Weniger Preisgeld Krise trifft Nobelpreis

Weniger Geld für exzellente Forscher: Auch der Nobelpreis leidet unter der Krise. Die Stiftung kürzt ihr Preisgeld - auf das Niveau von 1901.

Angela Merkel würde es freuen, wenigstens einer spart: Der erhabenste aller Preisverleiher, die Nobelpreis-Stiftung gibt bald weniger aus: Sie kürzt das Preisgeld - zum ersten Mal seit 63 Jahren. Die diesjährigen Gewinner werden um etwa 20 Prozent weniger erhalten als ihre Vorgänger 2011.

In den vergangenen Jahren bekamen die Preisträger von der Stiftung aus Stockholm noch zehn Millionen schwedische Kronen (1,12 Millionen Euro), ab 2012 werden es nur noch acht Millionen Kronen (900.800 Euro) sein.

Als Grund für's Sparen nennt die Stiftung die Finanzkrise. Einen Großteil ihres Kapitals legt sie am Markt an. Nun seien die Erträge aus den Investitionen aber zurückgegangen, sagt der Stiftungsleiter Lars Heikensten.

Die Preisgelder werden aus dem Ertrag des Kapitalstocks gezahlt, den der Gründer des Preises und Erfinder des Dynamits, Alfred Nobel hinterließ. Um die Inflation bereinigt liege das Preisgeld nun wieder auf dem Stand von 1901, als die Auszeichnung erstmals vergeben wurde.

Die Stiftung verleiht den Preis jährlich in sechs unterschiedlichen Kategorien: Medizin, Physik, Chemie, Literatur, Frieden und Wirtschaft. Die Stiftung möchte es nicht nur bei gekürzten Preisgeldern belassen, sondern auch andere Ausgaben eindämmen, etwa die des jährlichen Banketts.