Gefährdete Arbeitsplätze sind das Hauptargument der Automobilindustrie im Kampf gegen strengere CO2-Richtlinien. Doch ein Argument wiegt noch schwerer: Die Wünsche des Kunden.
Bei den deutschen Automobilherstellern stößt der Vorstoß zur verpflichtenden Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes naturgemäß auf wenig Gegenliebe. Sie erachten die Senkung der Grenzen innerhalb des von EU-Kommissar Dimas vorgesehenen Zeitrahmens für nicht realisierbar.
Die Automobilindustrie wehrt sich gegen Pläne zur Senkung der Schadstoffgrenzen und verweist auf gefährdete Arbeitsplätze und Kundenwünsche. (© Foto: Porsche)
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Bei BMW betrachtet man die Vorschläge als "massive industriepolitische Intervention zu Lasten der gesamten europäischen, aber im Besonderen der deutschen Automobilindustrie." Ein Sprecher der BMW-Group meinte auf Anfrage von sueddeutsche.de: "Der Vorschlag würde die Wettbewerbsfähigkeit zahlreicher Standorte in Europa massiv schwächen."
Eine Abwanderung zahlreicher Arbeitsplätze bei den deutschen Automobilherstellern und Zulieferern wäre demnach die Folge. Wieviele Arbeitsplätze bei BMW konkret gefährdet wären, wollte man allerdings nicht kommentieren.
Integrierter Ansatz statt Vorschreibungen
Statt der Einführung verpflichtender Grenzwerte setzt man sich bei BMW für den sogenannten "integrierten" Ansatz ein: Dieser bezieht neben der Motorenoptimierung Maßnahmen wie das Angebot von Biokraftstoffen, Verkehrsmanagement und Eco-Driving-Aktivitäten mit ein, die in Summe einen geringeren Schadstoffausstoß ergeben sollen.
Auch bei Mercedes-Benz verwehrt man sich dagegen, dass die gesamte Last der Schadstoffreduktion auf die Automobilindustrie abgewälzt wird. Denn die Umsetzung der Vorschriften wäre in einem für die Autoindustrie sehr kurzen Zeitrahmen von fünf Jahren technisch nicht realisierbar, so die Schwaben.
Nur mehr Fünf-Liter-Autos?
Diese Kriterien könnten nur Kleinwagen erfüllen, meint eine Konzern-Sprecherin zu sueddeutsche.de: "Umgerechnet würde diese Forderung bedeuten, nur mehr kleine Fahrzeuge herzustellen, die rund fünf Liter Benzin oder 4,5 Liter Diesel verbrauchen dürften. Alle größeren Fahrzeuge ab der Mittelklasse könnten diese Auflage auf dem heutigen Stand der Technik nicht erfüllen."
Auch sie verweist auf die Verwerfungen in der europäischen Automobilindustrie: "Japanische Hersteller, die traditionell stark im Kleinwagen-Sektor vertreten sind, könnten diese Auflagen eher erfüllen, müssten sich aber bei einem Verkauf in der EU auch an diese Regeln halten. Die meisten europäischen Autohersteller könnten dann jedoch nicht mehr in der EU verkaufen und müssten ihre Fahrzeuge in anderen Märkten absetzen, beispielsweise in den USA oder China."
Andere Länder - andere Vorschriften
Denn in den Ländern, die das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert haben, wären die Richtlinien nicht derart streng wie in der EU: So regeln Vorschriften in den USA beispielsweise nur den durchschnittlichen Flottenverbrauch: Dabei werden alle angebotenen Fahrzeuge eines Herstellers in Klassen geordnet und der durchschnittliche CO2-Ausstoß erhoben.
Eine Regelung, mit der man bei Mercedes "vergleichsweise gut leben kann". Auf dem selben System baut übrigens auch die freiwillige Selbstverpflichtung der deutschen Automobilindustrie auf: Diese sieht einen durchschnittlichen Flottenausstoß von 140 Gramm CO2 pro Kilometer vor.
Doch letzten Endes läge ein großer Teil der Verantwortung auch bei den Konsumenten, meint die Mercedes-Sprecherin abschließend: "Die Kundenanforderungen gehen in eine ganz andere Richtung. Die kleinen und sparsamen Modelle wie unser A140 erweisen sich wirtschaftlich oftmals als Ladenhüter."
(sueddeutsche.de)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
Es ist die typisch Deutsche Krankheit. Ja nichts von anderen lernen, sich immer für etwas besseres Halten und Großkotzig auftreten. Was die Deutschen endlich einmal lernen sollten ist, das wir in Europa zuhause sind und das dabei andere Regeln gelten. Wenn die Mehrheit schärfere Klimaschutzbestimmungen wollen, dann ist dies hinzunehmen, das ist die Basis jeder Demokratie. Wenn die Deutschen Autobauer es mal wieder verschlafen haben (Katalysator und Dieselrußfilter waren ja nicht genug), dann ist es deren eigene Schuld bzw. die Schuld einiger Politiker und der Konzernführungen. Die Autoindustrie wird nach einer kürzlich veröffentlichten Studie von Boston Consulting mittelfristig ihre Bedeutung für die Wirtschaftsleistung verlieren und zwar Weltweit. Vielleicht sollte man bei den Deutschen Autobauern endlich Vorstände und Führungspersonen aus dem Ausland einsetzen, Pragmaten anstatt weinerlicher Ideologen. Ich halte die deutschen Manager in den Konzernen für ungeeignet und falsch ausgebildet. Wenn jemand der Meinung ist, dass dort die Elite sitzt der belügt sich selbst. Ein BWL, VWL oder Jurastudium ist keine hinreichende und ausreichende Basis um an der Spitze eines Technologiekonzerns (und das sind Automobilbauer ja) zu stehen. Da braucht es Leute mit Kreativität, Vision und Problemlösungsverögen und alle o.g. Berufsgruppen verfügen darüber meistens nicht, sind Teil und Ursache des Problems. Anstatt bei der EU-Initiative Proletenhaft und Intelligenzlos in Brüssel und Berlin herumzuschreien, wäre man besser in die Offensive gegangen und hätte Technologische Inovationen aus dem Hut gezaubert und Lösungen aufgzeigt. Stattdessen hat man sich selbst ins Knie geschossen und hat der Deutschen Automobilindustrie einen Imageschaden als Inovationsarme Industrie beschert. Das Problem liegt in den Konzernzentralen nicht bei den Ingeneuren der Konzerne. Es zeigt die ganze Unfähigkeit der Konzernzentralen. Mein Rat : besetzt die Führungsposition dort mit Ingenieuren und Naturwissenschaftlern, mit Leuten die analytisches Denken und Problemlösen gelernt haben, die Visionen und Inovationen in die Wege leiten können. Leider gibt es die Leute auf die dieses Profil passt in Deutschland zu selten. Vielleicht sucht man dieses Leute mal in Frankreich oder Japan, denn die haben es ja vorgemacht, das man auch Klimaschonende Autos bauen kann. Wäre doch nett und der Globaliserung nützlich wenn bei BMW ein Japaner und eine Japanischer Vorstand das sagen hätte. Ich würde mir das wünschen.
Die Lösung zu dieser menschenverachtenden Haltung deutscher Industriemanager ohne Hirn und Verstand ist ganz einfach:
Kauft keine deutschen Autos mehr!!! Besprecht auch unsinnige Karossen vom Schlage eines mittlerweile eingestellten Cayenne Turbo S nicht mehr in faszinierenden Formen. Dinosaurier gehören ins Museum.
Nur der Boykott, gefolgt vom möglichen Aufstand der Anständigen in der Industrie kann noch etwas bewirken. Die SZ Aufstellung zeigt deutlich, das z.B. ein BMW 318d (ein Auto, dessen Grösse vor nicht allzu langer Zeit noch als Oberklassekonform galt) gar nicht so weit von den Limiten entfernt ist.
Den Kollateralschaden vieler Arbeitsloser muss man dann leider in Kauf nehmen oder darauf hoffen, dass die Mitarbeiter endlich gegen ihre schwachsinnigen Steuerfiguren rebellieren und das Heft in sinnvoller Weise in die Hand nehmen.
Es mag richtig sein, dass die Autoindustrie 6 Jahre Entwicklungszeit braucht. Nun ist aber der Klimawandel kein Scoop von letzter Woche. Leute, die die Zeitung lesen wissen das schon mindestens schon seit 10 Jahren. Nun stellt sich die Frage, lesen die Manager unserer Automobilindustrie die Zeitung. Es sieht nicht so aus. Vielleicht ist sie zu teuer, oder sie haben keine Zeit.
Ich wohne seit mehr als 20 Jahren in Frankreich. Als ich dort ankam, gab es auch grosses Gejammere über den Kath. Inzwischen haben französische Ingenieure und Manager ihr Gehirn eingesetzt und locker die deutsche Automobilindustrie in punkto Umweltschutz überrundet. Die Manager sind klar die Schuldigen - ich sage nur Phaeton ,
aber leider müssen die Arbeitnehmer die Zeche bezahlen, wenn die deutschen Autos vernünftige Auflagen nicht erfüllen können. Wenigstens sollte man dann auch die Manager in die Wüste schicken, ohne Abfindung versteht sich.
Die Probleme der Mercedes Kleinwagen sind hausgemacht, sie sind viel teurer als vergleichbare Autos und fallen darüberhinaus leichter um.
Die Politik sollte die 130 km/h Beschränkung auf Autobahnen einführen, das würde jeden Anreiz nehmen, Auto zu bauen, die mit 200 über die Autobahn brausen, und dann natürlich die Emissionsbeschränkungen nicht einhalten können.
Ich jedenfalls kaufe so schnell kein deutsches Auto mehr, vorsätzliche Umweltzerstörung unterstütze ich nicht.
heyinparis
Die Autoindustrie benötigt etwa 6 Jahre zur Entwicklung eines neuen PKW- und Antriebskonzepts. Die Vorlaufzeit bis 2012 ist somit zu kurz.
Häme gegenüber der PKW Industrie in Deutschland ist unangebracht:
Wenn die neuen Vorstellungen 2012 Gesetz werden, dann kann die deutsche Autoindustrie
tatsächlich einpacken und die EU verlassen. Nur Kleinwagen erfüllen heute die neue Norm, aber beileibe nicht alle (Mein Peugeot 206 z.B. nicht, ein Polo aber auch nicht). Deshalb sind Hersteller von Kleinwagen (Japan, Frankreich) zunächst besser dran. Deutsche Mittelklassewagen und natürlich die Oberklasse wären aber out, endgültig.
Die Automobilindustrie ist die größte Industrie im Lande, mit riesigem Exportanteil. Können wir darauf so einfach verzichten, bevor einmal alternative Antriebe (Wasserstoff, Direktumwandlung, nicht aber Hybrid) zur Verfügung stehen?
www.loremo.de
den habe ich mir bestellt....2009 ist es so weit!
vlg
nolon
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