Weihnachtsgeschäft im Visier Amazon-Mitarbeiter streiken wieder

Das Streikplakat in Bad Hersfeld könnte noch länger hängen. Verdi will auch wäherend des Weihnachtsgeschäfts streiken, wenn es keine Einigung im Tarifstreit gibt.

Druckmittel Weihnachtsgeschäft: Die Gewerkschaft Verdi setzt ihre Streiks beim weltgrößten Online-Versandhändler Amazon fort. Am größten deutschen Verteilzentrum in Bad Hersfeld und in Leipzig sind die Beschäftigten aufgerufen, die Arbeit ruhen zu lassen. Im Weihnachtsgeschäft will Verdi den Druck auf Amazon weiter erhöhen.

Im Kampf um einen Tarifvertrag beim Internetkonzern Amazon stehen am Montag erneut Streiks in Leipzig und Bad Hersfeld an. Am größten deutschen Verteilzentrum in Bad Hersfeld haben die Beschäftigten bereits um kurz nach Mitternacht ihre Arbeit niedergelegt. "In Leipzig beginnt der Streik mit der Frühschicht", sagte ein Gewerkschaftssprecher am Morgen. Die Beschäftigten werden ihre Arbeit den ganzen Tag über ruhen lassen.

Die Gewerkschaft Verdi fordert einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Amazon lehnt das ab und orientiert sich an den günstigeren Konditionen der Logistikbranche. Deswegen kommt es seit dem Sommer immer wieder zu Streiks.

Im Weihnachtsgeschäft will Verdi nun den Druck auf Amazon erhöhen. Das liege ganz in der Hand von Amazon, erklärte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middecke: "In der Sekunde, in der Amazon in Verhandlungen einwilligt, sitzen wir am Tisch und stehen nicht mehr vor der Tür."

Der hessische Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Schiederig erklärte, die Gewerkschafts sei "bereit, diesen Tarifkampf auf längere Dauer zu führen". Amazon könne solange nicht mit Ruhe rechnen, "bis wir die Tarifbindung hergestellt haben". Verdi hatte die Logistikzentren in Leipzig und Bad Hersfeld in den vergangenen Monaten bereits mehrfach bestreikt.