Die Bundesrepublik wird vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt - im Auftrag der EU-Kommission. Brüssel stört sich an einem neugefassten deutschen Gesetz über ein superschnelles Datennetz der Telekom: Es sollte über Jahre hinweg von der Überwachung durch die Wettbewerbshüter ausgenommen werden.

Der Streit zwischen Brüssel und Berlin um eine "Regulierungspause" für die Deutsche Telekom ist eskaliert und wird nun von den höchsten EU-Richtern entschieden.

Glasfaserkabel der Deutschen Telekom

Die Deutsche Telekom baut ein superschnelles Datennetz auf: Ein Arbeiter verlegt dafür Glasfaserkabel. (© Foto: AP)

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Die EU-Kommission beschloss am Mittwoch in Brüssel eine Klage gegen Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) wegen des neugefassten Telekom-Gesetzes.

Offiziell wollte die Kommission ihre Entscheidung gegen Mittag bekanntgeben.

Von der Überwachung ausgenommen

Das umstrittene Gesetz nimmt das neue superschnelle Datennetz der Telekom (VDSL) über mehrere Jahre hinweg von der Überwachung durch die Wettbewerbshüter aus.

Berlin habe in dem seit Monaten laufenden Verfahren wegen Verletzung des EU-Vertrags nicht angemessen auf Einwände der Kommission reagiert, hieß es in Brüssel.

Die Telekom führte bisher an, die Ausnahme sei gerechtfertigt angesichts von geplanten Investitionen in Höhe von drei Milliarden Euro.

Das neue Netz soll Übertragungsraten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (mbit/s) ermöglichen. Derzeit sind im herkömmlichen DSL-Netz bis zu 6 mbit/s und bei besonders schnellen Verbindungen 16 mbit/s möglich.

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(dpa)