Flugannulierungen, Verspätungen, überfüllte Abflughallen: Für Reisende in Bayern geriet der Montag zum Albtraum. Am schlimmsten traf es Nürnberg.
Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben am Dienstag den Luftverkehr in Bayern stark behindert und mehrere tausend Fluggäste auf eine harte Geduldsprobe gestellt.
Der Nürnberger Flughafen war wegen der Warnstreiks zwei Stunden lahmgelegt. (© Foto: AP)
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Allein auf dem Münchner Flughafen fielen wegen befristeter Arbeitsniederlegungen der Bodenverkehrsdienste 25 Flüge aus - die meisten davon waren Inlandsflüge. Der Nürnberger Flughafen war wegen des Warnstreiks der Flughafenfeuerwehr am Dienstagmorgen für rund zwei Stunden lahmgelegt.
In München hatten am frühen Morgen rund 120 Mitarbeiter der Flugzeug-Abfertigung die Arbeit niedergelegt. Bis zum Vormittag kam es nach Angaben des Flughafenbetreibers zu mehr als zwei Dutzend Flugausfällen.
Eine Notvereinbarung mit der Gewerkschaft Verdi stellte aber sicher, dass die Sicherheit auf dem Flughafen in der bayerischen Landeshauptstadt wegen der Aktionen nicht gefährdet war.
Besonders hart traf der Warnstreik den Luftverkehr auf dem kleineren Nürnberger Flughafen. Dort ging nach Angaben eines Flughafensprechers zwischen 6 und 8 Uhr nichts mehr. Nach seinen Angaben hatten 20 Beschäftigte der Flughafenfeuerwehr für zwei Stunden die Arbeit niedergelegt. Ohne einsatzbereite Feuerwehr war aus Sicherheitsgründen kein Flugverkehr möglich. "Damit ist ein Flughafen so gut wie geschlossen", erläuterte der Sprecher.
Insgesamt seien 27 Maschinen von dem Warnstreik betroffen gewesen: 13 Flugzeuge hätten mit Verspätungen von bis zu 90 Minuten abgehoben, 14 seien mit erheblicher Verspätung in Nürnberg gelandet. Auch nach Ende des Warnstreiks sei es noch zu Verzögerungen zwischen 30 und 45 Minuten gekommen, die sich den ganzen Tag über fortsetzten.
Grund für die Warnstreiks sind die stockenden Tarifverhandlungen: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen fünf Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber halten diese Forderung für zu hoch.
In der vergangenen Woche waren die Verhandlungen in Potsdam deshalb ergebnislos vertagt worden, an diesem Mittwoch sollen sie weitergehen. Während der neuen Gespräche soll es zunächst keine weiteren Warnstreiks geben, kündigten die Gewerkschaften an.
(sueddeutsche.de/dpa/jcb/hgn)