Chinas Regierung hat dem Bemühen um freien Welthandel einen harten Schlag versetzt. Eine "Buy Chinese"-Klausel im Milliarden-Konjunkturpaket sperrt ausländische Unternehmen aus.
Der Kuchen ist riesig. Umgerechnet 420 Milliarden Euro hat die chinesische Regierung für das nationale Konjunkturpaket vorgesehen. Damit soll vor allem die Infrastruktur des Landes weiter verbessert werden: Schulen, öffentliche Gebäude, Straßen, Eisenbahnen, Telekommunikation, Wasserversorgung.
Abwehrende Geste in Peking: Ausländische Unternehmen nicht mehr willkommen (© Foto: AFP, Juli 2008)
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Ausländische Unternehmen hatten sich bisher große Hoffnungen gemacht, im Rahmen dieses Konjunkturpaketes Aufträge zu bekommen. China wurde bisher von der Finanzkrise weniger stark erschüttert und gilt als ein rettender Anker für die Erholung der Weltwirtschaft.
Diese Hoffung könnte nun zerplatzen. Die Regierung in Peking hat ihre Behörden nämlich angewiesen, chinesische Anbieter strikt zu bevorzugen. Ausländische Erzeugnisse dürften nur mit Genehmigung der zentralen Planungsagentur oder anderer betroffener Behörden angeschafft werden, heißt es in einer Direktive. Außerdem will die Regierung Beschwerden chinesischer Unternehmen nachgehen, die über eine Bevorzugung ausländischer Anbieter bei öffentlichen Ausschreibungen geklagt hatten.
Bisher ist noch nicht klar, wie hart der Ausschluss ausländischer Unternehmen auszulegen ist. Möglicherweise haben Firmen eine Chance, die mit Niederlassungen in China vertreten sind oder sie kommen über Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Partnern doch noch ins Geschäft.
Politisches Signal
Neben den ökonomischen Auswirkungen sendet die Direktive ein deutliches politisches Signal. China hat protektionistische Maßnahmen anderer Länder bisher massiv angeprangert - was als zweitgrößte Exportnation der Erde auch verständlich ist. Als die USA im Februar in ihr eigenes Konjunkturprogramm eine "Buy American"-Klausel schrieben, wurde dies von chinesischen Handelspolitikern als "Gift" für eine Erholung der Weltkonjunktur bezeichnet.
Nun hat China eben dieses Gift selbst in die Welt gesetzt - und es ist weit gefährlicher als das der USA. Wollen die USA insbesondere die heimischen Erzeuger von Erz und Stahl vor internationaler Konkurrenz schützen, so geht es den Chinesen um Technologie-Führerschaft. Beispiel Eisenbahnen: Wang Yongping, Sprecher des Eisenbahn-Ministeriums, sagt ganz unverblümt, das China mit der Hilfe ausländischer Technologie eigene nationale Champions aufbauen möchte. Man werde die Technologie kaufen und sei zur Zusammenarbeit bereit, aber "nachdem die Technologie eingeführt und von uns verstanden ist, machen wir eine heimische Marke daraus", sagte er kürzlich dem Wall Street Journal.
Auch im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) wird der Schritt Chinas für massive Probleme sorgen. China ist WTO-Mitglied und darf ausländische Produkte eigentlich nicht diskriminieren. Ein Zusatzprotokoll, das jene Vorschrift auch auf staatliche Anschaffungen ausweitet, wolle China jedoch bisher nicht unterschreiben.
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(sueddeutsche.de/AFP/cmat/tob)
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@Daniel R: Ihr Konklusio würde ich nicht auf Deutschland éinschränken, sondern würde die Länder der EU einschließen (Ja, ich weiß ich träume - trotzdem)
Vielleicht sollte darauf hingewiesen werden, dass es kaum Fälle gibt, in denen chinesische Firmen je Staatsaufträge aus Amerika oder Europa bekommen haben. Dafür ist China noch zu sehr Entwicklungsland - technologisch unterentwickelt - kaum konkurrenzfähig. Auch 60% der chinesischen Exporte gehen auf die Beteiligung ausländischer Konzerne zurück, die dort ihre Produktion hin ausgebaut oder verlagert haben. Zur Stärkung des nationalen Wohlstandes sucht dies China zu nutzen, indem es einen Techologietransfer erzwingt und so konkurrenzfähig zu werden. Andererseits ist die westliche Freihandelsideologie auch scheinheilig. Denn technologische Hegemonie, verbunden mit einem Patenrecht, ist auch eine Form des Protektionismus. Ein fairer Welthandel zum Wohle aller Menschen sehe vermutlich sowieso ganz anders aus als jetzt.
Das ist doch überhaupt nicht überraschend und auch nicht neu.
Nur die deutschen globalistisch-liberalistischen Ideologen predigen romantisch den freien, entstaatlichten, privaten und grenzenlosen Weltmarkt und das hiesige Publikum glaubt daran und träumt vom billigen Wohlstand und vom Steuernsparen.
Der real existierende Weltmarkt war noch nie frei, entstaatlicht und privat und wird dies auch nie sein, weil auch im internationalen Maßstab gilt "Jeder denkt an sich, nur ich denke an mich":
China hält schon immer seine Währung künstlich niedrig gegenüber dem Dollar und dem Euro, um so konkurrenzlos billig Waren anbieten zu können. China behindert schon immer den freien Markt überall, wo es für China opportun ist (z.B. Telekommunikation), und schnürt hemmungslos zig-milliardenschwere Rettungspakete für seine Industrie. Nun sperrt China auch ganz offiziell die nicht-chinesische Konkurrenz aus.
So etwas sollte Deutschland einmal wagen; was wäre das hierzulande für ein Geschrei
Weiter in der Realität:
Korea und Taiwan subventionieren schon lange und erfolgreich ihre Industrien (vor allem Halbleiter) mit Milliarden Dollar-Beträgen, und dadurch ist hier schon Qimonda kaputtgegangen.
Die USA erhöhen drastisch ihre Importzölle und greifen aktiv in ihre Banken und in ihre Industrien ein, etc. Hierdurch gehen in Deutschland gerade weitere Mittelständler kaputt.
Sarkozy (Frankreich) wird weiterhin schön reden und dann doch das tun was für die Grande Nation als nötig erachtet wird. Z.B. hunderte Millionen Euro in ihre Halbleiterindustrie stecken (wie geschehen).
Indien, China, Korea und Taiwan und die anderen werden sich auch weiterhin nicht an irgendwelche Regeln halten, sondern das tun was für sie von nationalem Interesse ist.
Daher bleibt leider auch dem deutschen Staat nichts anderes übrig, als in der Krise gezielt der deutschen Industrie und Wirtschaft finanziell über die Talsohle zu helfen -wie es die asiatischen Länder schon lange erfolgreich machen. Auch Protektionismus darf kein ideologisches Tabu sein.
Sonst haben wir hier in Deutschland ganz schnell noch mehr Massenarbeitslosigkeit und Verarmung.
Dies kann jeden von uns treffen !
Wenn die Chinesen wollen, dann können sie allen Entwicklungsländern dieser Welt mit Krediten helfen und dort ihre zukünftigen Absatzmärkte finden. Gar nicht so dumm sind die, wie es uns unsere Propagandaabteilungen immer weismachen wollen.
Sind die frech, die Chinesen! Und gefährlich sind sie. Und allein schon ihre Farbe! Und das Dauergrinsen, nicht wahr. Und das Messer hinter dem Rücken. Und Gefühle haben diese Asiaten eh keine. Und ... täglich grüßt die Klischeeschleuder SZ.
Paging