Weniger Militärtransporter bestellt Durchbruch im Streit über A400M

Erst der Zoff, dann die Einigung: Im Finanzstreit über den EADS-Militärtransporter A400M wurde ein Kompromiss erzielt.

Von Peter Blechschmidt und Jens Flottau

Deutschland und Großbritannien werden weniger Militärtransportflugzeuge des Typs A400M abnehmen als geplant und damit ihren Anteil an den Mehrkosten des Projekts erbringen. Auf diese Grundsatzeinigung haben sich nach Informationen der Süddeutschen Zeitung vom Montag die sieben Bestellernationen mit dem Hersteller Airbus Military verständigt. Demnach wird Deutschland statt der vorgesehenen 60 Flugzeuge nur 53 erhalten, Großbritannien 22 statt 25.

"Durchbruch" in den Verhandlungen: Deutschland und Großbritannien nehmen weniger Militärtransportflugzeuge des Typs A400M ab.

(Foto: dpa)

Bereits im März hatten sich die Länder mit der Industrie auf eine Preiserhöhung um zehn Prozent geeinigt. Dies entspricht einem Betrag von zwei Milliarden Euro. Darüber hinaus stellen sie weitere 1,5 Milliarden Euro an Exportkrediten zur Verfügung, die an sie aber zurückgezahlt werden, wenn der A400M im Export zusätzliche Umsätze schafft. Das Flugzeugprogramm sollte ursprünglich 20 Milliarden Euro kosten, laut einer Studie könnten die Ausgaben aber auf bis zu 31 Milliarden Euro steigen.

In einem Brief an die Obleute des Verteidigungsausschusses schrieb Verteidigungs-Staatssekretär Thomas Kossendey von einem "Durchbruch" in den Verhandlungen zwischen der gemeinsamen Rüstungsagentur der Bestellernationen OCCAR und Airbus Military. Die Details des abschließenden Vertrags müssen jedoch noch abgestimmt werden. Im Verteidigungsministerium hieß es, man "hoffe", dem Haushaltsausschuss des Bundestags bis zum Dezember eine beschlussreife Vorlage unterbreiten zu können.

Bestandteil der jetzigen Einigung sind außerdem die Modalitäten der Exportkredite, die von Land zu Land unterschiedlich sind. Außerdem wurde festgelegt, dass die Firma Thales mögliche Kostensteigerungen bei dem von ihr zu entwickelnden Tiefflugsystem des A400M trägt. Zunächst hatte die Industrie versucht, dieses Risiko den Abnehmerländern aufzubürden. Ursprünglich hatten Airbus Military und der Mutterkonzern EADS auch Mehrkosten von 5,7 Milliarden Euro durchsetzen wollen.