Gleich zu Beginn des Welternährungsgipfels ist eine neue Taktik gegen Hunger in der Welt festgelegt worden. Dummerweise wollen die Staatsschefs sie nicht bezahlen.
Der Welternährungsgipfel in Rom hat gleich zu Beginn des mehrtägigen Treffens eine neue Strategie im Kampf gegen den Hunger in der Welt beschlossen. Damit sollen arme Länder in die Lage versetzt werden, selbst ausreichend Lebensmittel für die Versorgung der eigenen Bevölkerung zu produzieren.
Mehr als eine Billion Dollar wurde rund um den Globus für die Finanzindustrie bereitgestellt - doch der Staatengemeinschaft sind 44 Milliarden jährlich zur Bekämpfung des Hungers zu viel. (© Foto: Getty)
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Kein konkretes Ziel
Die Teilnehmer sagten zwar zu, die Hilfe für die Landwirtschaft armer Länder substanziell zu erhöhen. Die von der Welternährungsorganisation (FAO) im Kampf gegen den Hunger von einer Milliarde Menschen als notwendig bezeichneten 44 Milliarden Dollar wurden aber nicht bewilligt. FAO-Chef Jacques Diouf hatte das Ziel abgesteckt, dass die Regierungen jährlich diesen Betrag bereitstellten, um die Agrarproduktion vor allem in armen Ländern anzukurbeln und den Millionen Kleinbauern zu helfen.
Auch die Hoffnung der FAO, der Gipfel werde sich zum Ziel bekennen, bis 2025 den Hunger in der Welt zu beseitigen, ging nicht in Erfüllung. In der Deklaration wird es nicht erwähnt.
Papst Benedikt XVI. hatte unterdessen die Weltgemeinschaft zur Verantwortung im Kampf gegen die sich verschärfende Hungerkrise und zur Solidarität mit den ärmsten Ländern der Erde aufgerufen. "Hunger ist das grausamste und konkreteste Zeichen von Armut", sagte Benedikt, der erstmals vor der FAO sprach.
Papst geißelt Egoismus
"Es ist unmöglich, weiterhin den Überfluss und die Verschwendung zu akzeptieren, während das Hunger-Drama immer größere Ausmaße annimmt", mahnte der Papst.
Er sicherte die Hilfe der katholischen Kirche in einem Kampf zu, der keine Verzögerungen und Kompromisse erlaube.
Benedikt wandte sich dabei scharf gegen Agrarsubventionen, die den Markt zulasten der armen Länder verzerrten, und verurteilte den "Egoismus", mit Getreide so wie mit anderen Waren zu spekulieren. "Die internationale Gemeinschaft hat die Pflicht, mit den Werkzeugen der Zusammenarbeit zu antworten." Die derzeitigen Mechanismen der weltweiten Nahrungsmittelsicherung seien allerdings zu schwach und müssten deshalb überdacht werden, verlangte das Kirchenoberhaupt.
Der UN-Gipfel mit mehr als 60 Staats- und Regierungschefs sucht in Rom nach Mitteln gegen die weltweite Hungerkrise. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte die Weltklimakonferenz im Dezember in Kopenhagen entscheidend auch für den Kampf gegen Hunger. Das Vorgehen gegen den Klimawandel und für Nahrungsmittelsicherheit hingen miteinander zusammen.
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(sueddeutsche.de/dpa/AP/hgn/tob)
Griechenland in der Schuldenkrise
"Papst Benedikt XVI. hatte unterdessen die Weltgemeinschaft zur Verantwortung im Kampf gegen die sich verschärfende Hungerkrise und zur Solidarität mit den ärmsten Ländern der Erde aufgerufen. "
Das sagt ausgerechnet einer, der mit seinem Kampf gegen jegliche Geburtenregelung eine der Ursachen für den Hunger in der Welt verschärft! In meinen Augen ist dies blanker Zynismus.
gerade der Papst, der in diesen Ländern noch gegen Kondome und für "seid fruchtbar und mehret euch" predigt hat kein Recht die moralische Keule zu schwingen. Entwicklungshilfe kann nur im Zusammenhang mit einer gesteuerten Bevölkerungsentwicklung/Bildung nachhaltige Effekte erzielen. Die heute hungernden nur zu ernähren verdoppelt das Problem innerhalb kürzester Zeit.
zur Selbsthilfe (selbst ausreichend Lebensmittel für die Versorgung der eigenen Bevölkerung zu produzieren) handeln.
Gleichzeitig muss sichergestellt sein, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie vonnöten ist und nicht vorher in "dunklen" Kanälen verschwindet.
Komisch, in dem Artikel wird leider nicht erwähnt, dass reihenweise korrupte Regierungen - speziell in Afrika - sehr gerne die Gelder einstecken würden, natürlich zu eigenem Nutzen! Aus anderen Quellen verlautet zusätzlich, dass China Milliarden an " Entwicklungshilfe" zahlt, aber nur zu eigenen Bedingungen. Will heißen: man kauft der Regierung große Ländereien ab, bearbeitet sie zur Rohstoffgewinnung mit eigenen, chinesischen Mitarbeitern und eigener Verpflegung. Im Klartext bedeutet das, dass durch Korruption eine neuartige Kolonialpolitik betrieben wird, gegen die Bevölkerung. Und da sind noch internationale Konzerne, die es inzwischen ebenso tun. Die korrumpierten Regierungen verdienen daran prächtig und die Menschen hungern. Nicht zu vergessen, internationale Spekulationen mit Agrar-Rohstoffen und die Infamie der EU, Fleisch und Getreide hoch subventioniert in Afrika und zum Teil auch in Asien zu Dumping-Preisen zu verkaufen, so dass die einheimischen Bauern ihre Produkte nicht mehr absetzen können. Nicht zu vergessen, fragwürdige " Kreditgeber" die mit halsabschneiderischen Zinsen die Bauern übervorteilen, so das die immer ärmer werden. Über Monsanto und Konsorten wird vorsichtshalber überhaupt nicht gesprochen!
Zitat:"Die von der Welternährungsorganisation (FAO) im Kampf gegen den Hunger von einer Milliarde Menschen als notwendig bezeichneten 44 Milliarden Dollar wurden aber nicht bewilligt."
Na Gott sei Dank. Schön langsam sollte ja wohl der D****** unter uns mitbekommen haben, das Geldgeschenke nichts, aber auch gar nichts, bringen.
Vielmehr müssen die "GlobalPlayer" wieder in einen rechtlichen Rahmen zurückgeführt werden, damit in diesen Ländern überhaupt wieder ein Binnenmarkt entstehen kann.
(Liebe EU, den Milch/Butter/Getreideüberschuss (was halt gerade so anfällt) nach Afrika zu exportieren und dort zu Dumpingpreisen zu verkaufen, macht die Sache auch nicht gerade leichter)
Wie gesagt, anstatt Geld zu geben sollte man für Bedingungen sorgen, damit sich diese Binnenmärkte wieder von alleine nachhaltig erholen können. Das aber würde heißen sich mit der Wirtschaftslobby anzulegen, sprich sich den eigenen Ast auf dem man sitzt, abzuschneiden.
Paging