Volkswagen will mit einem Langfristbonus für Manager die Marktführerschaft erreichen. Was wie eine gute Idee klingt, setzt die falschen Akzente.
VW stellt die Bezahlung von Vorständen und Führungskräften um. Statt Aktienoptionen soll in Zukunft der erfolgsabhängige Anteil an der Vergütung als "Langzeitbonus" bezahlt werden.
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VW-Großstratege Ferdinand Piëch will bis 2018 den Konkurrenten Toyota überholen. (© Foto: AP)
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Der Konzern will offenbar signalisieren, dass er eine sehr langfristige Strategie verfolgt. Nicht mehr der Börsenkurs soll das variable Einkommen bestimmen, sondern die Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitern sowie die Rendite und Absatzsteigerungen.
Das ist zum Teil vernünftig. Der Plan setzt aber auch falsche Akzente. Er folgt dem alten Denken, wonach der Autokonzern der bessere ist, der mehr Fahrzeuge verkauft als der Konkurrent.
So hat der VW-Großstratege Ferdinand Piëch das Ziel gesetzt, bis 2018 den japanischen Konkurrenten Toyota zu überholen und größter Autokonzern der Welt zu sein. Mitarbeiter, die zu diesem Ziel beitragen, sollen dafür honoriert werden. Doch dieser Ehrgeiz ist absurd. Das zeigt der US-Konzern General Motors. Der war viele Jahrzehnte der Weltmarktführer. 2009 war er pleite.
Es gibt weit Wichtigeres als die Marktführerschaft. Die Autoindustrie steht vor einem Technologiesprung. Sie muss jetzt in der Krise die Antriebe entwickeln, die das Auto von Benzin und Diesel unabhängig machen. Das kostet Milliarden und die volle Konzentration des Managements.
Wer in diesen Umbruchzeiten aber vor allem auf die Stückzahlen und auf die Rendite achtet, schafft intern wenig Anreiz dafür, mit hohem Forschungsaufwand technisch anspruchsvolle Autos von morgen zu entwickeln. Auf diesem Gebiet hat VW noch einiges nachzuholen. Viele Konkurrenten sind bei den Antrieben von morgen ein großes Stück weiter.
- Lektion aus der Finanzkrise Strengere Regeln für Manager-Boni 17.12.2009
- VW: Kapitalerhöhung beschlossen Piëchs neues Auto-Reich 04.12.2009
- MAN: Zwei Vorstände gehen Piëch räumt auf 11.12.2009
- VW: Piëch holt Suzuki Die Wolfsburger Welt-AG 09.12.2009
- Auto-Deal Volkswagen liebäugelt mit Suzuki 09.12.2009
(SZ vom 17.12.2009/pak)
Großprojekte in Berlin
@EinfachLeben:
"Das wird ja wohl nicht daran liegen, dass VW die schlechteren Autos baut, oder?"
1. Vergleichstests sind nicht unabhängig...i.d.R. läuft das nach dem Motto "Wess Brot ich ess', des' Lied ich sing". Beispiel SZ: schon mal *irgendeinen* verwertbaren "Test" hier gelesen? von "Pressinform"? Lächerlich! Oder Auto Motor und Mercedes: noch nie einen auch nur ansatzweise neutralen Test gelesen.
2. Journalisten im Allgemeinen und "Motor-Journalisten" im Besonderen sind subjektiv und beeinflussbar. Aus deren "Vergleichstests" auf die Qualität der getesteten Objekte zu schliessen, halte ich für gewagt.
3. Die Realität passt meist nicht mit den Tests zusammen, schon einmal überlegt, woran das liegen könnte? Das gilt für beide Seiten: gut getestete Autos können in der Praxis schlecht sein und umgekehrt!
4. Die Tests können naturgemäss nur einen kleinen Aussschnitt des Gesamtfeldes beleuchten. Will man wissen, ob ein Auto "taugt", muss man die Praxis über längere Zeit beobachten und mit den Leuten reden, die die Dinger instandsetzen.
Summa sumarum: Tests sind für die Tonne oder höchstens als Oriantierung tauglich. Über die "Qualität" der Automarke sagen sie i.d.R. eben *gar nichts* aus.
DW
In der Tat, das könnte am Ende daran liegen, dass es Vergleichstests in Europa sind. Schau mal die Motorpresse in den restlichen Teilen der Welt an und wie da VW im Vergleich zu Toyota da steht (falls sie da überhaupt in nennenswerten Zahlen antreten).
Aber ich habe auch nirgendwo geschrieben, dass Toyota "besser" als VW sein sollen. Ich bemerkte lediglich, dass VW keine Trends setzt, innovationsmüde ist und weit davon entfernt ist, als weltgrößten Automobilhersteller Toyota ablösen zu können.
Und zu guter letzt: Vergleichstests sind nichts anderes als Vorschusslorbeeren, während Pannenstatistiken und Kundenzufriedenheitsstudien die Wirklichkeit widerspiegeln. Und die spricht bisher eine andere Sprache, als es sich die Herren Piech und Winterkorn wünschen.
Das wird ja wohl nicht daran liegen, dass VW die schlechteren Autos baut, oder?
- So muss man das Geschäftsgebahren von Piech und seinem Erfüllungsgehilfen Winterkorn bezeichnen. Denn es sind erst knappe 12 Jahre her, dass die Marke VW ein anständiges Auto, den Golf IV, auf die Beine stellen konnte und dann aber von Weltmarktführerschaft träumen...
Fakt ist:
Seit mehreren Jahren wird in Zwei-Jahres-Schritten die Überholung Toyotas anvisiert - und damit meine ich, dass die Erfüllungsprognose sich immer um 2 Jahre nach hinten verschiebt. Wie sagt da der Engländer? - "Chop-chop!" Es wird langsam mal Zeit, wenn es noch was werden soll.
Um Toyota zu überholen sollte man vorher einmal einen Volkswagen in den Top 3 jedweder Pannenstatistik zu Gesicht bekommen. Und damit meine ich nicht Audi.
Toyota hat sich aus eigener Kraft auf die Märkte dieser Welt gebracht, VW hingegen kauft sich immer hinein, was bei der langfristig geplanten Übernahme Suzukis wieder zeigt.
Wann hat VW zuletzt etwas wirklich bahnbrechendes auf die Beine gestellt? Sparsame Dieselmotoren, schön und gut, aber kann das der Weisheit letzter Schluss sein? Variable Ventilsteuerung macht uns Alfa gerade vor, Bremsrekuperation haben andere schon früher auf den Markt gebracht - die Liste ist endlos, welchen Trends dieser Konzern bis dato hinterhergelaufen ist.
Wirtschaftlich ist VW auch nicht. Letztens las ich erst wieder, dass die Produktion eines Golf (kann auch Polo gewesen sein, ich erinnere mich gerade nicht zu 100 %) noch immer gut 30 % länger dauert als vergleichbare Konkurrenzfahrzeuge. Also, so hoch der technische Standard VWs auch sein mag, die Manufakturs und Belegschaftsstruktur ist von vorgestern, anders ist diese Ineffizienz doch nicht mehr erklärbar.
Ich bin gespannt, was in den nächsten 8-9 Jahren denn alles passieren soll, dass Toyota überholt wird.
"Volks"wagen.... dass ich nicht lache!
Der kleinste Polo mit dem Maria-Hilfs-Motor (Fahrleistungen wie ein Isetta, doppelter verbrauch) kostet über 12000EUR...
Bei VW ist hauptsächlich Pomp und Gloria das Motto, man schaue sich die "Manufaktur" an, diese Selbstbeweihräucherung (schaut her, wir haben den Längsten!).
Bei Toyota ist Technik und Ingenieurskunst das Motto. Effizienz und Qualität. Toyota ist als einziger (!) Hersteller in erster Linie an Qualität interessiert beim Zukauf. Zulieferer können ein Lied davon singen. VW und der Rest versuchen immer nur den Preis zu drücken, also minimaler EK bei gerade noch ausreichender Qualität. So ist dann auch das Ergebnis...
Langfristig wird man so aber Toyota nicht überholen können. Vielleicht irgendwann mal kurz bei den Stückzahlen... insgesamt aber sicher nicht.
Alleine die Tatsache, dass ich bei jedem Kauf eines VWs diesen unsäglichen Piech mitfüttere, würde mich davon abhalten.
DW
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