Etliche Einzelhändler bangen angesichts einer lahmenden Konjunktur um das Weihnachtsgeschäft, doch es gibt auch Gewinner - die Discounter. Weil Geiz wieder geil ist.
Kurzarbeit, Stellenabbau und Produktionsstopps hinterlassen ihre Spuren bei den Verbrauchern. Selbst die Konsumenten, die nicht direkt von der sich abkühlenden Konjunktur betroffen sind, halten aus Angst vor schlechten Zeiten ihr Geld zusammen.
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Hauptsache billig: Während der klassische Einzelhandel um das Weihnachtsgeschäft bangt, stürmen die Kunden die Läden der Discounter. (© Foto: Reuters)
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Entsprechend groß sind die Befürchtungen der Einzelhändler vor einem miserablen Weihachtsgeschäft. "Es wird eines der schwierigsten Weihnachtsgeschäfte seit Jahren", prognostiziert Mirko Warschun, Handelsexperte der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Doch nicht jedem bereitet das Weihnachtsgeschäft schlaflose Nächte, denn es gibt auch Profiteure - die Billigläden. "Die Discounter gehen als Gewinner aus der Krise hervor", sagte Warschun zu sueddeutsche.de.
Gestützt wird seine These von einer aktuellen Studie des Handelsforschungsinstituts TradeDimensions: Demnach hat der Marktanteil der Niedrig-Preis-Spezialisten in den vergangenen 15 Jahren von 25,8 auf 41,3 Prozent zugelegt. Besonders rasant wächst der Bereich Lebensmitteldiscount: Allein im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Lebensmitteldiscounter dem Handelsforschungsinstitut EHI Retail Institute zufolge von 14.806 auf 15.219 Filialen bundesweit.
Verbraucher haben immer weniger in der Tasche
"Auch im Textilwarenbereich haben die Discounter kräftig an Boden gewonnen", berichtet Claudia Gaspar von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Nach Angaben der GfK kommen die Discounter, zusammen mit den Textilangeboten in den Lebensmittelmärkten, auf einen Marktanteil von 17 Prozent am Textileinzelhandel. Der erst 2004 gegründete Euroshop zählt mittlerweile 100 Filialen in ganz Deutschland. Der Mode-Discounter Takko verkauft seine Billigwaren an mehr als 900 Standorten und will in den kommenden Jahren jährlich 150 neue Geschäfte öffnen. Auch Kik hat mit 2500 Filialen in Deutschland und Österreich eine stolze Bilanz vorzuweisen. Selbst in den Möbel-, Haushaltswaren- und Elektronikmärkten bekommt das Niedrigpreissegment der GfK zufolge zunehmend mehr Gewicht.
Die Sparsamkeit der Verbraucher ist jedoch nicht nur eine direkte Folge der weltweiten Finanzkrise. Der Boom der Billiganbieter liege auch daran, weil "der Teil der Gesellschaft, der stark aufs Geld achten muss, immer größer wird", sagte der Geschäftsführer des Textileinzelhandelsverbandes, Siegfried Jacobs, zu sueddeutsche.de.
Während Kosten für Mobilität und Miete immer weiter steigen, wachsen die Einkommen und Transferzahlungen nicht in dem Maße mit. "Der Anteil, den ein Verbraucher von seinem verfügbaren Einkommen letztlich übrig hat, ist von 40 auf 29 Prozent gesunken", sagt Martin Schüller, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Hessen-Nord.
Und die Entwicklung wird immer dramatischer. Der GfK zufolge hatte im Jahr 2007 mehr als ein Viertel der Deutschen das Gefühl, sich nichts mehr leisten zu können. Sechs Jahre zuvor waren es noch 19 Prozent. Kein Wunder also, dass so viele Verbraucher auf Discount-Produkte zurückgreifen.
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Das Problem ist nicht nur die Lohndrückerei, sondern auch die Abgabenlast. Das sollte man auch bedenken.
Putzfrau beschäftigen, 2x soviel fürn Plasma TV ausgeben ... sorry aber wo man seit Jahrzehnten die Löhne drückt ist dat nicht wirklich drin. Von Hartz4 (nach einem verurteilten Verbrecher benannt) und Niedrigstlöhnen Steigerung von ca 15% auf 23% die darüber sind nach unten nachgerutscht kann sich das keiner leisten.
Es gibt sie noch die kleinen Händler, die ehrlich beraten, die kleinen Gewerbetreibenden, die kleinen Dienstleister.
Doch wer rennt denn zu den großen Ketten, weil Geiz geil ist? Wer ist es, der meint kein Geld zu haben und trotzdem 2000 Euronen für einen Plasma-TV rausschmeisst, weil er konsumieren will, mehr, mehr, mehr mit gleichviel oder weniger Geld?
Anstatt auf gute Beratung zu setzen und auch die kleinen Anbieter zu unterstützen, die sicherstellen, dass die Nachfrage lokal den Arbeitsmarkt belebt, rennt der Mittelstand in die großen Geschäfte und sorgt dafür, dass die Marktkonzentrierung überhaupt stattfinden kann!
Nein, nicht die Unternehmer sind schuld, die das natürlich nutzen wollen, sondern diejenigen, die das überhaupt ermöglichen, der Verbraucher!
Wann habt Ihr denn das letzte Mal anstatt zu konsumieren einfach mal eine Putzfrau beschäftigt, um mehr FREIZEIT zu haben? Ja, auch das ist Lebensqualität, nicht nur das sinnlose Navi, das niemand wirklich braucht!
Wann habt Ihr das letzte Mal bewußt auf Dinge verzichtet, weil sie einfach nur LUSTKÄUFE waren, ohne aber jemals danach benutzt zu werden?
Denkt mehr regional, stärkt die Händler vor Ort, auch wenn sie teurer sind!
Nicht die Marktwirtschaft hat versagt, sondern der Mittelstand, der sich einreden läßt alles sofort zu brauchen und GEIZ sei GEIL!
...... wird sich durch die politisch gewollte Kastrierung der Mittelschicht weiter verstärken. Was wird übrigbleiben? Eine Monopolstellung weniger großen Händler die ein Kartell bilden.
Die Situation von Heute im Handel; die Beratung von der Geräteprovision der Verkäufer abhängig ist und nicht vom Nutzen den der Verbraucher wünscht, einen Service der das Wort nicht verdient und den Kunden durch fadenscheinige Garantiebedingungen abwürgt und der Neukauf sinnvoller erscheint als die Reparatur.
Nicht nur die kleinen Händler werden dadurch zugrundegerichtet viele Marken werden diesen Raubbau der angeblichen Discounter nicht überleben. Am Schluss und der ist nicht mehr so weit, werden die Discounter nur wenige Marken anbieten die überall gleich kosten.
Die freie Marktwirtschaft wird sich damit selbst in eine Monopolisierung treiben wie dies in sozialistisch geführten Ländern üblich war. Wenig Auswahl zu Einheitspreisen.