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Wechselkurs Euro auf dem niedrigsten Stand seit 13 Jahren

Der Euro-Dollar-Kurs ist auf dem niedrigsten Stand seit 2002.

(Foto: picture alliance / dpa)
Die Zinsentscheidung in den USA schwächt Europas Währung gegenüber dem Dollar deutlich. Bald könnte ein Euro sogar weniger wert sein als die US-Währung.

Als die amerikanische Notenbank am Mittwoch ihren Leitzins anpasste - zum zweiten Mal seit der weltweiten Finanzkrise - hatte das auch unmittelbare Folgen für Europa. Der Euro verliert seit gestern Nacht an Wert. Für einen Euro gab es am Donnerstag zwischenzeitlich nur noch 1,0406 Dollar - das ist der niedrigste Stand seit 13 Jahren. Für Europäer heißt das: Importe werden teurer. Und: Wer in die USA reisen will, muss vorher mehr Euros eintauschen, um seine Reisekasse entsprechend zu füllen.

Der Wertverfall des Euro hält schon seit Wochen an. Einen deutlichen Schub gab es durch die US-Wahl: Die Finanzmärkte in den USA reagierten weitgehend positiv auf die Wahl von Donald Trump. Sie versprechen sich Vorteile von seiner Wirtschaftspolitik. Trump will die Steuern massiv senken, die Regeln für die Finanzbranche lockern und Milliarden in die amerikanische Infrastruktur investieren. Diese Signale stärkten auch den Dollar. Der Euro verlor dagegen an Wert.

Der Dax reagiert positiv auf den Wertverfall des Euro

Analysten gehen davon aus, dass sich dieser Wertverfall weiter fortsetzen wird. Auch, weil Fed-Chefin Yellen weitere Zinserhöhungen in den USA ankündigte. Selbst eine Parität von Euro und Dollar schließen Beobachter nicht mehr aus. Das hieße: Ein Euro könnte bald genauso viel wert sein wie ein Dollar. Das gab es zuletzt im Jahr 2002.

Der deutsche Aktienmarkt reagiert allerdings positiv auf den Wertverlust des Euro. Der Dax stieg am Donnerstag auf den höchsten Stand des ganzen Jahres (11 336,67 Punkte). Durch den schwächeren Wechselkurs können europäische Firmen ihre Produkte günstiger exportieren. Die Dax-Konzerne, von denen viele sehr exportlastig aufgestellt sind, profitieren besonders.

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