Ein Kommentar von Karl-Heinz Büschemann

Volkswagen will mit einem Langfristbonus für Manager die Marktführerschaft erreichen. Was wie eine gute Idee klingt, setzt die falschen Akzente.

VW stellt die Bezahlung von Vorständen und Führungskräften um. Statt Aktienoptionen soll in Zukunft der erfolgsabhängige Anteil an der Vergütung als "Langzeitbonus" bezahlt werden.

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VW-Großstratege Ferdinand Piëch will bis 2018 den Konkurrenten Toyota überholen. (© Foto: AP)

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Der Konzern will offenbar signalisieren, dass er eine sehr langfristige Strategie verfolgt. Nicht mehr der Börsenkurs soll das variable Einkommen bestimmen, sondern die Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitern sowie die Rendite und Absatzsteigerungen.

Das ist zum Teil vernünftig. Der Plan setzt aber auch falsche Akzente. Er folgt dem alten Denken, wonach der Autokonzern der bessere ist, der mehr Fahrzeuge verkauft als der Konkurrent.

So hat der VW-Großstratege Ferdinand Piëch das Ziel gesetzt, bis 2018 den japanischen Konkurrenten Toyota zu überholen und größter Autokonzern der Welt zu sein. Mitarbeiter, die zu diesem Ziel beitragen, sollen dafür honoriert werden. Doch dieser Ehrgeiz ist absurd. Das zeigt der US-Konzern General Motors. Der war viele Jahrzehnte der Weltmarktführer. 2009 war er pleite.

Es gibt weit Wichtigeres als die Marktführerschaft. Die Autoindustrie steht vor einem Technologiesprung. Sie muss jetzt in der Krise die Antriebe entwickeln, die das Auto von Benzin und Diesel unabhängig machen. Das kostet Milliarden und die volle Konzentration des Managements.

Wer in diesen Umbruchzeiten aber vor allem auf die Stückzahlen und auf die Rendite achtet, schafft intern wenig Anreiz dafür, mit hohem Forschungsaufwand technisch anspruchsvolle Autos von morgen zu entwickeln. Auf diesem Gebiet hat VW noch einiges nachzuholen. Viele Konkurrenten sind bei den Antrieben von morgen ein großes Stück weiter.

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(SZ vom 17.12.2009/pak)