jetzt, wo man schon seit 30 jahren weiß, dass autos mit verbrennungsmotor so nicht mehr ewig gebaut werden können plötzlich meinen der staatsbürger müsste für die entwicklungskosten neure antriebskonzepte aufkommen
welche anteile an den automobilkonzernen bekommt der staat bzw der steuerzahler für diese dreiste geldzurverfügungstellung??
die quandts haben genug geld
Autos werden von Konsumenten gekauft, wenn die kein Geld haben dann muss der Staat dafür sorgen, dass die armen Manager der Automobilindustrie ihren Job behalten, damit diese weiter Gewinne erwirtschaften. wofür eigentlich?
Wann wird es unser Regierung eigentlich klar, dass es außer Reichen und Armen auch noch Menschen gibt die sozial gerecht behandelt werden wollen?
Steuern jetzt senken!
PS: Bitte sperrt die Manager der Automobilfirmen ein, Teilverstaatlicht die Betriebe. Was hier gemacht wird dient einzige dazu, dass die Gewinne konstant bleiben und damit die Bonuszahlungen des Managements.
Autos kaufen keine Autos !