Die Exporte stiegen im vergangenen Jahr auf 161 Milliarden Dollar, die ausländischen Investitionen auf 34 Milliarden Dollar, obwohl die Stärke der Landeswährung Real allmählich zum Problem wird. Deutschland mag das schöne Brasilien besonders und ist mit 1200 Firmen vertreten.

Anzeige

VW do Brasil baut seit 1958 Fahrzeuge und beschäftigt inzwischen mehr als 21.000 Mitarbeiter. Das erfolgreichste Automodell am fußballbegeisterten Standort trägt den Namen Gol, Tor. Thyssen-Krupp und seine Tochtergesellschaften haben 12.500 Angestellte; der Dax-Konzern steckt in keines seiner weltweiten Projekte so viel Geld wie in das Stahlwerk in der Bucht Sepetiba von Rio, drei Milliarden Euro.

Versöhnung mit dem Kapitalismus

Staatschef Lula war auch schon dort, Helm auf dem Kopf. Der frühere Metallarbeiter und Gewerkschaftsführer hat lange Erfahrung mit der Schwerindustrie, doch einst ging er gegen die Bonzen auf die Barrikaden. Die Hochfinanz war entsetzt, als Lula nach drei gescheiterten Versuchen 2002 zum Präsidenten gewählt wurde.

Inzwischen sind der geläuterte Marxist und das Kapital Freunde. Der Rebell von einst gibt den Mittler von Arm und Reich, Chávez und Bush. Der rote Stern seiner Arbeiterpartei PT ist kleiner geworden. Und wenn alles gut geht in der Tiefsee, dann wird Lula noch Ölscheich.

Sie sind jetzt auf Seite 3 von 3

  1. Ernährer der Welt
  2. Ernährer der Welt
  3. Sie lesen jetzt Ernährer der Welt
Leser empfehlen 

(SZ vom 22.8.2008/kim/tob)