Vorwürfe gegen Deutsche-Bank-Manager Gericht will zügig über Anklage gegen Fitschen entscheiden

Ihm droht eine Anklage: dem Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen.

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  • Das Münchner Landgericht will zügig über eine Anklage im Fall Deutsche Bank und Kirch entscheiden.
  • Früheren Spitzenmanagern der Bank und dem heutigen Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen wird versuchter Prozessbetrug vorgeworfen.
  • Ein Verfaren könnte bereits Mitte des Jahres beginnen.
Von Klaus Ott

Wann der Prozess beginnen könnte

Das Münchner Landgericht will rasch entscheiden, ob es im Fall Kirch zu einem Prozess gegen frühere Spitzenmanager der Deutschen Bank und eventuell sogar auch gegen den heutigen Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen kommt. Ein Gerichtsverfahren mit einem oder mehreren Angeklagten könnte sogar schon zur Jahresmitte beginnen. Das war am Sonntag aus Kreisen der Justiz und der Verteidiger zu erfahren.

Was den Managern vorgeworfen wird

Die Münchner Staatsanwaltschaft wirft den früheren Bankchefs Rolf Breuer und Josef Ackermann, zwei weiteren Ex-Vorständen und Fitschen versuchten Prozessbetrug vor. Sie sollen es darauf angelegt haben, das Oberlandesgericht (OLG) München zu täuschen, als dort eine Schadensersatzklage des Medienunternehmers Leo Kirch und, nach dessen Tod, seiner Familie verhandelt wurde. Die Deutsche Bank zahlte schließlich 925 Millionen Euro an die Erben und Gläubiger von Kirch, der 2002 pleitegegangen war. Zuvor soll ihn die Bank, bei der er Großkreditkunde war, hintergangen haben.

Wer über die Anklage entscheidet

Ob die Anklage gegen Breuer & Co. zugelassen und ein Prozess angesetzt wird, entscheidet die fünfte Strafkammer des Münchner Landgerichts. Sie wird von Peter Noll geleitet, der ans OLG wechseln will. Dort sind mehrere Richterstellen neu vergeben worden. Wegen der Klage eines nicht zum Zuge gekommenen Bewerbers sind allerdings sämtliche Neubesetzungen beim OLG auf längere Zeit blockiert. Noll will deshalb nach Angaben aus Justiz- und Verteidigerkreisen noch selbst über eine Prozesseröffnung in der Causa Deutsche Bank entscheiden und ein mögliches Gerichtsverfahren zügig beginnen, damit der Fall nicht liegen bleibe.

Wie die Angeschuldigten reagieren

Die Verteidiger der fünf Angeschuldigten sollen bis Ende Januar Stellung zu der 627 Seiten langen Anklage nehmen. Danach kann die Staatsanwaltschaft sich noch einmal äußern. Eine Entscheidung von Nolls Kammer über eine Zulassung der Anklage wird bis April oder Mai erwartet.

In Kreisen von Verfahrensbeteiligten gilt es als sicher, dass es zu einem Prozess zumindest gegen Breuer kommen werde. Alles andere müsse abgewartet werden. Die Angeschuldigten weisen die Vorwürfe zurück. Fitschen sagt, er habe weder gelogen noch betrogen.