Bis Jahresende könnten weltweit 50 Millionen Arbeitsplätze verschwinden. Der IWF fordert mehr Investitionen. Die US-Notenbank will handeln.
Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) befürchtet, dass weltweit die Zahl der Arbeitslosen von 180 Millionen zu Beginn der Krise auf bis zu 230 Millionen Ende dieses Jahres ansteigen könnte. Damit wäre die Zahl der Arbeitslosen auf der Erde so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. "Wir stehen vor einer globalen Beschäftigungskrise", sagte ILO-Generaldirektor Juan Somavia bei der Vorlage des jährlichen Berichts zu globalen Beschäftigungstrends am Mittwoch in Genf.
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Will weiter Geld in den Markt pumpen: US-Notenbank-Chef Ben Bernanke. (© Foto: ddp)
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Sollte der Einbruch der Wirtschaft geringer ausfallen als erwartet, würde die Zahl der Arbeitslosen immerhin noch um 30 Millionen ansteigen. ILO-Direktor Somavia forderte, die Regierungen müssten entschlossen und koordiniert handeln, um eine Rezession abzuwenden: "Der Fortschritt bei der Verringerung der Armut löst sich auf, und die Mittelklasse weltweit wird schwächer."
Auch der Internationale Währungsfonds forderte die Industriestaaten auf, sich stärker als bisher gegen die Krise zu stemmen. Nach Aussage des Fonds hat sich die Weltrezession so verschärft, dass die bisherigen Staatshilfen nicht mehr ausreichen. Die globale Wirtschaftsleistung wird dem IWF zufolge 2009 um 0,6 Prozent schrumpfen, es ist der erste Rückgang seit 1945. Damit hat der IWF zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten seinen Weltwirtschaftsausblick aktualisiert.
Verhängnisvolle Verstärkung
Nach der neuen Prognose haben sich in den letzten Monaten des Jahres 2008 der Kollaps der Finanzmärkte und die Rezession auf verhängnisvolle Weise gegenseitig verstärkt: Anlagevermögen wurde entwertet, die Privathaushalte wurden ärmer und mussten ihren Konsum einschränken. Wegen der düsteren Aussichten verschieben Unternehmen und Haushalte notwendige Ausgaben. Die deutsche Wirtschaft wird 2009 um 2,5 Prozent schrumpfen, die amerikanische um 1,6Prozent. Wegen der Eingriffe der Regierungen ist 2010 die Rückkehr zu moderatem Wirtschaftswachstum möglich, Deutschland wird jedoch mit einem Plus von 0,1 Prozent praktisch stagnieren.
Der Fonds legte zudem einen neuen Bericht zur Stabilität der Weltfinanzen vor. "Trotz umfassender politischer Maßnahmen bleibt das globale Finanzsystem unter enormem Druck," heißt es in dem Bericht. "Zusätzlich verursachen die verschlechterten wirtschaftlichen Bedingungen neue, hohe Abschreibungen in den Finanzinstituten." Den Abschreibungsbedarf allein aus amerikanischen Kreditpapieren beziffern die Experten des Fonds auf 2,2 Billionen Dollar. Noch vor zwei Monaten lag die Schätzung bei 1,4 Billionen Dollar. Abgeschrieben werden müssen zunehmend verbriefte Kredite, die durch Hypotheken auf Gewerbeimmobilien gedeckt sind, aber auch ganz normale Bankkredite, weil immer mehr Kunden der Finanzinstitute in Zahlungsschwierigkeiten kommen.
Wohl weiteres Kapital nötig
Deshalb rechnet der IWF damit, dass die Banken noch mehr frisches Kapital brauchen, damit sie überleben können. Die Finanzinstitute in Amerika und Europa bräuchten zusammen "mindestens eine halbe Billion Dollar". Damit Vertrauen in das Banksystem zurückkehrt, müssten zusätzlich die Bilanzen der Institute von faulen Krediten gesäubert werden.
Ungewöhnlich deutlich empfiehlt der IWF den Regierungen dabei, "proaktiv" zu entscheiden, welche Banken überlebensfähig sind und welche nicht. Erstere sollten frisches Kapital erhalten, letztere abgewickelt werden. Faule Wertpapiere sollten in einer öffentlichen Bad Bank deponiert werden. Solche "schlechte Banken" funktionieren wie Sondermülldeponien für Finanzprodukte: Wertpapiere, die dort gelagert sind, können die Bilanzen der Banken nicht mehr vergiften. Spekulationen über Pläne des US-Präsidenten Barack Obama zur Gründung einer Bad Bank lösten am Mittwoch an den Weltbörsen eine Kaufwelle bei Bankaktien aus. Nach Berichten amerikanischer Medien könnte die Bad Bank Anlagen von bis zu einer Billion Dollar übernehmen. Obamas Pläne sollen kommende Woche veröffentlicht werden.
Die amerikanische Notenbank machte unterdessen klar, dass sie weiter aggressiv die Wirtschaft stützen wird. In seiner ersten Sitzung im neuen Jahr beschloss der Offenmarktausschuss Federal Reserve zwar keine neuen Schritte, bereitete die Öffentlichkeit jedoch auf neue Maßnahmen vor. Die Fed sei bereit, längerfristige Staatsanleihen zu kaufen, wenn sich zeigen sollte, dass dadurch die Bedingungen auf den privaten Kreditmärkten verbessert werden könnten, hieß es in einer Erklärung. Weitere Zinssenkungen sind nicht mehr möglich, da der Zeitzins bereits in dem Korridor zwischen Null und 0,5 Prozent liegt. Die Fed versicherte aber, dass es auf absehbare Zeit bei diesem historisch niedrigen Niveau bleiben wird.
- Jahreswirtschaftsbericht Don't worry, be happy 21.01.2009
- US-Notenbank Fed will US-Staatsanleihen aufkaufen 28.01.2009
- Prognose der EU Ganz Europa versinkt in Rezession 19.01.2009
- Konjunktur Hoffnung auf "Wende zum Besseren" 21.01.2009
(SZ vom 29.01.2009/mel/woja)
Mubarak-Prozess in Ägypten
Wenn man bedenkt, was zwei zusammenbrechende staatliche Immobilieninstitute in den USA Fanny Mae und Fanny Mac angerichtet haben, dann kann einen das Grausen packen. Mit diesen beiden Immobilieninstituten hat die Regierung Bush eine Bombe gebaut, die in einer Kettenreaktion alles in den Abgrund gestürzt hat. Zufall war das nicht. Wollte der konservative Klüngel um George Bush verhindern, dass sein Nachfolger durch wirtschaftliche Unterstützung die Gleichberechtigung der Rassen in den USA verwirklicht und damit eine gerechtere Verteilung der Vermögen herbeiführt?
Merkwürdig ist, dass der IWF vor dem Start der Krise seine Goldvermögen auflösen wollte, weil er der völlig irrigen Ansicht war, die Staaten würden keine Kredite mehr benötigen.
Schlimm wäre es, wenn die finanziellen Hilfen wieder nur der Klasse zukommen, die vom herrschenden Wirtschaftssystem sowieso schon bevorzugt werden. Man kann die Franzosen verstehen, wenn sie streiken, weil nur die Großindustrie Hilfen bekommt, Mittelstand und Arbeiter aber immer mehr benachteiligt werden. Die Franzosen haben ein gutes Gespür für soziale Gerechtigkeit.
Die Welt braucht einen echten Rettungsschirm, und nicht nur einen monetären. Nur kann der echte Rettungsschirm im Moment nicht mehr finanziert werden
Genau deshalb brauchen wir ein neues System. Ideen und Ansätze gibt es schon. So zum Beispiel die Freiwirtschaftslehre nach Silvio Gesell.
wird den Kollaps nicht verhindern...
...was hier seit einigen Jahen getrieben wird, ist ein verzweifelter Versuch der Profiteure eines überkommenen Gesellschafts- und Wirtschaftssystems, eine Leiche am Leben zu erhalten...nur funktioniert das nicht! Das sollten mittlerweile alle "Experten", "Wissenschaftler", etc. begriffen haben.
Ohne einen kompletten Neuanfang, der für das sog. Establishment tödlich ist, ohne ein komplett neues Denken, gehts früher als später senkrecht in den Abgrund.
Das Finanzsystem ist ja bereits völlig am Ende, die Wirtschaftsstrukturen brechen allmählich aber sichtbar zusammen, das Sozialsystem wird folgen und dann wohl dem, der in den Reststrukturen dann bewaffnet ist, denn die im rein materiellen Denken verhaftete "Normalbevölkerung" wird diesen Zusammenbruch psychisch nicht verkraften.
Vielleicht sollte man das Casino auf einer anderen Ebene weiterführen:
Man "verbrieft" die Banken selbst. Es werden Pakete aus faulen und gesunden Banken geschnürt, diese werden mit AAA bewertet und dann an die Amerikaner verkauft.
wir Deutschen sind ein starkes Volk. Wir haben noch genügend Reserven. Wir sollten nun alle Sozialleistungen neu justieren und die Gelder dorthin fließen lassen, wo sie hingehören. Nämlich zu den Banken und der geschundenen Industrie. Ich denke wir können das schaffen. Natürlich müssen wir das Volk auf auf schwere Zeiten einstimmen. Aber wir sollten auch positiv dem Bürger vermitteln, daß es nicht ihn trifft, sondern den Anderen.
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