Die Banken, die Staaten brauchen neues Geld, ja, aber nur um den Preis von Strukturveränderungen. Wer von Alternativlosigkeit redet, gibt sich auf. Mehr noch: Er verlagert die Probleme von heute auf morgen und potenziert sie. Dabei weisen gerade die Ereignisse der vergangenen Monate in die andere Richtung. Es stimmt ja nicht, dass in der Krise alles falsch lief. Drei Beispiele:
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Erstens: Problematische Regierungen, die zunächst innenpolitisch unanfechtbar zu sein schienen, sind von der Krise hinweggefegt worden. In Griechenland war das ein System des Nepotismus bei beiden großen Parteien, in Italien der gemeingefährliche Impresario Berlusconi.
Zweitens: Politik bekommt ihre Würde zurück. Sie ist nicht mehr nur Selbstbedienung. Der Spanier Zapatero, der Grieche Papandreou regierten im Bewusstsein der kommenden Niederlage. Technokraten wie Papademos und Monti bekommen Mehrheiten im Parlament.
Drittens: Die Notwendigkeit einer Stabilitätskultur spricht sich in Europa herum. Das war bisher nicht der Fall. Den Stabilitätspakt stülpten die Deutschen den anderen über, er wurde dort nie wirklich akzeptiert. Jetzt wissen die Staaten aus eigener Anschauung um den Wert von Haushaltsdisziplin. Spanien hat sich eine Schuldenbremse in die Verfassung geschrieben. Die französische Regierung bequemt sich in Gestalt von Sarkozy zu Positionen, die früher undenkbar gewesen wären.
Es gab also zuletzt entgegen den Statements der Apokalyptiker Fenster für politische Gestaltung. Und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass dies für die nächsten Wochen nicht auch weiter gilt. Die Staats- und Regierungschefs haben es in der Hand, beim Gipfel nächste Woche und danach Zeichen zu setzen. Sie werden nicht in einer Abendsitzung die EU neu erfinden, aber sie können glaubhaft einen Prozess einleiten, der am Ende die Wirtschafts- und Währungsunion vollendet, die im politischen Kampf der neunziger Jahre zwischen François Mitterrand und Helmut Kohl auf der Strecke geblieben ist.
Erst und nur in diesem Zusammenhang wäre auch Raum für eine gemeinsame Fiskalpolitik, für Euro-Bonds, für eine noch aktivere Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB), vermutlich am Ende aus Gründen der Machtbalance ein Mix aus allem. Wer alles das jetzt vorschnell in Panik preisgibt, der versündigt sich an der Zukunft Europas.
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(SZ vom 03.12.2011/bürk)
Machtkampf in der Linken
Dem Autor dieses Beitrags kann ich in etlichen Punkten beipflichten. Allerdings scheint er sich mit möglichen Auswegen aus der Schuldenkrise noch nicht so richtig beschäftigt zu haben. Diese sind, zumindest theoretisch, folgende: Inflation, Wachstum, Steuererhöhungen, Schuldenschnitt. Wenn man mal in Ruhe die Fakten zusammen sammelt, kommt man schnell zu der Erkenntnis, dass die ersten drei Varianten Jahrzehnte brauchen würde und eine völlig illusorische jahrelange Disziplin der europäischen Regierungen voraussetzt. Das wird nie funktionieren.
Bleibt also nur der Schuldenschnitt -Haircut 100-, also die Streichung aller Staatsschulden bei gleichzeitigem Verbot einer erneuten Verschuldung. Das bedeutet den Zwang zu ausgeglichenen Haushalten auf allen Ebenen, notfalls finanziert durch Steuererhöhungen für die Vermögenden. Natürlich ginge das nur auf europäischer Ebene, d.h. zumindest alle Eurostaaten handeln synchron.
Man mag einwenden, dass führe ins Chaos, aber das ist durch nichts belegt. Das ist lediglich wieder das apokalyptische Gemälde der einschlägig interessierten Kreise, mit dem Ziel, zu suggerieren, die Interessen der oberen Zehntausend wären identisch mit dem Interesse der Gesellschaften insgesamt. So kann man alles als "alternativlos" verkaufen.
- update - Derivaten Müllberg ist auf über 700 Bn. $$$ gewachsen.
ZHedger haben sogar die Struktur auseinander gewuselt.
Einziger Mensch der im Bilde sein kann/sollte, ist der Joe Ackerman, als ISDA Chairman.
Bernank hat seit 2008 den PDs stolze 16 Bn. falsifizierten $$$ ausgehändigt, und die thematisiert kein Schwein. ( Liebe Deutsche Bank hat sich aus diesem pool läppische 534 Mrd. $$$ abgezwackt, und nu quiekt nach dem cash ). Bernie Sanders hat den pdf. ( GAO Fed Audit ). Ich schätze das ein Drittel der Knete als Waffe gegen EU verwendet worden ist. ( Such eine wackelige Bank/Staat, pumpe die Knete rein, drehe denen den Schrott an, besorge dir CDS an den Schrott und die Bank/Staat, und shorte die zum Tode ). MBS franchise pur.
Never touch a running system.
Im Q2 nächsten Jahres sind mickrige 1,6 Bn. € PIIGSFBE Bonds fällig.
Der werte Author serviert den humoristischen KoolAid am Ende des Sessions, sodass die "Wahrheit" mindestens übers Wochenende leben kann, ohne lästige Nörgler die das Meisterwerk des Journalissmuss devalvieren können. Nüx was wir nicht gesehn haben.
Irgendwie funzen die Medien wie die Börse. Meiste Eregniße, ( Ergo Betrug und Manipulationen ), passieren nach der Glocke... :-P
Eg0l - zerohedge , aka Tylers pennen nie ....
Das Vertrackte an der Schuldenkrise ist, dass niemand seine wahren Dimensionen und Folgen kennt bzw. einschätzen kann - weder die Apokalyptiker noch Marc Beise. Insofern können erstere zu Recht gescholten werden, allerdings muss sich auch letzterer vorhalten lassen, dass sein zorniges "Abwiegeln" falsch sein kann.
Ich würde dem Autor in seiner Analyse und seinem versöhnlicherem Ausblick ja gern folgen, wenn sie kräftige Substanz hätten. Doch er verweist lediglich auf drei Micky-Maus-Beispiele, lässt aber den Zielkonflikt, das Dilemma dieser Krise unbesprochen, und zwar die Tatsache, dass ein gigantischer europäischer Schuldenberg bis zu einer verträglichen Marge abgetragen werden, also durch Haushaltsdsisziplin eingespart werden muss, während die nationalen Ökonomien wachsen müssen, um all das finanzieren zu können und um keine weiteren Defizite entstehen zu lassen.
Ich gebe zu bedenken, dass dies den politischen Eliten Europas selbst unter weitaus günstigeren Bedingungen nie gelungen ist. Siehe die von ihnen aufgetürmten Staatsverschuldungen! Wie soll ihnen also unter Krisenlagen gelingen, was sie in normalen Zeiten auch nicht annähernd hinbekommen haben?
Nein, bis auf weiteres neige ich getrost der Ansicht zu, dass die Krise eher so bitterböse ist, wie´s die Tataren-Meldungen verheißen.
In den letzten 3 Jahren haben die Staaten weltweit ca. 32,5 Bio $ aufgewendet, natürlich alles auf Pump, um die Bankster zu retten und um einen selbsttragenden Aufschwung auszulösen. Beides ist gründlich in die Hosen gegangen. Europas Banken sitzen auf über 18 Bio $ Kreditrisiken, das sind 44% ihrer gesamten „Vermögensanlagen“.
Europas Bankster erhielten von den EU-Staaten gewaltige Summen zur Verfügung gestellt, um die Finanzstabilität zu erhalten. Allein zwischen Okt. 2008 und Okt. 2010 genehmigte die Europäische Kommission nach eigenen Angaben Steuergelder der 27 Mitgliedstaaten für den Finanzsektor im Umfang von insgesamt 4589 Mrd Euro (4,5 Bio). Und schon wieder wurde jeder Cent an den Börsen und im Eigenhandel verzockt. Die Armen, die sind schon wieder/immer noch so pleite wie anno 2007.
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/EUStaaten-greifen-fuer-krisengeschuettelte-Banken-tief-in-die-Taschen/story/26492176
Im Quartalsbericht der BIZ vom Juni 2008 geht hervor, dass die Bankster weltweit auf ca.600 Bio $ absolut wertloser Papierschnipsel sitzen, aus den Bilanzen ausgelagert, um sie vor dem sofortigem Kollaps zu bewahren. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. http://www.bis.org/press/p080609_de.pdf
Und sämtliche Konjunkturstrohfeuer sind wirkungslos verpufft, ohne den gewünschten Erfolg. Jetzt sind fast alle westl. Ind.staaten pleite – noch mehr pleite geht nicht mehr. Wegbrechende Steuereinnahmen prallen auf explodierende Ausgaben für Zinsen und Soziales. In DE neigt sich unser kreditfinanzierter Export ebenfalls dem Ende zu. In den letzten 3 Jahren erhielten die PIIG(F)S über 500 Mrd. € von der EZB/DBB, um unsere Rechnungen bezahlen zu können. Da is auch Feierabend.
Unser erträumter Aufschwung – eine Fata Morgana
Und in China geht der Spuk von neu erstellten, aber leerstehenden Millionenstädten auch dem Ende zu, von dem gerade wir partizipierten. Die Immobilienpreise purzeln schon wie anno 2007 in den USA. Politkader verlassen bereits das sinkende Schiff und flüchten nach Europa. Vorerst mal.
Von der größten Krise der Neuzeit, entstanden durch Leben auf Pump, sehen wir erst die Spitze des Eisbergs – es hat sich ausgepumpt. In den letzen 20 Jahren hat sich die Weltverschuldung von ca. 18 Bio. $ auf über 96 Bio. $ vervierfacht. Und die Zentralbanken fluten schon im Wochentakt.
Noch ist dafür Zeit, sein Vermögen und seine Ersparnisse günstig und sicher in Rohstoffe und Edelmetalle
Mensch Beise. Der war gut. Tätätätä!
Wenn man nur diese Zeile liest, weiß man, von wem der Text ist.